Wöchentliche Marktberichte

Mai 08, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die jüngste Rally der globalen Börsen

Intro

Die globalen Aktienmärkte beenden den gestrigen Handelstag größtenteils erneut im Plus, auch wenn die großen Gewinne in den meisten Regionen ausbleiben. Seit dem im März gesetzten Tief haben sich die meisten europäischen und asiatischen Börsen im Durchschnitt wieder 20 bis 30 Prozent nach oben kämpfen können. Nirgendswo ist diese Erholungsrally ausgeprägter, als bei dem technik-lastigen US- Nasdaq Composite, welcher als erster großer Aktienleitindex auf das gesamte Jahr gesehen wieder in den positiven Bereich gestiegen ist.

Der Optimismus über die Lockerung der Sperrmaßnahmen und Wiedereröffnung der Volkswirtschaft überschattet derzeit jegliche möglichen Unsicherheitsfaktoren und auch die Irrelevanz der jüngsten makroökonomischen Datenlage scheint erstaunlich. Diverse Ökonomen haben darauf hingewiesen, dass sowohl der derzeitige Wirtschaftsabschwung (negativ), als auch die Reaktion der Notenbanken und Staaten (positiv) historische Höhen erreicht haben. Dies macht die Evaluierung der Wechselkurse und Anlagewerte schwierig. Was gesagt werden kann, ist dass die jüngste Erholung der risikoreichen Anlagen und Währungen auf der Annahme einer reibungslosen Rückkehr zur Normalität und einer hoffentlich ausbleibenden zweiten Infektionswelle basiert. Jede positive / negative Abweichung von dieser Annahme könnte Kapitalverlagerungen mit sich bringen.

Positive Signale kamen gestern auch von der amerikanisch-chinesischen Handelsfront . Repräsentanten beider Staaten bestätigten trotz der neuerlichen Kommentare des US-Präsidenten die beidseitige Kooperation. Laut dem chinesischen Vize-Präsidenten soll daran gearbeitet werden, günstige Bedingungen zu schaffen, um die Umsetzung des bilateralen Handelsabkommens zu erleichtern. In der Zwischenzeit ist die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihen am Donnerstag auf ein neues Allzeittief bei 0,139 Prozent gefallen.

In diesem Zusammenhang bleibt die heutige Veröffentlichung des US-amerikanischen Arbeitsmarkts der Höhepunkt des Tages. In Europa stehen auf der politischen Seite gleich zwei Risikoereignisse am Kalender. Zum einen beraten die europäischen Finanzminister im Rahmen der heutigen Videokonferenz über die derzeitige Lage der Eurozone. Zum anderen findet heute die Überprüfung der Bonität italienischer Schulden seitens der Rating Agentur Moodys statt.

 

Weltweit bestätigte Coronafälle: 3.846.949

Weltweit bestätigte Todesfälle: 269.584

Weltweit bestätigte Genesungen: 1.285.839

EUR

Industrieproduktion – Hoffnung auf Bodenbildung?

Die Industrieproduktion, einer der wichtigsten wirtschaftlichen Leitindikatoren in der Eurozone, fällt im März in Deutschland um 9,2 Prozent und in Frankreich um 16,2 Prozent. Die Talfahrt der Produktion könnte im zweiten Quartal jedoch eine mögliche Bodenbildung signalisieren, da einige Fabriken und Stätten die Wiederaufnahme der Produktion bestätigt und in die Wege geleitet haben.

In der Zwischenzeit meldete sich die Präsidentin der europäischen Notenbank zum ersten Mal seit dem Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichtshofs zu Wort, in welchem dieser die Anleihenkäufe der EZB als teilweise verfassungswidrig bezeichnet hatte. Christine Lagarde hielt sich bei ihrer Aussage diplomatisch zurück und bestätigte nur die vollkommene Bereitschaft das Inflationsmandat (Teuerungsrate bei knapp unter zwei Prozent zu halten) zu erfüllen und somit der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. In diesem Sinne könnte die heutige Konferenz der europäischen Finanzminister neue Erkenntnisse über die politischen Meinungsverschiedenheiten und möglichen Lösungsvorschläge liefern.

Risikoereignisse des Tages

  • DE: Handelsbilanz (08:00)
  • EZ: Eurogruppe Videokonferenz (10:00)
  • IT: Moodys prüft die Bonität italienischer Schulden

USD

Arbeitsmarktbericht im Fokus

Die Zahl neuer Anmeldungen für die Arbeitslosenunterstützung ist die sechste Woche infolge um mehr als drei Millionen gestiegen. Die historisch rekordbrechende Anzahl neuer Anmeldungen und der erwartete Anstieg der Arbeitslosenquote könnte laut einigen Ökonomen jedoch schon im März einen Höhepunkt erreicht haben. Zwar könnte es noch eine Weile dauern, bis die US-amerikanische Ökonomie wieder anfängt, neue Arbeitsstellen zu schaffen. Nichtsdestotrotz erwarten sich die meisten Teilnehmer eine Abschwächung der neuen Arbeitslosenunterstützungen in den nächsten Wochen.

In diesem Kontext wird der heute veröffentlichte Arbeitsmarktbericht eine hohe Aufmerksamkeit genießen. Neben der Arbeitslosenquote könnte auch die Veröffentlichung des monatlichen Lohnanstiegs, insbesondere für die erwartete Inflation, von Bedeutung sein.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Arbeitsmarktbericht (14:30)

CZK

CNB senkt Zins um 75 Basispunkte

Die Coronakrise und die dadurch auferlegte Schließung der meisten europäischen Länder hat erhebliche wirtschaftliche Beeinträchtigungen mit sich gebracht. Auch  die offene und exportorientierte tschechische Volkswirtschaft musste unter den protektionistischen Maßnahmen leiden. Im März verzeichnete die Industrieproduktion des Landes einen Rückgang um 10,8 Prozent und auch die Einzelhandelsumsätze fielen um 8,9 Prozent. Angesichts der Leitindikatoren prognostiziert die Notenbank eine achtprozentige Kontraktion der Wirtschaft in diesem Jahr.

Vor diesem Hintergrund ist auch die gestrige Entscheidung der Notenbank, den Leitzins um 75 Basispunkte zu senken, besser zu verstehen. Seit dem März wurde das Zinsniveau somit um ganze 2,00 Prozent auf einen Leitzins von nun 0,25 Prozent gesenkt. Die tschechische Krone wertet trotz der unerwartet hohen Lockerung (erwartet war eine Senkung im Wert von 50 Basispunkten) nur marginal ab. Denn obwohl die Notenbank das Potenzial für eine weitere Zinssenkung geäußert hat, kommt das Staatsanleihenkaufprogramm – welches in Polen und Ungarn verwendet wird – in Tschechien noch nicht zum Einsatz.


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