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Apr 29, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Öl erneut unter Druck – Fed meldet sich zu Wort

INTRO

Die Erholung der Ölpreise gegen Ende der vergangenen Woche scheint nur von kurzer Dauer gewesen zu sein. Der Preis für die in den USA gehandelte Ölsorte WTI fiel am Montag erneut um knapp 25 Prozent auf 12,90 US-Dollar. Neben dem schwachen Ausblick der Nachfrage nach dem Rohstoff, herbeigerufen durch den Rückgang der Industrieproduktion und dem Stillstand der globalen Tourismusbranche, verkauften Marktteilnehmer ihre Juni-Futures-Kontrakte, welche später im Mai auslaufen. Damit wollen sich Investoren vor einer Wiederholung des Preisfiaskos schützen, welches den Ölpreis in der vergangenen Woche in den negativen Bereich drückte. Dieses Szenario bleibt angesichts des mangelnden Lagerplatzes weiterhin möglich.

Der heutige Fokus bleibt auf die USA gerichtet, angesichts der Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts für das erste Quartal und der Zinsentscheidung der Federal Reserve. Zinssenkungen werden zwar nicht erwartet. Angesichts der fragilen Situation an den Finanzmärkten wird jedoch jedes Wort zweimal umgedreht werden. Die US-amerikanische Notenbank könnte neue  Einblicke über die Situation am Geld- und Unternehmensanleihenmarkt liefern und Fragen über den zukünftigen Abbau der gekauften Anleihen und Wertpapiere beantworten.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 3.117.204

Weltweit bestätigte Todesfälle: 217.193

Weltweit bestätigte Genesungen: 928.970

EUR

Ergebnis der EZB-Kreditumfrage

Die gestern veröffentlichte Kreditumfrage der Europäischen Zentralbank hat aufgezeigt, dass sich die Kreditstandards in der gesamten Eurozone wie erwartet deutlich verschärft haben. In Deutschland, Italien und Spanien scheint die erhöhte Risikowahrnehmung der Unternehmen und Haushalte der größte Treiber des Anstiegs gewesen zu sein. Am Anfang der Woche zeigte der Finanzstressindikator von der britischen Analytik-Firma Oxford Economics schon auf die Problematik, welcher im April das höchste Niveau seit der Eurokrise im Jahr 2012 erreicht hatte. Die befragten Banken im Euroraum gehen jedoch davon aus, dass sich die Anspannungen im kommenden Quartal wieder lockern werden, insbesondere da die Nachfrage nach Krediten erheblich angezogen hat.

EUR/USD verzeichnet am gestrigen Handelstag die dritte tägliche Aufwertung infolge, bleibt jedoch unter der Barriere 1,0850. Ein positiver Ausbruch könnte Potenzial bis 1,0950 schaffen. An der Unterseite bietet das Niveau um 1,0770 eine gewisse Stütze für die Gemeinschaftswährung.

Risikoereignis des Tages

  • Europäischen Geschäftsklimaindexes (11:00)
  • Deutschen Inflation (14:00)

USD

Ende einer Ära

Mit der heute anstehenden Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts wird Schätzungen zufolge wohl die längste Expansion der US-amerikanischen Volkswirtschaft enden. Bloomberg-Economics geht davon aus, dass die Wirtschaft in den ersten drei Monaten um 3,8 Prozent geschrumpft sei. Leitindikatoren wie die Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze und die Beschäftigungsrate zeigen ebenfalls auf ein negatives zweites Quartal, was inoffiziell die erste Rezession in den USA seit dem Jahr 2009 einleiten würde.

Gestern war es die Veröffentlichung des US-amerikanischen Verbrauchervertrauens, welche in Verbindung mit den aufgekommenen Unsicherheiten am Ölmarkt zu erneuten Anspannungen führte. Der von dem Conference Bord veröffentlichte Indikator verzeichnet im April den größten monatlichen Rücksetzer seit der Ölkrise im Jahr 1973. Der US-Dollar-Index fällt den dritten Tag infolge und sinkt unter das psychologische Niveau bei 100,00.

Risikoereignis des Tages

  • US-amerikanisches Bruttoinlandsprodukts (14:30)
  • Zinsentscheidung der Federal Reserve (20:00)

HUF

Anleihenkauf mit konstanten Zinsen

Die ungarische Notenbank belässt den Leitzins unverändert bei 0,9 Prozent und den Einlagesatz bei minus 0,05 Prozent. Neuigkeiten gab es jedoch aufseiten des im Vorhinein angekündigten Staatsanleihenkaufprogramms, im Rahmen dessen die Notenbank wöchentlich rund 100 Milliarden Forint bereitstellen wird. Neben den wöchentlichen Auktionen werden die Währungshüter bei Bedarf auch am Sekundärmarkt Anleihen erwerben, um die Flexibilität der Währung und des Finanzsystems zu gewährleisten. Dabei lehnt sich die Notenbank an die Erfahrungen der europäischen Notenbank, welche sich der arbiträren Regel unterstellt hat, nicht mehr als 33 Prozent der ausstehenden Anleihen erwerben zu dürfen.

Der ungarische Forint reagiert unmittelbar negativ auf die Nachricht, auch wenn das Kaufprogramm deutlich unter den Erwartungen einiger Ökonomen lag. Insbesondere im Vergleich zu dem Programm der polnischen Notenbank im Wert von 8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts fällt die Stütze der ungarischen Währungshüter mit geschätzt 3 Prozent gering aus. Auch die Möglichkeit einer potenziellen Zinsstraffung wurde nicht ausgeschlossen, was allzu starke Abwertungen des Forint dämpfen könnte. Der momentane Bewegungsbereich ist mit EUR/HUF 350,00 an der Unterseite und 368 an der Oberseite bestimmt.


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