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Wöchentliche Marktberichte

Jun 25, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

IMF Prognosen und neue Handelsanspannungen

INTRO

Die globale Ökonomie könnte in diesem Jahr um 4,9 Prozent sinken. Dies geht aus den gestern veröffentlichten Prognosen des Internationalen Währungsfonds hervor . Somit revidiert die Institution die im April getätigten Schätzungen, welche von einer dreiprozentigen Kontraktion ausgingen. Einen massiven Schaden mussten insbesondere die regionalen Arbeitsmärkte hinnehmen. Alleine im zweiten Quartal des Jahres hätten die wirtschaftliche Abkühlung und die Sperrmaßnahmen weltweit 300 Millionen Arbeitsplätze gekostet.

Neuigkeiten gab es auch von der in den Hintergrund gerückten Handelsfront. Laut Berichten ziehen die Vereinigten Staaten erneut in Erwägung, Zölle auf Produkte aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Spanien im Wert von knapp drei Milliarden Euro zu erheben. Die noch nicht an die Oberfläche gekommenen Spannungen zwischen europäischen und amerikanischen Entscheidungsträgern könnten langsam anfangen eine größere Rolle in der Wechselkursbewegung zu spielen.

Jegliche neu auftauchenden Risiken würden der fragilen Weltwirtschaft und dem globalen Handel schaden. In diesem Sinne wird der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union in den nächsten Tagen eine erhöhte Aufmerksamkeit genießen. Bis nächsten Dienstag müssen die Parteien klären, ob die Austrittsfrist am 31. Dezember endgültig fixiert werden sollte. Großbritannien ist in der Lage, innerhalb der nächsten sechs Tage eine Verlängerung der Frist anzufordern.

Die Bewegungen an den Währungsmärkten halten sich in Grenzen. Zwar kann die Positionierung der Investoren am gestrigen Handelstag nicht gänzlich als risikoscheu charakterisiert werden. Nichtsdestotrotz notieren die meisten Börsen und risikoreicheren Währungen geringer. Der deutsche DAX verliert mehr als drei Prozent, während der US-amerikanische Dow Jones 600 Punkte einbüßen muss. Der US-Dollar und Schweizer Franken können sich zum Vortag festigen.

 

Weltweit bestätigte Coronafälle: 9.326.423

Weltweit bestätigte Todesfälle: 479.310

Weltweit bestätigte Genesungen: 4.683.736

EUR

Ifo sieht Licht am Ende des Tunnels

Die europäische Gemeinschaftswährung konnte angesichts der Datenlage aus der Eurozone einen positiven Wochenauftakt verzeichnen. Waren es am Montag die überraschend starken Einkaufsmanagerindizes zeigt sich gestern das deutsche Geschäftsklima gestärkt. Laut dem Direktor des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung sehen deutsche Unternehmen das Licht am Ende des Tunnels.

Das vom Münchner Institut monatlich veröffentlichte Stimmungsbarometer steigt stärker als erwartet auf ein viermonatiges Hoch an. Der deutsche Finanzminister äußerte sich noch am Montag zum derzeitigen Wachstumspfads. Laut Olaf Scholz sollte sich die deutsche Volkswirtschaft erst gegen Ende des Jahres 2021 an die Vorkrisenniveaus herantasten.

Trotz der Datenverbesserung erleidet der Euro vor dem Hintergrund der erneut regional steigenden Infektionszahlen und den transatlantischen Handelsanspannungen einen Rücksetzer. Der kurzfristige Aufwärtstrend bleibt bestehen, solange sich EUR/USD oberhalb 1,12 hält. Ein Unterläufe könnte das Niveau um 1,1030 ins Visier nehmen.

Risikoereignisse des Tages

  • DE: Gfk Verbrauchervertrauen (08:00)
  • EZ: Protokolle der letzten EZB Sitzung (13:30)

USD

Unsicherheiten stützen den Dollar

Der jüngste Anstieg der Infektionszahlen in weiten Teilen der Vereinigten Staaten wird der Regierung voraussichtlich keine Wahl in der Entscheidung lassen, erneute Sperrmaßnahmen zu verhängen. In Verbindung mit den handelspolitischen Anspannungen macht sich nach zwei positiven Handelstagen erneut die Flucht in sichere Häfen bemerkbar. Gold steigt auf ein neues 8-Jahres-Hoch und auch die Nachfrage nach Staatsanleihen erhält einen zusätzlichen Schub. Der handelsgewichtete US-Dollar-Index steigt um knapp 0,5 Prozent und findet somit bei dem Niveau um 96,40 eine Unterstützung.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Bruttoinlandsprodukt und Inflation (14:30)

CZK

Leitzins unverändert bei 0,25%

Die tschechische Notenbank bestätigt die Markterwartungen und lässt den Leitzins unverändert bei 0,25 Prozent. Laut den Währungshütern würden weitere geldpolitische Lockerungen die Profitabilität des Bankensektors und somit die gesamtheitliche Stabilität des Finanzsystems gefährden. Die tschechische Krone verweilt in der nun dreiwöchigen Bewegungsspanne (1,25 Prozent) zwischen 26,48 und 26,80. In der Zwischenzeit bestätigt EUR/HUF den Ausbruch aus dem seit April anhaltenden Abwärtstrend, nachdem die Notenbank unerwartet den Leitzins um 15 Basispunkte gesenkt hatte. Das Währungspaar verzeichnet die dritte tägliche Aufwertung infolge. Ein erneuter Anstieg der transatlantischen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und den USA gilt als CEE-Risiko. 


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