Wöchentliche Marktberichte

Jun 26, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Welthandelsausblick

INTRO

Die durch das Coronavirus ausgelöste Kettenreaktion hat sich in sämtliche Gebiete des alltäglichen Lebens gekämpft. Neben den persönlichen Veränderungen, welche die Menschen rund um den Globus akzeptieren mussten, gab es auf der makroökonomischen Ebene ebenfalls erhebliche Umbrüche. Insbesondere der Welthandel und die Tourismusbranche haben unter den staatlichen Sperrmaßnahmen leiden müssen. Daten über das Ausmaß der Verluste und Prognosen bezüglich des weiteren wirtschaftlichen Verlaufs erhielten vor diesem Hintergrund insbesondere in den letzten paar Wochen eine außerordentliche Aufmerksamkeit. Angesichts der drei veröffentlichten Wirtschaftsprognosen stand diese Woche ganz im Namen des Wirtschafts- und Handelsausblicks.

  • Dienstag: Die neuen Szenarien der Welthandelsorganisation (WTO) sehen eine Kontraktion des Welthandels von 13 bis 32 Prozent für dieses Jahr vor. Die WTO erkennt jedoch die jüngsten Datenverbesserungen an und scheint aufgrund der signifikanten Hilfsmaßnahmen der Regierungen und Zentralbanken das pessimistische Szenario nicht mehr für wahrscheinlich zu halten.
  • Mittwoch: Der Internationale Währungsfond (IMF) aktualisierte seinen globalen Wirtschaftsausblick und prognostizierte für dieses Jahr einen Einbruch des weltweiten BIP um 4,9% und einen Rückgang des Welthandels um 11,9%.
  • Donnerstag: Die monatlich vom niederländischen CPB Bureau for Economic Policy Analysis erfassten Daten weisen im April auf einen redkordbrechenden monatlichen Rückgang des Welthandelsvolumens von 12,1 Prozent. Bezogen auf die einzelnen Regionen fallen die Exporte in Europa auf Monatsbasis um 23 und in den USA um 21 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr verzeichnet das Exportvolumen in der Eurozone mit einem knapp 25-prozentigen Fall den größten Rücksetzer seit Anbeginn der Datenaufzeichnung im Jahr 2010 (siehe Grafik).

 

Weltweit bestätigte Coronafälle: 9.491.799

Weltweit bestätigte Todesfälle: 484.092

Weltweit bestätigte Genesungen: 4.782.910

EUR

Rechtfertigung der EZB

Die veröffentlichten Protokolle der vergangenen Zinsentscheidung der europäischen Notenbank brachten ungewöhnlich viele Neuigkeiten mit sich. Obwohl die Währungshüter offiziell nie auf das Karlsruher Urteil des deutschen Verfassungsgerichtshofs eingegangen sind, wird in den Protokollen deutlich, dass sich die EZB Gedanken über die Beschuldigungen gemacht hat. Mit einem Umfang von mehr als zehn Tausend Wörtern ist der Text sogar der längste aller Zeiten. Insbesondere die Wörter „Effizienz“, „Effektiv“ und „Angemessen“ tauchen häufig in den Protokollen auf. Diese aktive Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen der geldpolitischen Stimulusmaßnahmen könnten den ersten Schritt in der Bereinigung der Streitigkeiten zwischen Karlsruhe und Brüssel bedeuten.

In der Zwischenzeit verzeichnet die Gemeinschaftswährung angesichts der jüngsten Risikoscheue einen Rücksetzer. Sollte die Aufwärtstrendlinie bei 1,12 brechen, könnten weitere Abwärtsbewegungen nicht ausgeschlossen werden. Als erste Referenzpunkte würden dabei die Niveaus um 1,1110 und 1,1030 dienen. An der Oberseite fungiert 1,1330 als signifikante Barriere.

Risikoereignisse des Tages

  • IT: Verbrauchervertrauen (08:45)
  • FR: Verbrauchervertrauen (11:00)

USD

Neue Risiken als USD-Vorteil?

Die vergangene Woche war größtenteils dem Hervorheben der mittel- und langfristigen Risiken und den beachtlichen Erholungsversuchen der US-amerikanischen Wirtschaft gewidmet. Auch in dieser Woche war die wirtschaftliche Verbesserung ersichtlich, jedoch in deutlich geringerem Ausmaß. Im Falle der Vereinigten Staaten scheinen einige Echtzeitindikatoren – insbesondere aufgrund der steigenden Infektionsraten – auf eine frühzeitige Stagnation der Erholung zu deuten. Mobilitätsdaten von Google und Apple und Reservierungen bei US-amerikanischen Restaurants deuten auf geringe Fortschritte in den letzten paar Tagen. Sollte sich diese Stagnation in die nächste Woche ziehen, könnten neue „Risk-off-flows“ für einen schwachen Wochenauftakt sorgen.

Gestern waren es die schwächer als erwarteten Arbeitsmarktdaten, welche die Gemütslage nach unten gedrückt haben. Die wöchentlichen Anmeldungenfür die Arbeitslosenunterstützung sind das zweite Mal infolge höher als von Ökonomen im Vorhinein erwartet und steigen um 1,48 Millionen.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Verbraucherpreisindex (14:30)
  • US: Verbrauchervertrauen (16:00)

HUF

Setzt Abwertungen weiter fort

Der ungarische Forint setzt die durch die unerwartete Zinssenkung der Notenbank induzierte Talfahrt auch gestern fort. Mit einer akkumulierten Abwertung von 2,2 Prozent seit Montag steuert die Währung auf die schwächste Woche seit dem Abverkauf im März zu. In Verbindung mit dem Rücksetzer der Risikobereitschaft in den vergangenen zwei Tagen – aufgrund der steigenden Neuinfektionen und den potenziellen transatlantischen Handelsanspannungen – bleibt offen, wann und wo die EUR/HUF Rally ein Ende findet. Die Niveaus um 355,00 und 357,00 scheinen die ersten Referenzpunkte an der Oberseite darzustellen.


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