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Wöchentliche Marktberichte

Jun 04, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Rally an den Börsen geht weiter

INTRO

Angesichts des Coronavirus und der Anspannungen bezüglich der Lage in Hongkong scheinen politische Analysten die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenbruchs des Abkommens wieder in den Raum der Möglichkeiten gestellt zu haben. Die Probleme an der heimischen politischen Front belasten die Vereinigten Staaten und könnten den US-Präsidenten unter Zugzwang bringen. Noch geben sich beide Parteien nach Außen kooperativ.

In der Zwischenzeit haben sich auch die Proteste in den Vereinigten Staaten wieder leicht gelegt. In Verbindung mit der jüngsten Datenlage sehen sich Investoren in ihrer neuerlich erhöhten Risikobereitschaft bestätigt. Zwar zeigen die Wirtschaftsveröffentlichungen, gestern die schwachen US-Werkaufträge und der Anstieg der deutschen Arbeitslosenquote, weiterhin auf einen fragilen Zustand der breiteren Ökonomie. Das Schlimmste scheint die Weltwirtschaft laut der Datenlage jedoch hinter sich gebracht zu haben.

Die in den vergangenen zwei Wochen eingetretene Kapitalverlagerung scheint somit ein anlageklassen-übergreifendes Phänomen darzustellen. Der Ölpreis Sorte Brent notierte zum ersten Mal seit Anfang März erneut über 40 US-Dollar je Barrel. Sichere Währungen wie der Schweizer Franken und der US-Dollar mussten deutliche Rücksetzer einstecken und die zentraleuropäischen Währungen finden mehrwöchige Höhen.

Wie lange die optimistische Rally der risikoreicheren Anlagen vor dem Hintergrund der zugrundeliegenden Unsicherheit andauern kann und ob sich der kurzfristige Optimismus in einen nachhaltigen Aufwertungstrend entwickeln kann, bleibt derzeit noch offen. Diese Tatsache hat der jüngsten Aufwärtsbewegung an den Börsen den Titel der „meistgehassten Rally aller Zeiten“ beschert, proklamiert durch das US-amerikanische Wall Street Journal und das deutsche Handelsblatt.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 6.511.696

Weltweit bestätigte Todesfälle: 386.073

Weltweit bestätigte Genesungen: 2.807.420

EUR

Märkte hoffen auf Stimulus der EZB

Die positive Stimmung an den globalen Finanzmärkten und die Hoffnung auf weiteren Stimulus der europäischen Notenbank treiben den Euro nach oben. Die jüngste Aufwärtsbewegung steht kurz vor der heutigen Zinsentscheidung der Währungshüter vor dem Scheideweg. Eine Bestätigung der erwarteten Ausweitung des Hilfspakets und weitere Zusatzmaßnahmen könnten die Märkte glücklich stimmen und der Rally eine geldpolitische Fundierung geben. Dies könnte der nun siebentägigen Aufwertung (+3,20 %)  Rückenwind bieten. Eine negative Enttäuschung bietet Raum für Rücksetzer. Das erste Niveau auf der Unterseite wäre die psychologische Unterstützung bei EUR/USD 1,12, gefolgt von 1,1160.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Brexit-Verhandlungen beginnen (10:00)
  • EZ: EZB Zinsentscheidung (13:45)
  • EZ: EZB Pressekonferenz (14:30)

USD

Handelsabkommen in Gefahr?

Einer der Grundsteine des im Januar unterzeichneten amerikanisch-chinesischen Handelsabkommens sieht sich zunehmend in Gefahr gebracht. Internen Quellen zufolge – von der Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet – scheinen chinesische Offizielle staatlichen Agrarunternehmen den Kauf von amerikanischen Gütern, unter anderem Sojabohnen, verboten zu haben. Eine Bedingung im ausgehandelten Waffenstillstand der beiden Nationen war die Bereitschaft Chinas, Agrarprodukte im Wert von 36,5 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr zu erwerben.

Datenseitig bildete der gestrige Tag eine erneute Fülle an neuen Wirtschaftsveröffentlichungen ab. Im Großen und Ganzen scheint die Annahme der Bodenbildung breite Bestätigung zu finden, auch wenn die Werkaufträge im April um 13 Prozent in die Tiefe fallen. Dem größten Industriefall seit mindestens 1991 schenkten Marktteilnehmer keine Aufmerksamkeit, da die Datenlage aus dem Monat April schon als veraltet gilt. Indes festigt sich der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe von 41,8 auf einen Wert von 45,4. Auch der private US-Arbeitsmarktbericht fällt positiver aus als erwartet. Die Skepsis an den Märkten bleibt jedoch bestehen, solange die öffentlichen Daten des Arbeitsministeriums (Freitag) nicht veröffentlicht worden sind.

Risikoereignisse des Tages

  • USA: Anträge der Arbeitslosenunterstützung (14:30)

CEE

Stabilisierung, fürs Erste

Zentraleuropäische Währungen gönnen sich nach der mehrtägigen Aufwärtsbewegung eine Verschnaufpause. EUR/PLN findet ein neues 11-Wochen-Hoch bei 4,37, kann sich am gestrigen Handelstag jedoch wieder leicht festigen. Die seit dem 14. Januar anhaltende Aufwärtstrendlinie scheint fürs Erste gehalten zu haben. Bei EUR/CZK hat sich das Niveau um 26,48/26,58 als Unterstützung etabliert, welche vorzeitig weitere Bewegungen nach unten limitiert. Der tschechische Zentralbankpräsident Jiri Rusnok hatte gestern erneut die Möglichkeit einer weiteren Zinssenkung in den Raum der Möglichkeiten gestellt.


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