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Wöchentliche Marktberichte

Jun 15, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Covid-19 rückt erneut in den Vordergrund

EUR

Politik dominiert die Woche

Aufgrund der Rücksetzer an den beiden letzten Tagen der vergangenen Woche schafft es die Gemeinschaftswährung nicht, sich die vierte Woche infolge zu festigen. Die positive Tendenz von EUR/USD bleibt jedoch intakt, solange das Währungspaar über der Aufwärtstrendlinie bei derzeit 1,11 notiert. Ein Unterlaufen der Unterstützung könnte Potenzial für Bewegungen bis  1,10 schaffen. An der Oberseite bleibt das Niveau um 1,1370 die größte Barriere weiterer Aufwertungen bis 1,15.

Den ersten Datenpunkt der Woche stellt die deutsche Inflation und die Konjunkturerwartungen am Dienstag dar. Am Mittwoch folgt das europäische Verbrauchervertrauen. Die größten Risikofaktoren sind jedoch auf der politischen Seite zu finden, zumal die Treffen von zwei europäischen Institutionen – Eurogruppe am Donnerstag und der Europäische Rat am Freitag – anstehen.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Britisch-Europäische Austrittsgespräche (10:00)

INTRO

Die zivilen Proteste in den Vereinigten Staaten und die ersten Zeichen der ökonomischen Erholung haben die Covid-19 Pandemie in den vergangenen Wochen zumindest an den Finanzmärkten in den Hintergrund rücken lassen. Mit dem Infektionsanstieg in Peking und Tokio und der Beschleunigung der Fallzahlen in Brasilien und Russland scheinen Investoren der Möglichkeit einer zweiten Infektionswelle jedoch erneut größere Aufmerksamkeit zu schenken. In den Vereinigten Staaten wurden bislang zwei Millionen Menschen infiziert. In Brasilien und Russland sind es 850.000 und 528.000 Menschen. Abgesehen von Großbritannien bleiben die täglichen Neuinfektionen in Europa weiterhin gering.

Nach den geldpolitischen Treffen der europäischen und US-amerikanischen Währungshüter in den vergangenen zwei Wochen bleibt die Geldpolitik weiterhin im Zentrum des Geschehens. Der Präsident der Federal Reserve steht dem amerikanischen Parlament bei der halbjährigen Berichterstattung ab Dienstag Rede und Antwort. Am Gleichen Tag melden sich die japanischen Währungshüter zu Wort, gefolgt von der polnischen Notenbank am Mittwoch. Am Donnerstag rücken die britischen und schweizerischen Notenbanken in den Vordergrund. Den Abschluss der Woche definiert das geldpolitische Treffen der russischen Zentralbank.

An der globalen politischen Bühne könnte es ebenfalls zu neuen Entwicklungen kommen . Die internationale Energieagentur veröffentlicht ihren Marktbericht am Dienstag, gefolgt von dem Treffen der Eurogruppe und der Herausgabe des europäischen Wirtschaftsbulletins am Donnerstag. Am Freitag tagt der Europäische Rat, welcher angesichts der Ankündigung des 750 Milliarden Euro schweren Hilfspakets ebenfalls im Fokus der Marktteilnehmer sein wird.

 

Weltweit bestätigte Coronafälle: 7.817.064

Weltweit bestätigte Todesfälle: 430.605

Weltweit bestätigte Genesungen: 3.727.502

USD

Konsumenten signalisieren Boden?

Die jüngsten Lockerungen der Sperrmaßnahmen tragen in den Vereinigten Staaten erste Früchte. Der am Freitag von der Universität Michigan veröffentlichte Index des Verbrauchervertrauens verzeichnet den größten monatlichen Anstieg seit dem Jahr 2016. Die Ängste um eine zweite Welle und die Anspannungen am Arbeitsmarkt bleiben jedoch ersichtliche Sorgen unter den Konsumenten. Laut der Universität erwarten sich zwei dritten der befragten Haushalte weiterhin unvorteilhafte ökonomische Konditionen für den Rest des Jahres. Knapp die Hälfte der in der Umfrage befragten Konsumenten sind davon überzeugt, dass es einen zweiten wirtschaftlichen Abschwung geben könnte.

Der handelsgewichtete US-Dollar-Index kann sich am Freitag den zweiten Tag infolge festigen, nachdem am Mittwoch ein 3-Monats-Tief gefunden worden war. Die Leitwährung könnte von den jüngst aufgekommenen Ängsten einer zweiten Infektionswelle profitieren. Die Bewegungen des US-Dollars bleiben vor diesem Hintergrund stark von den tatsächlichen Infektionszahlen abhängig.

Risikoereignisse des Tages

  • USA: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

PLN

Verlangsamung der Wirtschaft

Die polnische Notenbank hat im Rahmen der Krisenbekämpfungsmaßnahmen der vergangenen Monate den Leitzins von 1,5 auf 0,1 Prozent gesenkt. In Verbindung mit dem eingeführten Staatsanleihenkaufprogramm haben die Währungshüter den Platz der lockersten Geldpolitik der Region eingenommen. Allzu negative Effekte auf den Zloty hatte das Ganze noch nicht, zumal das derzeitige Risikoumfeld die Aufwärtsbewegung der polnischen Währung unterstützt hat. Nach dem Erreichen eines 80-Tages-Tiefs ist das Währungspaar EUR/PLN jedoch von der Trendlinie bei 4,3660 abgesprungen und konnte sich in den vergangenen zwei Wochen leicht festigen. Zentraleuropa ist aufgrund der offenen Volkswirtschaften erheblich von der globalen Wirtschaftsabkühlung betroffen. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung könnte Polens Wirtschaft dieses Jahr um 7,4 bis 9,8 Prozent sinken. Vor diesem Hintergrund erwarten sich Marktteilnehmer trotz fehlender Erwartungen einer Zinsveränderung Neuigkeiten von der polnischen Notenbank am Mittwoch.

Risikoereignisse des Tages

  • HU: Erträge des Baugewerbes (09:00)
  • PL: Inflation (10:00)


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