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Wöchentliche Marktberichte

Jun 22, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Unsicherheiten lauern 

Intro

Die globalen Finanzmärkte bleiben trotz des Rücksetzers in der zweiten Wochenhälfte leicht positiv aufgestellt und preisen weiterhin eine stetige Lockerung der Sperrmaßnahmen und Erholung der Volkswirtschaften ein. Die Ungewissheit dieser Annahme und die weitere ökonomische Entwicklung bleibt jedoch hoch und fügt sich somit in ein potenziell wechselkursfreudiges Umfeld.

Die momentane Diskrepanz zwischen den Anlagebewertungen an den Börsen und der fundamentalen Stärke der Weltwirtschaft macht risikoreichere Anlagen und Währungen anfällig für Rücksetzer. Hinzu kommen die Sorgen um eine zweite Infektionswelle und die Anspannungen an der nord-südkoreanischen und chinesisch-indischen Grenze. Eine wirkliche Diversifizierung scheint derzeit jedoch kaum möglich. Laut der US-amerikanischen Investmentbank J.P. Morgan befindet sich die Korrelation unterschiedlicher finanzieller Anlageklassen auf einem 20-Jahres-Hoch. Die Finanzmärkte werden  derzeit fast ausschließlich von denselben Schlagzeilen getrieben.

In dieser Woche stehen die ersten wirtschaftlichen Datenveröffentlichungen nach den Lockerungen der Sperrmaßnahmen vor der Tür. Insbesondere wird den Einkaufsmanagerindizes eine hohe Aufmerksamkeit geschenkt werden. In den USA und der Eurozone wird ein Anstieg der Indizes auf rund 50 (neutraler Bereich) erwartet. Derzeit preisen die Märkte den Tiefpunkt der Krise ein. Jegliche Abweichungen von dieser Annahme (schwächere PMIs) könnten zu Umpositionierungen führen. An der geldpolitischen Front melden sich die Notenbanken in Ungarn und Tschechien zu Wort. Marktteilnehmer erwarten sich keine Zinsveränderungen. Die jüngsten unerwarteten Zinssenkungen der tschechischen Notenbank lassen jedoch darauf deuten, dass nichts ausgeschlossen werden kann.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 8.842.537

Weltweit bestätigte Todesfälle: 465.462

Weltweit bestätigte Genesungen: 4.393.006

EUR

Politik als Euro-Treiber

Die politischen Entscheidungsträger der Europäischen Union verabschieden sich am Freitag mit gemischten Gefühlen voneinander. Die ersten Annäherungen bezüglich der gemeinsamen Schuldenaufnahme wurden bei dem virtuellen Treffen des europäischen Rates gesetzt. Und obwohl die internen Meinungsdifferenzen deutlich zu spüren waren, scheint die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Bestätigung des antizipierten 750 Milliarden Euro schweren Hilfspakets hoch zu sein. Ab dem ersten Juli übernimmt Deutschland die rotierende Präsidentschaft des Rates. Dies könnte die Initiative nach vorne treiben. Österreich bleibt unter den „fiskalisch sparsamen vier Nationen“ einer der stärksten Gegner des ersten Schritts zur Schuldenunion.

An den Devisenmärkten wertet der Euro den vierten Tag infolge ab. Der seit dem 15. Mai anhaltende Aufwärtstrend könnte in Gefahr kommen, sollte EUR/USD die Unterstützung bei 1,1140 unterlaufen. Dann könnte Potenzial für Bewegungen bis 1,10 entfacht werden.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Keine Wirtschaftsveröffentlichung

USD

Straffer Wirtschaftskalender

Die globale Leitwährung ist seit einigen Wochen in einem Spannungsfeld zwischen positiven und negativen, kurzfristigen und langfristigen Faktoren gefangen. Nach einer schwachen Performance im Mai konnte der handelsgewichtete US-Dollar-Index um den Bereich 96,00 ein erstes Tief signalisieren. Seit dem 10. Juni befindet sich der Index in einem Aufwärtstrend mit der Untergrenze bei 97,20.

Die USD-Aufwertungen am Donnerstag und Freitag zeigen, wie sehr eine nachhaltige Abwertung der Leitwährung auf eine Lockerung der globalen Anspannungen konditioniert ist. Das Auftreten kleinster Unsicherheiten reicht aus, um die Flucht in den Dollar auszulösen. In diesem Sinne wird jedoch auch die wirtschaftliche Situation in den Vereinigten Staaten ausschlaggebend für den weiteren Verlauf der Leitwährung sein. Vor diesem Hintergrund warten Marktteilnehmer gespannt auf die dieswöchige Datenlage. Den Anfang macht die Veröffentlichung des Verbrauchervertrauens, gefolgt von dem Einkaufsmanagerindex (Dienstag) und dem Bruttoinlandsprodukt (Donnerstag).

Risikoereignisse des Tages

  • US: Verbrauchervertrauen (16:00)

PLN

CBR senkt den Zins um 100 Basispunkte

In dieser Woche wechselt der geldpolitische Fokus nach Zentraleuropa. Obwohl von der ungarischen und tschechischen Notenbank keine Zinsveränderungen erwarten werden, versprechen sich Markteilnehmer neue Einschätzungen der Währungshüter bezüglich der derzeitigen heimischen Wirtschaftslage. Die jüngsten Aussagen und Kommentare einiger tschechischer Notenbanker lassen darauf deuten, dass das Zinsniveau noch eine Weile konstant bleiben könnte. Insbesondere da bei der vergangenen Entscheidung eine aggressivere Zinssenkung vorgenommen wurde, als von den Ökonomen der tschechischen Notenbank empfohlen worden war.

In Osteuropa traute sich die russische Notenbank an die größte Lockerung in den letzten fünf Jahren und senkt den Zins am Freitag um ganze 100 Basispunkte auf 4,5 Prozent. Kurz nach dem geldpolitischen Treffen bestätigte der 19-prozentige Fall der Einzelhandelsumsätze (Mai) die Notwendigkeit der geldpolitischen Unterstützung.

Risikoereignisse des Tages

  • PL: Industrieproduktion (10:00)


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