Wöchentliche Marktberichte

Jun 02, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Positive Daten überschatten politische Unsicherheiten

Intro

Ein neuer Monat bringt unweigerlich auch neue Wirtschaftsveröffentlichungen mit sich. Nach einer Phase der „makroökonomischen Irrelevanz“, in welcher Investoren die neuen Daten größtenteils ignoriert hatten, scheinen diese nun wieder an Bedeutung zu gewinnen. Insbesondere da die ersten Leitindikatoren für den Monat Mai eine Bodenbildung der Weltwirtschaft signalisieren, eine Tatsache, welche Marktteilnehmer glücklich stimmt.

Die Wirtschaftsdaten zeigen auf der anderen Seite jedoch auch, dass die Kontraktion der Volkswirtschaftlichen im zweiten Quartal wohl deutlich tiefer sein wird, als vorerst angenommen. Dies scheint die anfangs gehegte Hoffnung einer V-förmigen Erholung wohl im Keim erstickt zu haben. Die gesternveröffentlichten Einkaufsmanagerindizes – ein Stimmungsbarometer für das verarbeitende Gewerbe – für Deutschland, Japan, Italien und die USA bleiben trotz deutlicher Verbesserungen zum Vormonat weiterhin im negativen Bereich. Dies deckt sich auch mit den Daten des niederländischen CPB Bureau for Economic Policy, welches eine vierteljährliche Kontraktion der globalen Industrieproduktion von 4,2 Prozent berechnet hat.

Der Anstieg der risikoreichen Anlagen und Währungen basiert somit auf den jüngsten Zeichen einer langsamen aber stetigen Erholung der Weltkonjunktur. Die Unsicherheitsfaktoren rund um den amerikanisch-chinesischen Handels- und Diplomatiedisput, die entfachten Proteste in diversen US-Bundesstaaten und die erneute Furcht um ein No-Deal Brexit scheinen noch keine Aufmerksamkeit an den Börsen und Währungsmärkten zu erhalten.

Vor diesem Hintergrund findet der Euro gegenüber dem US-Dollar ein 11-Wochen Hoch , während die zentraleuropäischen Währungen von dem unerwartet positiven Risikosentiment profitieren konnten. Die makroökonomische Unsicherheit bleibt trotz der sinkenden impliziten Volatilitäten jedoch weiterhin vorhanden und könnte zu kurzfristigen Schwankungen der Währungen führen.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 6.270.758

Weltweit bestätigte Todesfälle: 375.656

Weltweit bestätigte Genesungen: 2.697.094

EUR

2-Monats-Hoch

Die europäische Gemeinschaftswährung nimmt die positive Dynamik der vergangenen Tagen mit in die neue Woche und festigt sich gegenüber dem US-Dollar den fünften Tag infolge. Der Optimismus über die Lockerungen der Sperrmaßnahmen und das vorgestellte Hilfspaket der europäischen Kommission geben dem Euro Rückenwind und helfen der Währung auf ein 2-Monats-Hoch. Wenige Tage vor dem geldpolitischen Treffen der europäischen Notenbank könnte eine mögliche Ausweitung der expansiven Geldpolitik – in Form einer Erhöhung der Anleihenkäufe – jedoch weitere Aufwertungen jenseits der EUR/USD 1,1150 limitieren. Insbesondere da die EU-UK Handelsgespräche und der US-China Handelsdisput erneut in den Fokus der Märkte rücken.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Keine Wirtschaftsveröffentlichung

USD

Konflikte noch ohne Vorteil für den Dollar

Die jüngst veröffentlichten Leitindikatoren und die in diversen Bundesstaaten ausgebrochenen Proteste scheinen eine langsame Erholung der US-amerikanischen Wirtschaft vermuten zu lassen. Die in der vergangenen Woche für den Monat April veröffentlichten Konsumausgaben verzeichneten mit dem 13,6-prozentigen Fall den größten Rücksetzer seit dem Jahr 1959. Die Schwäche im Einzelhandel könnte sich aufgrund der jüngsten Proteste gegen die Polizeigewalt in die Länge ziehen.

Nichtsdestotrotz scheinen die weltweiten Lockerungen der im Laufe der Coronakrise eingeführten Sperrmaßnahmen erste Früchte zu tragen. Der US-amerikanische Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, einer der wichtigsten wirtschaftlichen Leitindikatoren, steigt im April von seinem 11-jährigen Tief (41,5) empor, bleibt mit einem Wert von 43,1 jedoch weiterhin in der Kontraktion.

Der US-Dollar-Index (DXY) verzeichnet im Rahmen der staatlichen Lockerungsmaßnahmen und der positiven Kapitalverlagerung in risikoreichere Währungen die fünfte tägliche Abwertung infolge und fällt auf ein 11-Wochen-Tief. Die Entscheidung des US-amerikanischen Präsidenten, keine Sanktionen gegen China zu erlassen, scheinen die Märkte positiv aufgefasst zu haben. Die Konflikte der beiden Nationen an diversen Fronten (Geo- Geld- Währungs- Handelspolitik) könnte die Nachfrage nach sicheren Anlagen jedoch erneut zum Vorschein bringen.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Keine Wirtschaftsveröffentlichung

CEE

Deutliche Festigung

Die erste Datenveröffentlichung der Woche deutet auf eine Erholung der zentraleuropäischen Volkswirtschaften. In Polen festigt sich der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe von 31,9 auf einen Wert von 40,6. In Tschechien steigt das Stimmungsbarometer auf 39,6 und trifft somit größtenteils die im Vorhinein gehegten Erwartungen. Trotz der ersten Öffnungsversuche der Ökonomien bleibt die globale Nachfrage nach Industriegütern gering, was insbesondere export-orientierte Nationen wie die Tschechische Republik stark getroffen hat.

Die zentraleuropäischen Währungen konnten in den vergangenen Tagen jedoch von dem globalen Optimismus über die erneute Öffnung der Weltwirtschaft profitieren und werten auf. Der polnische Zloty, die tschechische Krone und der ungarische Forint finden gegenüber dem Euro ein 11-Wochen-Hoch. Aufgrund der nun niedrigen Zinsen in der Region bleiben die Währungen von dem globalen Sentiment getrieben. Den größten Risikofaktor stellt derzeit somit eine Eskalation zwischen China und den USA dar.

Risikoereignisse des Tages

  • CZ: Bruttoinlandsprodukt Q1 (09:00)


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