Wöchentliche Marktberichte

Jun 10, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die 21-Billionen-Dollar Rally

INTRO

Ganze 21 Billionen US-Dollar haben seit dem Tief im März wieder ihren Weg an die Aktienmärkte gefunden. Die Euphorie an den Märkten in den Vereinigten Staaten verschafft sich auch an den globalen Börsen kräftigen Ausdruck. Der Aktienleitindex MSCI ACWI Index, welcher sowohl die entwickelten als auch die Schwellenländer einbezieht, konnte sich seit dem März-Tief um 42 Prozent festigen. Der deutsche DAX notiert am Montag ganze 56 Prozent höher als noch am 19 März.

Die V-förmige Erholung der risikoreicheren Anlagen wurde jedoch nicht von einer gleichwertigen Erholung der wirtschaftlichen Konditionen begleitet. Die Rally scheint somit vielmehr eine Funktion der Erwartungen einer zukünftigen Wirtschaftsverbesserung und der jüngst in die Märkte eingeflossenen Zentralbankliquidität zu sein. Dies verrät ein Blick auf die an Unternehmen vergebenen Kredite in der Eurozone und den USA und auch der beachtliche Anstieg der breiteren Geldmenge M2. Dass die Weltwirtschaft ebenfalls eine erste Bodenbildung signalisieren konnte scheint ebenfalls von Bedeutung zu sein und treibt die Bewertungen nach oben.

In der Zwischenzeit kämpfen die Euro-Bullen daran, den Aufwärtstrend der Gemeinschaftswährung aufrechtzuhalten. Der Rücksetzer am Freitag welcher nach der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts folgte wurde gestern zur Gänze aufgehoben. In diesem Sinne rückt die heutige Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank in den Vordergrund. In den Schwellenländern und Zentraleuropa hielten sich die Währungsbewegungen am gestrigen Handelstag in Grenzen.

 

Weltweit bestätigte Coronafälle: 7.238.768

Weltweit bestätigte Todesfälle: 411.279

Weltweit bestätigte Genesungen: 3.371.823

EUR

Schwacher deutscher Außenhandel

Der historisch bedeutende Fall der deutschen Industrieproduktion und der Handelsdaten kommt angesichts früherer Leitindikatoren und der Sperrmaßnahmen der vergangenen Monate nicht als Überraschung. Die deutschen Exporte fallen im April auf Monatsbasis um 24 Prozent. Importe erleiden einen Fall von 16,5 Prozent. Als Trostpreis sehen Investoren zumindest die Erwartungen diverser Ökonomen einer Erholung im dritten Quartal. Nichtsdestotrotz werden sich Eurozone und insbesondere die exportorientierten Volkswirtschaften wie Deutschland nicht nur auf den Außenhandel verlassen können, um die Wirtschaft wieder auf die Beine zu bringen. Schwache Lieferketten und eine geringe externe Nachfrage nach Importgütern werden den Fokus fürs Erste auf den Konsumenten und die privaten und staatlichen Investitionen verlagern.

Risikoereignisse des Tages

  • FR: Industrieproduktion (08:45)

USD

Längste Expansion zu Ende

Die Vereinigten Staaten sich seit Februar offiziell in einer Rezession. Die längste Expansion der US-amerikanischen Wirtschaft seit mindestens 1854 ist somit zu Ende. Marktteilnehmer erwarten sich zwar keine Veränderung des Zinsniveaus bei dem heutigen geldpolitischen Treffen der Notenbank. Nichtsdestotrotz stehen drei Elemente im Rahmen der Zinsentscheidung im Fokus. Neben den Veröffentlichungen der neuen Wirtschaftsprognosen und dem „Dot-Plot“ – der Prognose der Zinsniveau für die kommenden Monate – meldet sich Powell bei der Pressekonferenz nach der Zinsentscheidung zu Wort.

Risikoereignisse des Tages

  • USA: Fed Zinsentscheidung (20:00)
  • USA: Fed Pressekonferenz (20:30)

CEE

Vorerst stabilisiert

Nach einigen äußerst volatilen Wochen scheinen sich die zentraleuropäischen Währungen erneut stabilisiert zu haben. Die einwöchige realisierte Volatilität der tschechischen Krone lag mit dem Abschluss des gestrigen Handelstages bei 1,4 Prozent. Die Spanne des polnischen Zloty und des ungarischen Forints lagen bei jeweils 1,80 und 0,80 Prozent. EUR/PLN befindet sich somit in der Bewegungsspanne zwischen 4,40 und 4,51, wobei Krone relativ zentriert zwischen EUR/CZK 26,00 und 27,00 positioniert ist.


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