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Wöchentliche Marktberichte

Mai 28, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Europas Moment und Sanktionen gegen China?

Intro

Die impliziten Volatilitäten an den globalen Finanzmärkten sind zwar analog mit der täglichen Infektionsrate gesunken. An Schlagzeilen und marktbewegenden Ereignissen scheint es in dieser, wie auch in der vergangenen Woche, jedoch nicht zu fehlen.

Die jüngste deutsch-französische Einigung über die Struktur eines neuen Hilfspakets galt als der erste Meilenstein in der europäischen Schuldenfrage. Nun geht die Idee der gemeinsamen Schuldenaufnahme in die zweite Runde und findet mit der gestrigen Ankündigung einen Zuspruch bei der europäischen Kommission. Mit einem 750 Milliarden Euro schweren Hilfspaket will die Institution der größten Krise seit Anbeginn der Eurozone entgegenwirken. 500 Milliarden Euro sollen in Form von nicht rückzahlbarer Zuwendungen bereitgestellt werden, der Restbetrag als Kredite. Gemessen am direkten Geldbetrag würden Italien (81 Mrd.), Spanien (77 Mrd.), Frankreich (38,8 Mrd.) und Polen (37,7 Mrd.) am stärksten von dem Vorschlag profitieren.

Eine gemeinsame Verschuldung soll die Rettungsmaßnahme laut der Kommission nicht darstellen , da diese ein einmaliger Gesetzesbeschluss wäre und die Länder nur anteilig (gemessen an der wirtschaftlichen Stärke) für die Schulden haften müssten. Die Bestätigung des Krisenbekämpfungsplans durch die einzelnen Mitgliedstaaten könnte sich wie von politischen Analysten jedoch in die Länge ziehen oder im schlimmsten Fall keinen Zuspruch finden.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 5.695.290

Weltweit bestätigte Todesfälle: 355.692

Weltweit bestätigte Genesungen: 2.351.177

EUR

Durchstoßen der $1,10?

Die unmittelbaren Profiteure des von der europäischen Kommission vorgeschlagenen Hilfspakets scheinen europäische Staatsanleihen zu sein. Obwohl noch auf eine Bestätigung der einzelnen Mitgliedsstaaten zu warten ist, kann der Fall der Renditen als ein erstes Aufatmen der europäischen Investoren angesehen werden. Die Staatsanleihenrenditen Spaniens sinken um rund acht Prozent, die griechischen und italienischen um jeweils vier und drei Prozent.

Die europäische Gemeinschaftswährung kämpft den Tag über mit der Barriere $1,10. Ein nachhaltiges Überschreiten des Widerstandes könnte das Niveau um 1,1050 in den Fokus bringen (200-Wochen gleitender Durchschnitt). An der Unterseite gilt 1,09 als erste Unterstützung bei potenziellen Rücksetzern.

EUR/CHF findet infolge der europäischen Stimulusankündigung ein 80-Tages-Hoch (1,0690), erleidet aufgrund der erneuten US-China Anspannungen im abendlichen Handel jedoch einen Fall auf 1,0630.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Verbrauchervertrauen (11:00)
  • DE: Verbraucherpreisindex (14:00)

USD

Neue Sanktionen?

An der globalen politischen Front steigen die Anspannungen nach einer langen Ruhephase wieder an. Der US-amerikanische Präsident will noch in dieser Woche Maßnahmen gegen China in Erwägung ziehen, nachdem der chinesische Volkskongress das Hongkong Sicherheitsgesetz vorgestellt hatte. Ebenfalls könnten neue Sanktionen gegen chinesische Beamte eingeführt werden, angesichts der vermuteten Menschenrechtsverletzung gegen die muslimische Minderheit in China.

Der US-Dollar bleibt gegenüber den meisten Währungen unverändert gegenüber dem Vortag. Der chinesische Yuan findet nach einer schwächer als erwarteten Wechselkurssetzung der Notenbank ein 8-Monats-Hoch gegenüber dem US-Dollar und ein 2-Monats-Hoch gegenüber dem Euro.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Q1 Bruttoinlandsprodukt – 2.Schätzung (14:30)
  • US: Arbeitslosenunterstützungen (14:30)

PLN

Wird die Zinsneutralität bestätigt?

Der polnische Zloty nimmt das Momentum der ersten zwei Wochentage mit und wertet angesichts der erwarteten Zinsneutralität auf ein 10-Wochen-Hoch auf. Im Gegensatz zu dem Zloty bleiben die tschechische Krone und der ungarische Forint nicht von dem Rücksetzer der globalen Risikobereitschaft, hervorgerufen durch die US-China Anspannungen, verschont. EUR/CZK kehrt den leichten Abwärtstrend um, nachdem die Unterstützung bei 27,00 gehalten hat.

Im heutigen Fokus steht die polnische Zinsentscheidung, bei welcher keine Veränderungen der Geldpolitik erwartet werden. Sollte der Zloty die jüngste Optimismuswelle komplett ausnützen, können Bewegungen bis EUR/PLN 4,40 nicht ausgeschlossen werden. Der mittelfristige Ausblick bleibt jedoch von größeren Unsicherheitsfaktoren geplagt.

Risikoereignisse des Tages

  • PL: Zinsentscheidung (13:00)


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