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Wöchentliche Marktberichte

Jun 19, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EU im Fokus

INTRO

Notenbanken rund um den Globus untermauern in dieser Woche ihre lockere Geldpolitik . In den Ländern, in welchen sich die Währungshüter jedoch für geringer als erwarteten geldpolitischen Stimulus entscheiden, fallen Risikoreichere Anlagen zurück. So auch in Großbritannien, nachdem sich die Notenbank überraschend für einen schnelleren Abbau des derzeitigen Staatsanleihenkaufprogramms entschieden hatte.

Im heutigen Fokus steht die Videokonferenz des europäischen Rates. Marktteilnehmer erwarten sich zwar keinen Durchbruch in den Gesprächen bezüglich des jüngst vorgeschlagenen Hilfspaktes von 750 Milliarden Euro. Eine fundamentale Meinungsverschiedenheit zwischen den Ländern könnten den Euro jedoch unter Druck setzen.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 8.397.036

Weltweit bestätigte Todesfälle: 450.137

Weltweit bestätigte Genesungen: 4.102.427

EUR

EZB injiziert Liquidität in die Märkte

Ganze 700 Banken haben sich bei der jüngsten Kreditrunde der europäischen Zentralbank beteiligt. Die vorteilhaften Konditionen geben den Banken die Möglichkeit, die dreijährigen Kredite (TLTRO III) profitabel an Kunden weiterzugeben. Insgesamt wurden Darlehen in Höhe von 1,31 Billionen Euro vergeben. Der Euro wertet den dritten Tag infolge gegenüber dem US-Dollar ab und nimmt nun die seit Mai bestehende Aufwärtstrendlinie bei 1,1150 ins Visier. Ein Unterlaufen der Unterstützung könnte Potenzial für Bewegungen bis 1,1050 eröffnen.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Europäischer Rat tagt (10:00)

CHF

Zentralbanken untermauern Expansion

Zinspolitisch zählt die Schweizerische Notenbank zu den expansivsten der Welt. An diese Titel wird sich in der nächsten Zeit wenig ändern. Bei dem gestrigen geldpolitischen Treffen betonen die Währungshüter in Form des SNB-Präsidenten die weiterhin überpositionierte Stellung des Schweizer Franken. Angesichts dieser Tatsache und der globalen Turbulenzen sieht sich die Notenbank somit gezwungen, ihre zwei bewährten Instrumente der Währungsintervention und der Negativzinspolitik fortzusetzen. Die Ökonomen der Institution gehen von einer sechsprozentigen Kontraktion der heimischen Wirtschaft in diesem Jahr aus.

EUR/CHF reagiert wenig bis kaum auf die Bestätigung der lockeren Geldpolitik. Das Währungspaar befindet sich zentral innerhalb der derzeitigen Bewegungsspanne zwischen 1,05 und 1,10 positioniert.

Risikoereignisse des Tages

  • CH: Keine Wirtschaftsveröffentlichung

PLN

Über- oder unterbewertet?

Der extrovertierte Charakter der zentraleuropäischen Volkswirtschaften hat der Region im Laufe der Abkühlung der globalen Nachfrage deutlich zugesetzt. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung könnte die Region in diesem Jahr um durchschnittlich 8,3 bis 10,9 Prozent schrumpfen. Vor dem Hintergrund dieses Rücksetzers bemühen sich politische Entscheidungsträger zunehmend, sich Vorteile in der Erholungsphase zu sichern. Ein identifizierbarer Vorsprung könnte in einer konkurrenzfähigen (schwachen) Währung liegen.

In den Protokollen der letzten Zinsentscheidung der polnischen Notenbank betonen die Währungshüter die Risiken einer zu starken Währungsaufwertung. Aus den gestrigen Äußerungen des polnischen Finanzministers geht jedoch heraus, dass dieser eine andere Vorstellung bezüglich der heimischen Währung hat. Angesichts der soliden makroökonomischen Lage sollte sich der Zloty laut dem Finanzminister langfristig festigen. Die polnische Währung bleibt die historisch gesehen wechselfreudigste Währung und somit auch weiterhin von dem globalen Sentiment und der heimischen Geldpolitik bestimmt.

Alle drei zentraleuropäischen Währungspaare befinden sich derzeit in einer Konsolidierungsphase zwischen dem 50-tägigen und dem 200-tägigen gleitenden Durchschnitt.

Risikoereignisse des Tages

  • PL: Industrieproduktion (10:00)


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