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Wöchentliche Marktberichte

Jun 03, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Höhenflüge – Unruhen unbeachtet

Intro

Der laut einigen politischen Beobachtern unverhältnismäßige polizeiliche Angriff auf die vor dem Weißen Haus protestierenden Massen scheint Donald Trump in Schwierigkeiten zu bringen. Der demokratische Herausforderer Joe Biden scheint sich dabei vehement gegen das laut eigenen Aussagen falsche Krisenmanagement zu stellen und betont eigene Pläne zur Bekämpfung des systemischen Rassismus.

Die weiterhin anhaltenden Proteste in den Vereinigten Staaten scheinen die Börsen jedoch kaum zu tangieren. Der US-Leitaktienindex SP500 steigt nach der zweiten täglichen Festigung infolge auf ein knapp dreimonatiges Hoch. Der deutsche Dax befindet sich nur 1,7 Prozent unterhalb des 200-tägigen gleitenden Durchschnitts. Ein Ausbruch jenseits des Niveaus könnte Investoren ein positives Kaufsignal verschaffen.

EUR/USD befindet sich auf gutem Weg, die siebte tägliche Aufwertung infolge zu verzeichnen und notiert zum ersten Mal seit dem März über dem Niveau 1,12. Die zentraleuropäischen Währungen werten angetrieben durch das positive Risikosentiment auf und erreichen mehrmonatige Höhen.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 6.382.952

Weltweit bestätigte Todesfälle: 380.318

Weltweit bestätigte Genesungen: 2.731.340

EUR

Alle Blicke auf die EZB gerichtet

Die europäische Gemeinschaftswährung steht nach der sechsten täglichen Aufwertung infolge erneut im Rampenlicht. Zwei politische Faktoren könnten in diesem Sinne das kurzfristige Schicksal der Währung bestimmen. Auf der geldpolitischen Seite steht am Donnerstag die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank bevor. Die meisten von Bloomberg befragten Ökonomen gehen von keiner Veränderung des Zinsniveaus aus, was die Aufmerksamkeit auf das Anleihenkaufprogramm verlagern wird.

In diesem Zusammenhang wird eine Ausweitung des 750 Milliarden Euro schweren Stimuluspakets um weitere 500 Milliarden Euro erwartet. Welchen unmittelbaren Effekt eine größere Reaktion (mehr als 500 Milliarden) der Notenbank auf die Gemeinschaftswährung haben könnte bleibt jedoch offen. Die Ankündigung einer Ausweitung der geldpolitischen Mittel würde unter normalen Umständen zwar einen negativen Effekt mit sich bringen. Im Falle der politisch fragmentierten Eurozone könnte die Maßnahme jedoch die Risikoprämien Italiens und Spaniens senken und dem Euro Rückenwind bieten. Aufgrund der somit fehlenden Klarheit der Wechselwirkung bleibt das Ereignis am Donnerstag ein Risikofaktor.

Kurzfristig scheint die Rally des EUR/USD an Fahrt zu verlieren, was das Währungspaar anfällig für potenzielle Rücksetzer macht. Insbesondere mit der Berücksichtigung des von der europäischen Kommission angekündigten und noch nicht von den Mitgliedsländern bestätigten Hilfspakets im Wert von 750 Milliarden Euro. Bewegungen des Währungspaares jenseits der 1,12-Marke müssten neben einer weiterhin anhaltenden Dollar-Schwäche ebenfalls von einer positiven Lösung der beiden genannten politischen Risikofaktoren begleitet werden.

Risikoereignisse des Tages

  • DE: Arbeitslosenquote (09:55)
  • EZ: Arbeitslosenquote (11:00)

CHF

Dritte wöchentliche Aufwertung infolge?

Wie am gesamten europäischen Kontinent, ist auch die schweizerische Wirtschaftsaktivität nicht von den Folgen der staatlichen Sperrmaßnahmen verschont geblieben. Nach einem 5,8-prozentigen Fall im März verzeichnen die Einzelhandelsumsätze in der Schweiz auch im April einen erneuten Rücksetzer und fallen auf Jahresbasis um 19,9 Prozent. Der am Montag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex (EMI) scheint für das verarbeitende Gewerbe ebenfalls eine deutliche Abkühlung widerzuspiegeln.

Das Stimmungsbarometer (EMI) bleibt weiterhin im negativen Bereich (unter 50), kann sich jedoch von 36,2 im April auf einen Wert von 42,1 im Mai festigen. Die ebenfalls gestern veröffentlichten Sichteinlagen der Schweizer Notenbank, ein Indikator für die Stärke der Währungsintervention, sind auf Wochenbasis erneut gestiegen, wenn auch mit einer deutlich geringeren Wachstumsrate.

Die jüngste Aufwertung der europäischen Gemeinschaftswährung bietet den Währungshütern in der Schweiz eine verdiente Verschnaufpause. In Verbindung mit den Schwächungsversuchen der eigenen Währungen kann die leichte Erholung des EUR/CHF auf die derzeitige USD-Schwäche und die positiven Entwicklungen in der europäischen Politik zurückgeführt werden. Ein Ausbruch jenseits des Niveaus 1,0770 (200-täglicher MA) und folglich 1,0810 (50-wöchentlicher MA) könnte zum ersten Mal seit mehreren Monaten eine positive Tendenz des Paares signalisieren.

Risikoereignisse des Tages

  • CHF: Bruttoinlandsprodukt Q1 (09:00)

CEE

Profiteure vom verbesserten Marktsentiment

Zentraleuropäische Währungen befinden sich auf dem Weg zur dritten wöchentlichen Aufwertung infolge. Trotz einer zuletzt schwachen Datenlage und einer erneuten Zinssenkung der polnischen Notenbank scheint der Zloty jedoch keinen Halt zu machen. EUR/PLN unterläuft am gestrigen Handelstag die Unterstützung bei 4,40 und sieht sich nun der seit Januar bestehenden Aufwärtstrendlinie bei 4,36 (200-tägiger MA) entgegen.

Die tschechische Krone folgt dem Zloty auf dem Weg nach oben und wertet auf ein neues 11-Wochen-Hoch auf. Bei einer vollkommenen Ausschöpfung des derzeitigen Aufwärtspotenzials der Krone könnte EUR/CZK bis auf 26,00 fallen. Aufgrund der stark negativen Korrelation zwischen dem US-Dollar und den zentraleuropäischen Währungen bleiben die weiteren Aufwertungen des Zloty, der Krone und des Forint von der globalen Dynamik und der Bewegungen des EUR/USD bestimmt.


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