Wöchentliche Marktberichte

Jun 18, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Investoren ohne Diversifizierungsmöglichkeit?  

INTRO

Nach einer anfänglich schwachen intra-day Entwicklung schaffen es die drei großen US-Aktienleitindizes doch noch, sich in den positiven Bereich zu retten. Investoren trauen sich immer größere Positionen an den Börsen zu, auch wenn die Ungewissheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung bestehen bleibt.

Neben dem Pandemie-Risikofaktor könnte auch die Asymmetrie des Schocks für unterschiedliche Bewegungen der Anlageklassen sorgen. Eine wirkliche Diversifizierung scheint derzeit jedoch kaum möglich. Laut der US-amerikanischen Investmentbank befindet sich die Korrelation unterschiedlicher Anlageklassen auf einem 20-Jahres-Hoch. Die Finanzmärkte werden  derzeit von denselben Schlagzeilen getrieben.

An der geldpolitischen Front erwarten sich Marktteilnehmer keine Änderungen der Leitzinsen in der Schweiz und Großbritannien. Beide Notenbanken werden wohl die derzeitige lockere Geldpolitik untermauern und weitere Hilfen im Falle der wirtschaftlichen Abschwächung anbieten.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 8.261.260

Weltweit bestätigte Todesfälle: 445.468

Weltweit bestätigte Genesungen: 4.013.202

EUR

Frankreich hält sich über Wasser

Am europäischen Kontinent hat es die französische Wirtschaft laut den jüngsten OECD Prognosen am stärksten getroffen. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung könnte die Wirtschaft Frankreichs in diesem Jahr um knapp 14 Prozent schrumpfen. Gemessen an den Hochfrequenzdaten des französischen Statistikamts sieht es jedoch danach aus, als hätte die Volkswirtschaft schon im April das Schlimmste überstanden.

War die Wirtschaft im April laut den Schätzungen noch 29 Prozent von der üblichen Wirtschaftsleistung (im Falle keiner Pandemie) entfernt, minimierte sich die Differenz im Juni auf 12 Prozent. Laut dem französischen Finanzminister scheint das Szenario einer V-förmigen Erholung jedoch vom Tisch zu sein. Bruno Le Maire sieht sich insbesondere aufgrund der erneut steigenden Infektionsrate in China und der schwachen Lage der Vereinigten Staaten in seiner Annahme gestärkt.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Europäischer Rat tagt (10:00)
  • EZ: Wirtschaftsbulletin der EZB wird veröffentlicht (10:00)

USD

Stimulus weiterhin notwendig

Ein Grund für den schwachen aber doch erkenntlichen Optimismus liegt in der jüngsten Datenlage. Neben dem US-Arbeitsmarktbericht konnten sich auch die Einzelhandelsumsätze (Dienstag) und die Anzahl neuer Baugenehmigungen festigen. Der US-amerikanische Präsident machte bei seiner zweitägigen Rede vor dem Parlament ebenfalls auf die positiven Entwicklungen aufmerksam. Eine wirkliche Entlastung und Erholung des Konsumenten wird es laut Jerome Powell jedoch erst nach der Zulassung eines Impfstoffs für das Coronavirus geben.

EUR/USD befindet sich auch weiterhin in dem seit Mai anhaltenden Aufwärtskanal, dessen Untergrenze derzeit bei 1,1140 definiert wird. Bewegungen an dieses Niveau könnten durch ein Unterlaufen der Unterstützung bei 1,1220 entfaltet werden. An der Oberseite fungiert 1,1380 als erste Barriere weiterer Aufwertungen des Paares. Der handelsgewichtete US-Dollar-Index kann sich den zweiten Tag infolge festigen und notiert marginal über dem Niveau 97,00.

Risikoereignisse des Tages

  • USD: Arbeitslosenunterstützungen (14:30)

CAD

OPEC bestätigt schwache Ölnachfrage

Nach dem Erreichen eines knapp 20-jährigen Tiefstandes konnte sich der Ölpreis im Laufe der vergangenen Wochen erneut erheblich festigen. Ein 75-prozentiger Fall wurde angesichts der OPEC-Produktionskürzungen und der Lockerungen der staatlichen Sperrmaßnahmen von einer 150-prozentigen Erholung (von $15,90 auf $40,70 je Barrel) gefolgt.

Die Organisation erdölexportierender Nationen untermauert in den gestern veröffentlichten Prognosen jedoch weitestgehend ihre Annahme eines in diesem Jahr unterdrückten Ölpreises. Nach einem Fall um 17 Millionen Barrel pro Tag im zweiten Quartal soll sich die Nachfrage nach dem Rohstoff in diesem Jahr um knapp 9 Millionen Barrel pro Tag fallen (10 Prozent der globalen Nachfrage). Rohstoffabhängige Währungen wie der russische Rubel (RUB), der mexikanische Pesos (MXN), der kanadische Dollar (CAD) und die norwegische Krone (NOK) konnten alle zum größten Teil von der Erholung des Ölpreises profitieren.

Der Rubel befindet sich derzeit mittig zwischen dem breiteren Bewegungsbereich zwischen EUR/RUB 68,00 (Vorkrisen-Niveau) und 88,00 (Krisen-Hoch) positioniert. Einen Tag vor der russischen Zinsentscheidung könnte der Rubel jedoch unter Druck kommen, sollte sich die Notenbank für eine Zinssenkung im Wert von 50 Basispunkten entscheiden.


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