Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Mai 13, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Stufenweise Öffnung

INTRO

Wie auch in der vergangenen Woche bleibt die Entwicklung der Infektionszahlen im Fokus der Markteilnehmer. Insbesondere da sich immer mehr Regierungen in Europa zutrauen, die schrittweise Öffnung der Wirtschaft in die Wege zu leiten und die Sperrmaßnahmen zurückzuschrauben. Einen Plan für die stufenweise Öffnung der Binnengrenzen am alten Kontinent könnte die Europäische Kommission schon heute vorlegen.

Inzwischen blicken Aktionäre auf weitere Veröffentlichungen von Quartalszahlen in Deutschland, Italien und Frankreich. Die Commerzbank macht den heutigen Anfang und verkündet einen vierteljährlichen Verlust von knapp 300 Millionen Euro. Der börsennotierte Touristikkonzern TUI öffnet ebenfalls die Bücher.

An der globalen politischen Bühne warnt der Chef-Virologe Anthony Fauci vor  den möglichen Implikationen einer zu raschen Öffnung der Wirtschaft, während der Premierminister in Indien ein 265 Milliarden US-Dollar schweres Stimuluspaket angekündigt hat.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 4.262.051

Weltweit bestätigte Todesfälle: 291.961

Weltweit bestätigte Genesungen: 1.493.450

EUR

Marginale Aufwertung

Wie proportional und verhältnismäßig ist das im Jahr 2015 begonnene Staatsanleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank? Um diese Frage drehen sich seit dem Urteil des deutschen Verfassungsgerichts die derzeitigen politischen Geschehnisse in der Eurozone. Der Chef-Ökonom der EZB dementierte die Rechtswidrigkeit des 2,7 Billionen schweren Stimuluspakets und stellt sich somit auf die Seite der Präsidentin der Zentralbank, Christine Lagarde.

Eine allzu große Unruhe scheint sich an den Märkten, abgesehen von der unmittelbaren Schockreaktion nach dem deutschen Urteil, noch nicht entfaltet zu haben. Sowohl die Anleihenrenditen schuldenbehafteter Länder wie Italien und Griechenland, als auch die europäische Währung halten den Unsicherheiten stand. EUR/USD wertet vor dem Hintergrund steigender Zinssenkungswahrscheinlichkeiten in den Vereinigten Staaten auf und bleibt somit oberhalb der kurzfristigen Unterstützung bei 1,0770.

An der Oberseite definiert die seit Anfang März anhaltende Abwärtstrendlinie bei 1,0900 die derzeitige Barriere weiterer Aufwertungen. Der europäischen Gemeinschaftswährung fehlt es derzeit an intrinsischen positiven Faktoren, was den Euro von der USD-Dynamik abhängig macht.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Industrieproduktion (11:00)

USD

Kurzfristig deflationäre Kräfte

Wie im Vorfeld von Ökonomen erwartet spiegelt sich die Coronakrise auch in den Preisen wider und lässt diese mit der schnellsten Rate seit der Finanzkrise 2008 fallen. Laut dem US-amerikanischen Arbeitsministerium ist die Inflation im April um 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat gefallen.

Da die derzeitige Krise über erdrückte Ölpreise, einen schwachen Arbeitsmarkt und niedrigen Konsumausgaben deflationär auf die Teuerungsrate wirkt, haben Spekulanten an den US-Geldmärkten angefangen, für Juni 2021 einen negativen US-Leitzins einzupreisen. Dass dies alles andere als das Basisszenario der Federal Reserve widerspiegelt, wurde gestern bei den Reden und Stellungnahmen einiger US-Zentralbanker deutlich. Patrick Harker, Präsident der Philadelphia-Fed, bestätigte die fehlende Bereitschaft, negative Zinsen in Erwägung zu ziehen. Nichtsdestotrotz notiert der US-Dollar marginal schwächer zum Vortag. Die Veränderungen der Wahrscheinlichkeiten möglicher Zinslockerungen könnten einen mittelfristigen Wechselkurstreiber für den Dollar darstellen.

Insbesondere die massive geldpolitische Expansion der US-amerikanischen Notenbank könnte einen großen Teil der deflationären Kräfte aufheben. Neben dem Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen wird die Fed ab heute zum ersten Mal in ihrer Geschichte auch den Kauf von börsennotierten Indexfonds in ihr Repertoire aufnehmen.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Fed-Präsident Jerome Powell spricht (15:00)

GBP

Größter Rückgang seit dem 18. Jahrhundert?

Als zweitälteste geldpolitische Institution der Welt genießt die britische Notenbank den Vorteil, auf eine dreihundertjährige Reihe von Wirtschaftsdaten zurückgreifen zu können. Ein Blick auf die historischen Veröffentlichungen zeigt insbesondere im Rahmen der Coronakrise, wie stark der unerwartete Schock die Volkswirtschaft des Inselstaates getroffen hat. Die britische Zentralbank scheint im schlimmsten Fall einen Wirtschaftsrückgang von 14 Prozent für dieses Jahr als plausibel zu halten.

Dies wäre die größte jährliche Kontraktion seit mindestens dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Vor diesem Hintergrund scheint der massive Anstieg der Staatsanleihenkäufe seitens der Währungshüter erklärbar zu sein. Gemessen an dem Bruttoinlandsprodukt übertrifft der geldpolitische Stimulus sogar die Hilfspakete der europäischen Notenbank. Mit den jüngst angekündigten Erweiterungen sollte das Anleihenkaufprogramm auf 645 Milliarden Pfund ansteigen.

Der größte datenseitige Wechselkurstreiber wird heute durch eine Welle neuer Wirtschaftsveröffentlichungen definiert. Allem voran steht die heutige Herausgabe des Bruttoinlandsprodukts, gefolgt von Handelsdaten und der Industrieproduktion. Das britische Pfund befindet sich derzeit auf einem dreiwöchigen Tief gegenüber dem Euro (EUR/GBP 0,8830), nachdem sich das Niveau um 0,8680 als signifikante Unterstützung ausgezeichnet hat.

Risikoereignisse des Tages

  • UK: Monatliche Datenwelle, inklusive dem Bruttoinlandsprodukt (08:00)


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.