Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Mai 27, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Börsen auf 11-Wochen-Hoch

Intro

Die im Mai veröffentlichten Wirtschaftsdaten für die Industriestaaten bleiben im historischen Vergleich weiterhin schwach. Investoren scheinen ihre Blicke jedoch schon seit einiger Zeit von vergangenheitsorientierten Daten abgewendet zu haben. Was momentan die Märkte zu bewegen scheint ist nicht die derzeitige Situation der Weltwirtschaft, sondern die gehegte Hoffnung auf eine erhebliche zukünftige Erholung der Wirtschaftsaktivität. Im Rahmen der ersten Lockerungen der weltweiten Sperrmaßnahmen und Überlegungen der Grenzöffnung haben sich einige wichtige Leitindikatoren erholt und signalisieren eine Bodenbildung. Marktteilnehmer fühlen sich in der jüngsten Rally der Börsen bestätigt und führen den deutschen (DAX) und US-amerikanischen Aktienleitindex (SP500) auf ein 11-Wochen-Hoch.

In dem gestern veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht warnt die Europäische Notenbank jedoch vor strukturellen, durch die Coronakrise verursachten Problemen . Die Schuldenquote wird laut dem Bericht von 86 Prozent auf über 100 Prozent (zum Bruttoinlandsprodukt) steigen. Schuld für die steigende Quote sei eine Reduktion der Steuereinnahmen und die Aufblähung der Budgetdefizite, ausgelöst durch die Krisenbekämpfungspakete. Der Stress im Bankensektor könnte einer reibungslosen Wirtschaftserholung im Wege stehen. Eine schwache Profitabilität, höhere Schulden und Marktanspannungen bleiben weiterhin bestehen.

Die Ökonomen der Institution gehen im schlimmsten Szenario von einer 12-prozentigen Kontraktion der europäischen Wirtschaft im Jahr 2020 aus. Angesichts der nach unten geneigten Risiken erwarten sich Marktteilnehmer bei dem nächsten Treffen der EZB eine Ausweitung des Anlagenkaufprogramms.

Am gestrigen Handelstag dominierte jedoch gänzlich die erhöhte Risikobereitschaft , welche den US-Dollar und den Schweizer Franken nach unten drückt und den zentraleuropäischen Währungen zu Aufwertungen verhilft. Chart-technisch kam es bislang nur beim EUR/PLN zu einem Unterlaufen der psychologischen Unterstützung bei 4,51.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 5,593,148

Weltweit bestätigte Todesfälle: 350.509

Weltweit bestätigte Genesungen: 2.288.034

EUR

$1,10 rückt erneut in den Fokus

Der kurzfristige Ausblick für die europäische Gemeinschaftswährung ist auf einer Seite von dem jüngsten Anstieg der Risikobereitschaft positiv geprägt. Andererseits limitiert das politische Risiko innerhalb der Eurozone in Verbindung mit der asymmetrischen Krisenbekämpfung der Euro-Länder zu hohe Freudensprünge. Diese beiden Faktoren wechseln sich nun täglich als Wechselkurstreiber ab und dominieren die Bewegungen des EUR/USD und EUR/CHF.

Im Gegensatz zu den Aktien- und Spot-FX-Märkten spiegelt die am Montag veröffentlichte spekulative Positionierungen der Investoren am US-amerikanischen Termingeschäftemarkt noch keine Kapitalverlagerung in risikoreichere Währungen wider. Im Gegenteil haben sich die spekulativen Wetten auf einen Anstieg der sicheren Währungen (Schweizer Franken und Japanischer Yen) gefestigt, während prozyklische Währungen eine negative Tendenz aufweisen.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Christine Lagarde spricht (09:00)

USD

Verbrauchervertrauen stabilisiert sich

Wie auch in den meisten Teilen der Welt scheint sich die US-amerikanische Datenlage im Mai stabilisiert zu haben. Ökonomen erwarten sich eine Verbesserung der Wirtschaftsaktivität im dritten Quartal. Eine rasche Rückkehr zur Normalität scheint, wie ein Blick auf die jüngsten Leitindikatoren und den Arbeitsmarkt zeigt, jedoch kein wahrscheinliches Szenario darzustellen. Das von Conference Board veröffentlichte US-Verbrauchervertrauen festigt sich marginal zum Vormonat, bleibt mit einem Wert von 86,6 jedoch unter den Erwartungen (87,5).

Der heutigen Fokus scheint mit der Rede des US-Zentralbankers James Bullard und der Veröffentlichung des Konjunkturberichts der Federal Reserve auf der Geldpolitik zu liegen, auch wenn die dieswöchigen Bewegungen womöglich größtenteils von dem Risikosentiment bestimmt sein werden.

Risikoereignisse des Tages

  • US: James Bullard spricht (18:30)
  • US: Konjunkturbericht der Federal Reserve (20:00)

PLN

Zloty durchbricht die 4,50 zł

Eine Welle neuer Geschäftsöffnungen und die ersten Überlegungen einer europäischen Grenzöffnung konnten die Märkte am gestrigen Handelstag beflügeln. Das positive Risikosentiment verhilft den zentraleuropäischen Währungen zu Aufwertungen gegenüber dem Euro, wobei der Zloty aufgrund heimischer Entwicklungen besonders herausstechen konnte. Die polnische Währung festigt sich um ganze 1,40 Prozent gegenüber dem Vortag und verzeichnet somit die größte tägliche Aufwertung des Jahres. Sollte der Zloty die jüngste Optimismuswelle komplett ausnützen, können Bewegungen bis EUR/PLN 4,40 nicht ausgeschlossen werden. Der mittelfristige Ausblick bleibt jedoch von größeren Unsicherheitsfaktoren geplagt.

Angesichts der jüngsten Äußerungen der polnischen Währungshüter haben sich die außerbörslich gehandelten Termingeschäfte auf den Leitzins leicht gefestigt und notiert nun in Nähe des offiziellen Zinsniveaus der Notenbank. Obwohl die Möglichkeit einer weiteren Zinssenkung und das offene Anleihenkaufprogramm der Notenbank Risikofaktoren für den Zloty darstellen, scheinen Marktteilnehmer dem Szenario einer weiteren Lockerung eine geringere Wahrscheinlichkeit beigelegt zu haben. In diesem Sinne erwarten sich Investoren neue Erkenntnisse von dem geldpolitischen Treffen der polnischen Notenbank, welches übermorgen stattfindet. Die Tagung der rumänischen Währungshüter findet ebenfalls am Donnerstag statt. Indes hat die ungarische Notenbank den Leitzins bei 0,9 Prozent gelassen.

Risikoereignisse des Tages

  • HU: Arbeitslosenquote (09:00)


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.