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Apr 30, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fed untermauert das Niedrigzinsumfeld – EZB im Fokus  

INTRO

Hoffnungen auf einen Fortschritt bei der Behandlung des Coronavirus treiben die globalen Aktienleitindizes nach oben. Laut jüngsten klinischen Berichten von Gilead Sciences soll der Wirkstoff Remdesivir bei 387 am Covic-19 erkrankten Patienten getestet worden sein. Ganze 62 Prozent der zuvor infizierten Personen konnten frühzeitig aus dem Krankenhaus entlassen werden. Der Hoffnungsschimmer in der Behandlungsmethode überschattet dabei den gestern bestätigten Wirtschaftsrückgang der Vereinigten Staaten im ersten Quartal des Jahres und den größten monatlichen Rücksetzer des europäischen Economic-Sentiment-Indikators seit Anbeginn der Umfrage vor 35 Jahren.

An den europäischen Börsen dominierten die Großbanken den gestrigen Handelstag. Die Aktie der Deutschen Bank legt um 12% zu, nachdem die Ergebnisse des ersten Quartals besser als erwartet ausgefallen waren. Barclays fügt sich in die Reihe der positiven Nachrichten, nachdem die Investmentabteilung einen Rekordumsatz verzeichnen konnte. Aufgrund des anhaltenden Drucks der Negativzinsen auf die europäischen Geschäftsbanken sah sich die Deutsche Bank laut eigenen Aussagen jedoch gezwungen, Neueinlagen über einem Freibetrag von 100.000 Euro ab dem 18. Mai negativ zu verzinsen. Dieses Verwahrentgelt soll sich an den Sichteinlagensatz der europäischen Notenbank anlehnen und 0,5 Prozent betragen.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 3.194.663

Weltweit bestätigte Todesfälle: 227.671

Weltweit bestätigte Genesungen: 973.460

EUR

Daten-Irrelevanz in Q2?

„Der größte monatliche Fall aller Zeiten“. Diese Phrase kam in den vergangenen zwei Monaten extensiv zum Gebrauch. Eine wie am Anfang der Coronakrise erhebliche Volatilität an den Finanzmärkten bringen die enttäuschenden Veröffentlichungen jedoch nicht mehr mit sich. Neben der zum größten Teil eingepreisten Datenschwäche scheinen Ökonomen und Investoren nun die Blicke nach vorne gerichtet zu haben.

Erste Anzeichen einer leichten Verbesserung der Leitindikatoren könnten die Annahme der wirtschaftlichen Erholung im dritten Quartal stärken und sich positiv auf risikoreichere Anlagen und Währungen auswirken. Sollten sich die Abkühlungserscheinungen angesichts des angeschlagenen Vertrauens in die Wirtschaft und die folglich geringeren Konsumausgaben in die zweite Jahreshälfte ziehen, könnte die Nachfrage nach sicheren Anlagen jedoch erneut die Überhand gewinnen.

Vor diesem Hintergrund bleibt der Fall der deutschen Inflation auf eine jährliche Wachstumsrate von 0,8 Prozent – Tiefstand seit November 2016 – ohne Auswirkungen für die Gemeinschaftswährung. Insbesondere da die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung der europäischen Notenbank relativ gering erscheint und die Ausweitung der Geldmenge fast unabhängig von der derzeitigen Inflation geschieht.

Auch die gestern von der Europäischen Kommission veröffentlichte Unternehmensumfrage der Eurozone löste wenig bis kaum neue Reaktionen aus, auch wenn die Wirtschaftsstimmung laut dem Economic-Sentiment-Indikator (ESI) den stärksten Monatsrückgang aller Zeiten erleiden musste.

Risikoereignis des Tages

  • DE: Arbeitslosenquote (09:55)
  • EZ: Inflation und Bruttoinlandsprodukt (11:00)
  • EZ: Zinsentscheidung (13:45)

USD

BIP sinkt um 4,8%

Die größte Volkswirtschaft der Welt verzeichnet angesichts der Coronakrise den stärksten Rückgang seit 2008 und sinkt in den ersten drei Monaten des Jahres um 4,8 Prozent. Wie auch die meisten entwickelten Nationen basiert die US-amerikanische Ökonomie größtenteils auf dem Dienstleistungssektor, welcher im vergangenen Jahr 47 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beigetragen hat. Insofern zeigt sich die soziale Distanzierung als Hauptlast für die Staaten, was die Diskussion um die schnellstmögliche Öffnung der Wirtschaft in den Vordergrund gebracht hat.

In der Zwischenzeit bestätigt die US-amerikanische Notenbank bei der gestrigen Zinsentscheidung die Bereitschaft, das Zinsniveau nahe Null zu halten. Dies wird sich nicht ändern, solange die maximale Beschäftigung unter Berücksichtigung der Preisstabilität nicht erreicht ist. Ökonomen erwarten sich somit keine Zinsstraffungen in den nächsten Monaten, da sowohl der rapide Anstieg der Arbeitslosenquote, als auch der Ölpreisschock deflationär auf die Verbraucherpreise wirken werden.

Risikoereignis des Tages

  • US: Inflation, wöchentliche Arbeitslosenunterstützungen (14:30)
  • US: Quartalszahlen – Apple Inc, Amazon.com Inc

HUF

Marginale Kreditabstufung ohne Folge

Einen Tag nach der ungarischen Zinsentscheidungen, bei der die Währungshüter das Zinsniveau konstant gelassen haben, stuft die Agentur S&P das Kreditrating Ungarns marginal herab. Das Rating BBB (Investmentgrade) bleibt zwar erhalten. Dieses wurde jedoch von einem positiven auf einen stabilen Ausblick nach unten revidiert. Dabei geht die Ratingagentur von einem wirtschaftlichen Rückgang um 4 Prozent in diesem Jahr aus. Nichtsdestotrotz scheint S&P die makroökonomische Stabilität des Landes weiterhin als positiv zu bewerten. Kreditprobleme sollten nicht auftreten, da der Anstieg der Schuldenquote ein kurzfristiges Phänomen sein dürfte.


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