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Wöchentliche Marktberichte

Jun 09, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Positiver Wochenauftakt – Weltbank warnt

INTRO

Die globalen Finanzmärkte finden im Großen und Ganzen einen positiven Wochenauftakt. Angesichts der fehlenden politischen und wirtschaftlichen Schlagzeilen hielten sich die Bewegungen an den Währungsmärkten in Grenzen. Die jüngst positiven Datenveröffentlichungen und das im April und Mai von den Zentralbanken injizierte Kapital scheinen den Börsen deutlichen Rückenwind geboten zu haben.

Marktteilnehmer haben den gestern veröffentlichten Wirtschaftsprognosen der Weltbank größtenteils keine Aufmerksamkeit geschenkt. Laut der Institution könnte  die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 5,2 Prozent schrumpfen. Geschätzt 90 Prozent der Nationen werden eine jährliche Kontraktion verzeichnen, die größte Anzahl seit mindestens dem Jahr 1870. Eine Ungewöhnlichkeit im Vergleich zu den Krisen der vergangenen Dekaden liegt in der drastischen Wirtschaftsabkühlung in den Schwellenländern, welche laut der Weltbank zum ersten Mal seit den 1960ern eine Kontraktion verzeichnen könnten.

Die spanische Zentralbank, welche gestern ebenfalls neue Prognose veröffentlicht hat, sieht für die heimische Ökonomie einen Einbruch von schlimmstenfalls 15 Prozent. In der Zwischenzeit verzeichnete Deutschland im April mit einem Rückgang von 17,9 Prozent den größten Fall der Industrieproduktion aller Zeiten. Heute tagt der europäische Rat für Wirtschaft und Finanzen und wird von dem Treffen der Finanzminister am Donnerstag gefolgt. Die jüngst angekündigte Ausweitung der Hilfspakete wird sicherlich im Fokus der Gespräche stehen. Am Mittwoch rückt die Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank in den Vordergrund.

 

Weltweit bestätigte Coronafälle: 7.119.736

Weltweit bestätigte Todesfälle: 406.542

Weltweit bestätigte Genesungen: 3.293.975

EUR

Industrieproduktion im April eingebrochen

Die deutsche Industrieproduktion scheint darauf hinzudeuten, dass die größte Volkswirtschaft der Eurozone im April den schwächsten Monat aller Zeiten hatte. Gegenüber dem Vormonat ist die Produktion um 17,9 Prozent eingebrochen. Auf Jahresbasis summiert sich der Rückgang auf knapp 25 Prozent. Zukunftsorientierte Leitindikatoren wie das gestern veröffentlichte Verbrauchervertrauen in der Eurozone deuten indes auf weitere Erholungen. Das Stimmungsbarometer steigt im Mai von minus 41,8 auf minus 24,8. In diesem Sinne könnten die deutschen Handelsdaten neue Erkenntnisse über den Stand der Volkswirtschaft liefern.

EUR/USD notiert nach einer marginal korrektiven Bewegung weiterhin über dem unmittelbaren Unterstützungsniveau bei 1,1220/40. Ein Unterlaufen könnte zur weiteren Konsolidierung führen. An der Oberseite gilt das am Freitag erreichte Hoch bei 1,1380 als erste Barriere einer fortführenden Aufwärtsbewegung.

EUR/CHF verzeichnet nach fünft täglichen Aufwertung infolge den ersten Rücksetzer und notiert erneut unter 1,0850. Der erste Referenz- und Unterstützungspunkt liegt bei dem 200-tägigen Durchschnittswert bei 1,0790.

Risikoereignisse des Tages

  • DE: Handelsdaten (08:00)
  • EZ: Europäischer Rat für Wirtschaft und Finanzen tagt (10:00)
  • EZ: Bruttoinlandsprodukt (11:00)

USD

Neues Instrument von der Fed zu erwarten?

Wie auch am gestrigen Handelstag fällt der heutige Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten mager aus. Ohne fundamentale Veröffentlichungen könnten sich die Bewegungen an den Märkten in Grenzen halten. Am Mittwoch wechselt der Fokus erneut auf die US-amerikanische Notenbank, welche ihre Zinsentscheidung verkündet. Veränderungen des Zinsniveaus werden nicht erwartet. Nichtsdestotrotz bleibt das Treffen aufgrund offener Fragen interessant. Ein Thema, welches eine hohe Aufmerksamkeit genießen könnte, ist die mögliche Ankündigung neuer geldpolitischer Instrumente.

In der vergangenen Wochen scheinen sich die Währungshüter mit dem sogenannten „Yield Capping“ beschäftigt zu haben. In dem Verfahren werden die Zinsen, unabhängig von den Bedingungen an den Märkten, konstant an einem gewissen Niveau gehalten. Dies gewährleistet insbesondere in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten Transparenz und eine verbesserte „Forward-Guidance“. Dieses Instrument ist in den Vereinigten Staaten seit dem Jahr 1951 nicht mehr zum Einsatz gekommen, wird derzeit jedoch von den Währungshütern in Australien verwendet.

Risikoereignisse des Tages

  • USA: Keine Wirtschaftsveröffentlichung

HUF

Autoproduktion sinkt im April um 80 Prozent

Wie Deutschland verzeichnete auch die exportorientierte tschechische Volkswirtschaft deutliche Rücksetzer in den vergangenen Monaten. Die Industrieproduktion des zentraleuropäischen Landes ist im April um 34 Prozent gefallen. Die Einzelhandelsumsätze sinken um 10,6 Prozent. Insbesondere die systemrelevante Produktion von Kraftfahrzeugen erleidet in Tschechien einen Absturz und bricht auf Jahresbasis um 80 Prozent ein. Die Datenlage vom Monat Mai zeigt auf eine Bodenbildung der regionalen Volkswirtschaften, auch wenn sich das tschechische Konsumentenvertrauen nur marginal festigen konnte. Regionale Währungen verzeichnen angesichts der fehlenden globalen Entwicklungen marginale Bewegungen und einen ruhigen Wochenauftakt.


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