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Wöchentliche Marktberichte

Apr 24, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Datenschwäche ohne Konsequenz

INTRO

Trotz der schwachen Wirtschaftsveröffentlichungen sowohl am europäischen Kontinent, als auch jenseits des Atlantiks, gelingt es den globalen Aktienmärkten sich erneut zu festigen. Auf die Woche gesehen wird dies jedoch nicht ausreichen, um den europäischen Stoxx 600 und den US-amerikanischen SP500 in den positiven Bereich zu retten.

Insbesondere die technischen Turbulenzen auf dem US-amerikanischen Ölmarkt, welche den Rohölpreis der Sorte WTI kurzzeitig in den negativen Bereich fallen gelassen haben, scheinen sich jedoch größtenteils stabilisiert zu haben. Und auch wenn der strukturelle Ausblick weiterhin nach unten geneigt bleibt, scheint sich der Ölpreis auf 17 US-Dollar je Barrel hochgekämpft zu haben. Ein Land, welches unmittelbar von den erdrückten Preisen profitieren könnte, ist China, zumal sich der Straßenverkehr und der Raffineriebetrieb laut einigen Experten auf einem guten Erholungskurs befindet.

Dass der gestern veröffentlichte europäische Einkaufsmanagerindexfür den Dienstleistungssektor auf ein Rekordtief abstürzt, sorgte am Devisenmarkt für leichte Neupositionierungen, blieb an den Aktienmärkten jedoch ohne nennenswerte Konsequenz. Auch der erneute Anstieg der wöchentlichenAnmeldungen für die Arbeitslosenunterstützung in den USA um 4,3 Millionen lässt Investoren kalt. Innerhalb der vergangenen fünf Wochen wurden somit knapp über 26 Millionen  Neuanmeldungen verzeichnet. In der Zwischenzeit einigt sich die Europäische Union auf das 540-Milliarden-Euro-Paket, ohne den nächsten Schritt zur gemeinsamen Schuldenaufnahme zu wagen.

Die Gemeinschaftswährung verzeichnet gegenüber dem US-Dollar die vierte tägliche Abwertung infolge und befindet sich gefährlich nah an der Unterstützungslinie bei 1,0740. Ölabhängige Währungen profitieren von dem gestrigen Aufschwung der Ölpreise, wobei der Handel in Zentraleuropa gemischt endet.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 2.709.408

Weltweit bestätigte Todesfälle: 190.861

Weltweit bestätigte Genesungen: 738.490

 

 

 

 

EUR

540-Milliarden-Euro-Paket bestätigt

Kurz vor dem Treffen der Regierungschefs schlägt die Präsidentin der Europäischen Union einen negativen Ton an. Laut Christine Lagarde könnte die derzeitige Krise einen Wirtschaftsrückgang um 15 Prozent mit sich ziehen. Der internationale Währungsfond geht von einem siebenprozentigen Fall des europäischen Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr aus. Die Präsidentin der Europäischen Kommission meldete sich diesbezüglich ebenfalls zu Wort und scheint von einem größeren Einbruch der Produktion auszugehen, als noch zu Zeiten des zweiten Weltkriegs.

Dies hat die europäischen Länder zu einer Einigung in Sachen Hilfspaket gedrängt. Gestern wurde der zuletzt besprochene Konjunkturplan im Wert von 540 Milliarden Euro bestätigt. Dieser beinhaltet Kredithilfen für Kurzarbeiter, Unternehmen und verschuldete Staaten. Die Meinungsdifferenzen innerhalb der Union bleiben jedoch bestehen, zumal sich die Regierungschefs Italiens, Spaniens und Frankreichs mit der Tatsache anfreunden müssen, dass eine gemeinsame Schuldenemission wohl nicht an Deutschland und der Niederlande vorbei kommt.

In der Zwischenzeit ist der europäische Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor auf ein Rekordtief von 11,7 gefallen. Somit konnten nur 11,7 Prozent aller befragten Unternehmen eine Verbesserung ihrer Geschäftssituation zum Vormonat aufweisen. Dies stellt die niedrigste Rate seit Beginn der Aufzeichnungen vor zwanzig Jahren dar.

USD

Viertes Stimuluspaket bestätigt

Das US-amerikanische Parlament bestätigt angesichts der kontinuierlich steigenden Neuinfektionen das vierte Hilfspaket im Wert von 484 Milliarden US-Dollar. Dies dürfte das Haushaltsdefizit auf insgesamt 3,8 Billionen US-Dollar bringen, der größte Wert seit dem zweiten Weltkrieg. Laut Berechnungen des Congressional Budget Office könnte sich die Staatsschuldenquote bis zum Jahr 2020 auf 106% erhöhen und somit ein neues Allzeithoch finden. Bislang hat die US-amerikanische Notenbank den Finanzmärkten und Unternehmen 1,5 Billionen US-Dollar bereitgestellt und könnte somit 40 Prozent des diesjährigen Staatsdefizits finanzieren.

Die jüngste Datenlage scheint der Regierung jedoch den Ernst der Lage deutlich gemacht zu haben. Allein in den vergangenen fünf Wochen haben sich mehr als 26 Millionen Menschen für die Arbeitslosenunterstützung angemeldet.

USD

Marginale Bewegungen

Zentraleuropäische Währungen schaffen es am gestrigen Handelstag sich trotz der enttäuschenden europäischen Datenlage und des Rücksetzers des EUR/USD erneut zu festigen. Auf die Woche gesehen werden die Währungen jedoch höchstwahrscheinlich eine Abwertung abstecken müssen, zumal der volatile Handel am Anfang der Woche nicht gänzlich wettgemacht werden konnte. Neben der Zinsentscheidung der US-amerikanischen und europäischen Notenbank werden sich in der nächsten Woche auch die ungarischen Währungshüter zu Wort melden. Solange der globale Wirtschaftsausblick getrübt erscheint, könnten sich jegliche Erholungen der Währungen in Grenzen halten.


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