Wöchentliche Marktberichte

Jun 24, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Leitindikator deutet auf Erholung der Weltwirtschaft

INTRO

Die gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes (PMIs) gelten bislang als stärkstes Indiz dafür, dass sich die globale Volkswirtschaft langsam wieder aus den Tiefen der letzten Monate kämpft. Zwar bleibt das verarbeitende Gewerbe laut den Leitindikatoren in den meisten Ländern entweder in der Kontraktion oder in einer marginalen Expansion. Markteilnehmer nehmen die erste Datenverbesserung nach den Lockerungen der Sperrmaßnahmen nichtsdestotrotz mit offenen Armen an, was die Börsenbewertungen dementsprechend nach oben treiben lässt.

Die größte Wende konnten Länder verzeichnen, die in den vergangenen Monaten die strengsten Sperrmaßnahmen implementiert haben. Da der Indikator die Veränderung zum Vormonat abbildet, kann die V-förmige Erholung im Juni größtenteils auch durch die rekordsetzende Schwäche der PMIs im Mai erklärt werden. Die Verbesserung des vom IHS veröffentlichten Indikators stellt eine willkommene Abwechslung dar, sollte im Kontext der anhaltenden kurz- und mittelfristigen Risiken jedoch mit Vorsicht genossen werden.

Zur gleichen Zeit hat sich die Welthandelsorganisation zu Wort gemeldet. Laut der WTO mit Sitz in Genf ist der globale Handel im ersten und zweiten Quartal um 3 und 18,5 Prozent gesunken. Die neuen Szenarien der Institution sehen eine Kontraktion des Welthandels von 13 (optimistisch) bis 32 (pessimistisch) Prozent für dieses Jahr vor. Nichtsdestotrotz erkennt die WTO die jüngsten Datenverbesserungen an und scheint aufgrund der signifikanten Hilfsmaßnahmen der Regierungen und Zentralbanken das pessimistische Szenario nicht mehr für wahrscheinlich zu halten.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 9.131.445

Weltweit bestätigte Todesfälle: 472.856

Weltweit bestätigte Genesungen: 4.557.026

EUR

Barriere im Visier

Die europäische Gemeinschaftswährung kann von der deutlichen Verbesserung des europäischen und deutschen Einkaufsmanagerindizes profitieren und wertet den zweiten Tag infolge auf. Im Rahmen des derzeitigen Aufwärtstrends rückt nun das Niveau um 1,1330 in den Vordergrund, bei dem derzeit sowohl der wöchentliche als auch der monatliche gleitende Durchschnitt notiert. Ein Ausbruch jenseits der Barriere könnte neue Impulse für Bewegungen in Richtung 1,14 schaffen. An der Unterseite definiert 1,12 die derzeitige Unterstützung für den Euro.

Neben dem deutschen Geschäftsklima steht heute die Veröffentlichung neuer Prognosen des Internationalen Währungsfonds an der Tagesordnung. In der Zwischenzeit zieht der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen die Notbremse und beschließt einen teilweisen Lockdown, angesichts der Infektionswelle aus einer Fleischverarbeitungsfabrik.

Risikoereignisse des Tages

  • DE: Ifo Geschäftsklima (10:00)

USD

Risk-on schwächt den Dollar

Im Rahmen der verbesserten Datenlage und der kurzzeitigen Erleichterung an den Märkten kommt es zu leichten Kapitalabflüssen aus der globalen Leitwährung. Aufgrund der hohen Ungewissheit über die mittel- und langfristigen Risikofaktoren verlagern Marktteilnehmer ihre Aufmerksamkeit zunehmend auf den kurzfristige Horizont. Somit werden die Sorgen um die Schuldenstruktur und die zweite Infektionswelle beiseitegelegt und durch die jüngst positive Datenlage ersetzt, welche die Märkte in den vergangenen Tagen nach oben treibt. Abgesehen von Edelmetallen bleibt die Nachfrage nach sicheren Anlagen angeschlagen.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

HUF

Zinssenkung in Ungarn

Vor dem Hintergrund der jüngsten Aufwertungen des ungarischen Forint wagt die Zentralbank die erste Zinssenkung seit Anfang 2016. Bei dem gestrigen Treffen senkt die Notenbank den Leitzins um 15 Basispunkte auf 0,75 Prozent. Der Einlagenzinssatz verweilt auch weiterhin bei minus 0,05 Prozent. Keiner der von Reuters befragten Ökonomen sah die geldpolitische Lockerung voraus. Die Überraschung macht sich am Devisenmarkt durch eine Aufwertung von EUR/HUF bemerkbar. Das Währungspaar durchbricht somit den seit April anhaltenden Abwärtstrend. Potenzial für nachhaltige Aufwärtsbewegungen würde das Überqueren der Barriere 350,00 bieten.

Der polnische Zloty und die tschechische Krone bleiben aufgrund fehlender Schlagzeilen bereichsgebunden und reagieren nur marginal auf die positiven Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone. Im heutigen Fokus liegt die Zinsentscheidung der tschechischen Notenbank. Genau wie bei den ungarischen Währungshütern rechnen Ökonomen auch heute von keiner Veränderung der Zinsen. Könnten wir die zweite Überraschung der Woche erleben?

Risikoereignisse des Tages

  • CZ: Konsumentenvertrauen (09:00)
  • PL: Arbeitslosenquote (10:00)
  • CZ: CNB Zinsentscheidung (14:30)


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