Wöchentliche Marktberichte

Jun 29, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Covid-19 und ein voller Wirtschaftskalender

Intro

Der jüngste Anstieg der täglichen Infektionsraten rund um den Globus hat die Ängste um eine zweite Infektionswelle erneut entfacht. Vor diesem Hintergrund werden Marktteilnehmer auch in dieser Woche die Covid-19 Zahlen und die Auswirkung der Pandemie auf die regionalen Volkswirtschaften genau im Auge behalten. Über das Wochenende sind die weltweit bestätigten Coronavirus-Fälle auf über 10 Millionen gestiegen. Den aggregierten Daten von der Johns Hopkins Universität zufolge wurden knapp über 5 Millionen der Fälle als geheilt klassifiziert. Die beginnende Sommerhitze scheint laut dem Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten in den USA noch keine Auswirkung auf die Verbreitung des Virus gehabt zu haben. Die Sorge der steigenden Infektionszahlen im Herbst bleibt somit erhalten.

An Wirtschaftsdaten fehlt es in dieser Woche ebenfalls nicht. In Europa warten Investoren gespannt auf die Veröffentlichung des europäischen Verbrauchervertrauens, die deutschen Arbeitsmarktdaten, Inflation und Einzelhandelsumsätze und das britische Bruttoinlandsprodukt. Jenseits des Atlantiks meldet sich der Präsidenten der US-amerikanischen Zentralbank zu Wort und die Protokolle der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses werden veröffentlicht.

Das globale Risikosentiment bleibt nach einer relativ schwachen Woche, gefüllt mit negativen Schlagzeilen, nach unten geneigt. Die wichtigen Börsenleitindizes verzeichnen am Freitag Rücksetzer und sichere Anlagen wie Gold, der US-Dollar und der Schweizer Franken bleiben weiterhin gefragt. Besondere Aufmerksamkeit sollte den Währungspaaren EUR/USD, EUR/CNH und EUR/HUF geboten werden. Die beiden erstgenannten Paare notieren nur knapp über der kurzfristigen Aufwärtstrendlinie, während EUR/HUF die fünfte tägliche Aufwertung infolge verzeichnen konnte.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 10.005.970

Weltweit bestätigte Todesfälle: 499.306

Weltweit bestätigte Genesungen: 5.070.107

EUR

Kurzfristige Deflation?

Unsicherheiten über das nachhaltige Inflationsniveau scheinen derzeit eine der größten Sorgen der Finanzmärkte zu sein. Deflationäre Effekte wie die Sperrmaßnahmen und der allgemeine Trend der Automatisierung stehen der inflationären geldpolitischen Lockerung entgegen. Die diversen nationalen Diskussionen über eine Verlagerung der Produktion zurück in heimische Werke und Fabriken– derzeit in Frankreich, Polen und den USA geführt – scheinen die Debatte um die nachhaltige Teuerungsrate ebenfalls zu beeinflussen.

Die Märkte scheinen sich derzeit auf die Deflationsseite zu schlagen und sehen keine Sorge einer hohen Teuerungsrate. Dies verrät zumindest ein Blick auf die Inflationserwartungen, abgeleitet von inflationsgeschützten Staatsanleihen. Sowohl in der Eurozone, als auch in den USA und Japan bleiben die Erwartungen für den Zeitraum der nächsten zehn Jahre unter der von den Notenbanken angestrebten 2-Prozent-Marke.

Dass die Teuerungsrate in Europa sogar kurzzeitig in den negativen Bereich fallen könnte, wird von dem Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank, Isabel Schnabel, bestätigt. Einen Tiefpunkt der Preisentwicklung könnte dabei im vierten Quartal dieses Jahres erreicht werden. Danach sollte die Inflation wieder nach oben gleiten, so die Zentralbankerin.

  • EZ: Verbrauchervertrauen (11:00)
  • DE: Inflation (14:00)

USD

US-China Streitigkeiten

Nach einer langen Ruhepause scheinen die amerikanisch-chinesischen Streitigkeiten erneut das Potenzial aufzuzeigen, die täglichen Bewegungen an den Währungsmärken mitzugestalten. Am vergangenen Donnerstag verabschiedete das US-Parlament einstimmig ein Gesetzt, welches Sanktionen gegen chinesische Beamte und Unternehmen vorsieht, welche die Autonomie Hongkongs untergraben. China äußerte bei dem Treffen mit Außenminister Mike Pompeo starke Unzufriedenheit mit den jüngsten Versuchen der Einmischung in die chinesische Politikgestaltung. Insbesondere vor dem Hintergrund der im November anstehenden Wahlen könnte sich die Situation zwischen den beiden Staaten zuspitzen.

In der Zwischenzeit kehrten die amerikanischen Konsumenten vorsichtig wieder an die Märkte zurück. Die Konsumausgaben für Waren und Dienstleistungen sind im Mai um 8,2 Prozent gestiegen. Das war mehr als das Doppelte des bisherigen Allzeithochs, welches im Jahr 1959 gesetzt wurde.

Risikoereignisse des Tages

  • Keine Datenveröffentlichungen

PLN

PiS verpasst die Mehrheit

In der gestrigen Präsidentschaftswahl zwingt der Warschauer Bürgermeister das amtierende polnische Staatsoberhaupt Andrzej Duda in die Stichwahl. Somit verpasst die PiS-Partie, sich in der ersten Runde die Mehrheit zu holen. Mit 41,8 Prozent der Stimmen bleibt der nationalkonservative Amtsinhaber jedoch weiterhin der beliebteste Kandidat. Der polnische Zloty zeigt kaum eine Reaktion auf die Wahlen und bleibt in seinem seit Anfang Juni anhaltenden marginalen Abwärtstrend. Im Rahmen der derzeitigen Bewegungen würde erst ein Unterlaufen von EUR/PLN 4,40 diesen annullieren. Indes scheint sich EUR/HUF nach der fünften täglichen Aufwertung infolge eine Verschnaufpause zu gönnen. Somit hält die Barriere bei 355,00 vorerst stand, wobei an der Unterseite 344,80 den ersten Referenzpunkt definiert.


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