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Wöchentliche Marktberichte

Jun 08, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Datenlage überzeugt - Schwellenländer im Höhenflug

INTRO

Der vor dem Wochenende veröffentlichte US-amerikanische Arbeitsmarktbericht ist das bis dato deutlichste Zeichen einer Bodenbildung der größten Volkswirtschaft der Welt. Mit knapp 21 Millionen Arbeitslosen und anhaltenden Protesten in den Staaten könnten die strukturellen Probleme jedoch noch eine Weile anhalten. Investoren fühlten sich in ihrer Annahme einer ökonomischen Erholung nichtsdestotrotz bestätigt, angetrieben durch die jüngsten Lockerungen der globalen Sperrmaßnahmen, und drängten erneut in risikoreichere Anlagen und Währungen.

Von der Kapitalverlagerung konnten insbesondere Anlagen in Schwellenländern profitieren. Investoren scheinen erneut die „Suche nach Renditen“ begonnen zu haben, angesichts der im Laufe der Coronakrise deutlich reduzierten Leitzinsen in den entwickelten Ländern. Der MSCI Leitindikator für Währungen in Schwellenländern verzeichnet die beste Woche in vier Jahren, wobei der Aktienleitindex für Schwellenländer die beste Woche seit mehr als acht Jahren erlebt. Weltweit haben in den vergangenen sieben Tagen mehr als eine Billion US-Dollar ihren Weg erneut in Schwellenländer gefunden. Der unerwartet positive US-Arbeitsmarktbericht führt trotzdem zu der ersten Aufwertung des US-Dollars in den letzten neun Tagen.

Der Ölpreis konnte ebenfalls von der Rally an den Märkten profitieren und steigt die sechste Woche infolge. Die jüngste Entscheidung der Opec-Plus-Länder, die Produktionskürzungen im Juli fortzuführen, wurde ebenfalls positiv aufgefasst. Mexiko hat sich den Vorhaben nicht angeschlossen. Den Höhepunkt der Woche bildet die geldpolitische Sitzung der Federal Reserve am Mittwoch. Einen Tag danach beraten die europäischen Finanzminister in ihrer monatlichen Videokonferenz über die Lage der Binnenwirtschaft. 

Weltweit bestätigte Coronafälle: 7.015.079

Weltweit bestätigte Todesfälle: 402.852

Weltweit bestätigte Genesungen: 3.142.453

EUR

Erste Abwertung in neun Tagen

Eine der längsten Euro-Rallys der letzten zehn Jahre ist am Freitag zu Ende gegangen. Nach acht täglichen Aufwertung infolge erleidet die Währung angesichts des überraschend positiven US-Arbeitsmarktberichts den ersten Rücksetzer der Woche. Wie auch bei der Rally im März diesen Jahres schafft es das Währungspaar EUR/USD nicht, sich über dem 200-wöchentlichten gleitenden Durchschnitt bei 1,1330 zu halten.

Die durch die europäische Notenbank induzierte Aufwärtsbewegung könnte somit an Fahrt verlieren und kurzzeitig Korrekturen in Kauf nehmen. Der längerfristige Ausblick bleibt von Faktoren wie dem amerikanisch-chinesischen Handelskrieg, der US-Präsidentschaftswahl im November und den Wachstumsraten der beiden Regionen abhängig.

Den europäischen Höhepunkt der Woche stellt das virtuelle Treffen der europäischen Finanzminister am Donnerstag dar. Datenseitig steht die Veröffentlichung des endgültigen Bruttoinlandsprodukts für die Eurozone (Q1) und die Industrieproduktion an der Wochenordnung.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: EZB-Präsidentin Christine Lagarde spricht (17:45)

USD

Aufbau von 2,5 Millionen Arbeitsstellen

Laut dem am Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktbericht hat die US-amerikanische Wirtschaft im Mai 2,5 Millionen Stellen geschaffen. Eine unglaubliche Leistung angesichts des von Ökonomen erwarteten Abbaus von knapp acht Millionen Stellen. Die Arbeitslosenquote hat sich auf 13 Prozent gelockert. Erwartet war ein Anstieg auf 20 Prozent. Risikoreichere Anlagen und Währungen reagierten positiv auf das Zeichen einer Stabilisierung der größten Ökonomie der Welt. Aufgrund der zweiwöchigen Abwertung des US-Dollars konnte sich die Währung am Freitag somit erneut festigen. Der handelsgewichtete US-Dollar-Index verzeichnet die erste Aufwertung der letzten neun Tage.

Risikoereignisse des Tages

  • USA: Keine Wirtschaftsveröffentlichung

HUF

Präsident der Notenbank tritt zurück

Der ungarische Zentralbankpräsident Marton Nagy ist in der vergangenen Woche zurückgetreten. Die Nomination des Geschäftsführers der Institution, Barnabas Virag, soll eine glatte Weiterführung der momentanen Politik gewährleisten. Die Währungshüter haben sich in den vergangenen Jahren für eine lockere Geldpolitik ausgesprochen. Im Rahmen der Lockerung wurden die Zinsen gering und die eigene Währung schwach gehalten. Laut heimischen Marktteilnehmern sollte diese Zielsetzung mit dem wahrscheinlichen neuen Präsidenten nicht in Gefahr kommen.

An der Datenfront zeigten die Veröffentlichungen der vergangenen Woche erneut das wirtschaftliche Ausmaß der Coronakrise. Die ungarischen Industrieerträge sind im April auf Jahresbasis um 36,8 Prozent gesunken. In Tschechien fallen die Einzelhandelsumsätze im April um 10,6 Prozent, der größte monatliche Rücksetzer aller Zeiten. In der Zwischenzeit wurde in Polen der 28. Juni als Datum für die anstehende Präsidentschaftswahl fixiert. Die regierende PiS-Partie hat derzeit eine fragile Mehrheit, welche durch die mögliche Wiederwahl von Andrzej Duda gestärkt werden könnte.

Risikoereignisse des Tages

  • CZ: Industrieerträge (09:00)
  • CZ: Handelsbilanz (09:00)


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