Wöchentliche Marktberichte

Mai 05, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-China Konflikt trübt den Wochenauftakt

Intro

Mit dem Anbeginn der Coronakrise ist der größte Risikofaktor des vergangenen Jahres, der amerikanisch-chinesische Handelskrieg, in den Hintergrund gerückt. Nun lassen die jüngsten Kommentare aus dem Weißen Haus in Verbindung mit der näher rückenden US-Präsidentschaftswahl im November die Möglichkeit einer erneuten Konfrontation hochkommen. Aktienmärkte und risikobehaftete Anlagen reagieren dementsprechend negativ und finden einen schwachen Wochenauftakt. Als gänzlich „risikoavers“ kann der gestrige Handelstag jedoch nicht bezeichnet werden, zumal die Währungen in Zentraleuropa aufwerten und der Ölpreis (Sorte WTI) einen zwölfprozentigen Anstieg verzeichnet.

Somit stand die Trump-Administration zum Wochenauftakt erneut im Rampenlicht. Der US-amerikanische Präsident untermauerte seine zuletzt geäußerten Behauptungen, dass das Coronavirus aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan stammt. Außenminister Mike Pompeo schließt sich dem Präsidenten an betont, man habe Beweise für die Richtigkeit dieser Aussagen. Dass die Präsidentschaftswahl im November eine erhebliche Rolle in der diplomatischen Beziehung spielen wird, scheint anhand der jüngsten Umfrage des Pew Research Centers deutlich zu werden. Laut den Ergebnissen scheinen Amerikanischer seit Anbeginn der Datenerhebung im Jahr 2003 noch nie so ein schlechtes Bild gegenüber China gehegt zu haben. Ganze 72 Prozent der Republikaner und 62 Prozent der Demokraten sehen China als „negativ“ an.

Neben der durch die Bemerkungen induzierten Anspannung an den Märkten bestätigen die gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes (EMI) in Europa die Folgen der Geschäftssperrungen und fallen im April in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien auf Allzeittiefstände.  Im heutigen Fokus steht die Veröffentlichung des US-amerikanischen EMI für den Dienstleistungssektor.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 3.584.118

Weltweit bestätigte Todesfälle: 251.575

Weltweit bestätigte Genesungen: 1.167.883

EUR

EZB Anleihenkauf vor Gericht

Die europäische Gemeinschaftswährung bleibt trotz der positiven Signale in der vergangenen Woche weiterhin unter Druck. Da ein Großteil der makroökonomischen Schwäche in den Wechselkursen eingepreist scheint, könnten zwei politische Faktoren die größten Hürden weiterer Aufwertungen für den Euro darstellen.

In den kommenden Tagen entscheidet das deutsche Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe über die mögliche Rechtswidrigkeit der Anleihenkäufe der Europäischen Notenbank. Sollten die Richter die heutige Entscheidung zuungunsten der EZB fällen, müsste Deutschland womöglich aus dem Anleihenkauf der Notenbank ausgeschlossen werden. Dies könnte in weiterer Folge die „quantitative Lockerung“ der Währungshüter infrage stellen und die Risikoprämien innerhalb der Eurozone steigen lassen. Laut Ökonomen und politischen Beobachtern ist dieses Szenario jedoch relativ unwahrscheinlich.

Neben der heutigen Gerichtsentscheidung steht am Freitag die Überarbeitung des Kreditratings Italiens an der Tagesordnung. Eine mögliche Abwertung der Bonität des Landes durch die Rating Agentur Moodys stellt somit ebenfalls einen Risikofaktor dar.

Risikoereignis des Tages

  • Keine signifikanten Datenveröffentlichungen

USD

Steigt mit der negativen Rhetorik

Die makroökonomischen Probleme rund um den US-amerikanischen Arbeitsmarkt und die schnelle Ausbreitung des Coronavirus schienen den US-Dollar nur kurzzeitig belastet zu haben. Die jüngsten Kommentare des US-amerikanischen Präsidenten und des Außenministers machen deutlich, wie sehr eine potenzielle Abwertung der Leitwährung von einer nachhaltigen Lockerung der wirtschaftlichen und politischen Anspannungen abhängt. Solange diesbezüglich keine klare Gewissheit herrscht, könnten die Unsicherheiten jegliche makroökonomischen Schwächen überschatten und die Nachfrage nach sicheren Anlagen untermauern.

Vor diesem Hintergrund beginnt der handelsgewichtete US-Dollar-Index die Woche nach einer sechstägigen Talfahrt mit der größten täglichen Aufwertung seit dem 19. März. EUR/USD schafft es nicht, die Barriere um 1,1030 zu durchstoßen und verzeichnet einen Rücksetzer.

Risikoereignis des Tages

  • US: Einkaufsmanagerindex - Dienstleistungssektor (16:00)

CEE

EMI verbleiben am Tief

Die gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes (EMI) für die Ost- und Zentraleuropäischen Volkswirtschaften setzen die Talfahrt im April weiter fort. In Polen und Tschechien findet der Stimmungsindikator für das verarbeitende Gewerbe ein neues Allzeittief, während in Ungarn Zeichen einer ersten Erholung zu erkennen sind. Der datenseitige Rücksetzer lässt die negativen Erwartungen der regionalen Unternehmen zum Vorschein kommen. Kurzfristig konnten die Konjunkturpakete – insbesondere in Polen mit einem Wert von knapp von 6,5 Prozent vom Bruttoinlandsprodukts sehr ausgeprägt – den Schwächeanfall nicht verhindern.

Die drei zentraleuropäischen Währungspaare bleiben somit weiterhin über den kurzfristigen Unterstützungsniveaus. EUR/PLN zeigt einen positiven Trend auf, solange sich das Paar oberhalb 4,51 befindet. EUR/CZK erwartet sich bei 27,00 eine Unterstützung.

EMI Eurozone  – 33,4 Punkte (Wert unterhalb der 50-Marke markiert eine Kontraktion der Industrie gegenüber dem Vormonat)

EMI Polen – 31,9 Punkte

EMI Tschechien – 35,1 Punkte

EMI Ungarn – 33,6 Punkte


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