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Apr 20, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Entscheidende Woche – Bullen gegen die Bären 

INTRO

Seit Anbeginn der Coronakrise dominiert der „Bullen-gegen-Bären“-Antagonismus das globale Börsengeschehen. Die Anfangs immer pessimistischer werdenden Wirtschaftsprognosen und der schwache Ausblick für die globale Konjunktur führten die Aktienmärkte in Europa, den USA und Asien auf mehrjährige Tiefstände. Seit Ende März scheinen sich die Börsen jedoch wieder deutlich gefestigt zu haben und verzeichnen in den USA und Deutschland mit dem positiven Abschluss der vergangenen Woche sogar den ersten zweiwöchigen Aufstieg infolge seit Anfang Februar.

Dabei scheint es eine Mischung der Stimuluspakete und der ersten Anzeichen einer Lockerung der globalen Sperrmaßnahmen gewesen zu sein, welche den Kaufrausch in die Wege geleitet haben. Der jüngst erworbene Optimismus hängt jedoch an der Annahme eines reibungslosen Übergangs zur Normalität und der hoffentlich ausbleibenden zweiten Infektionswelle. Davon sind noch nicht alle Marktteilnehmer ganz überzeugt. Positionen für Leerverkäufe (Short-Positionen) – Wetten auf einen Fall des US-Aktienleitindexes – sind in der vergangenen Woche wieder in die Höhe geschossen und erreichen mit 68,1 Milliarden US-Dollar sogar den höchsten Stand seit Januar 2016.

Die Woche könnte für die globalen Aktienmärkte und die Nachfrage nach Safe-Haven-Währungen einen entscheidenden Moment darstellen und zeigen, wie viel der Datenschwäche in den Preisen und Kursen widergespiegelt wird. Den absoluten Höhepunkt werden die Einkaufsmanagerindizes diverser Länder am Donnerstag darstellen. In Deutschland bleiben die beiden Stimmungsindikatoren des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Leibniz (Dienstag) und der des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Freitag) von Interesse. Geldpolitisch erwarten sich Ökonomen und Analysten mögliche Zinssenkungen von der türkischen Zentralbank am Mittwoch und der russischen Währungshüter am Freitag.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 2.404.249

Weltweit bestätigte Todesfälle: 165.234

Weltweit bestätigte Genesungen: 624.725

USD

Safe-Havens bleiben nachgefragt

Die aggressiven fiskalischen und geldpolitischen Maßnahmen wurden insbesondere an den US-amerikanischen Börsen positiv aufgenommen. Hinter der jüngsten Aufwärtsbewegung steht das Vertrauen eines reibungslosen Übergangs zur Normalität und die progressive Öffnung der Geschäfte.

Der gleiche Optimismus ist noch nicht ganz bei den globalen Devisenhändlern angekommen, welche weiterhin an sicheren Währungen wie dem US-Dollar, dem Schweizer Franken und dem Japanischen Yen festhalten. Die beiden letztgenannten Währungen befinden sich auf gutem Weg, die vierte monatliche Aufwertung gegenüber dem Euro infolge zu verzeichnen. Denn obwohl die Liquiditätsengpässe angesichts der aggressiven Lockerung der Federal Reserve in den Hintergrund gerückt sind, warten Devisenhändler auf eine definitive Bestätigung des Risk-on Sentiments.

EUR

Seitwärtsbewegung

Die europäische Gemeinschaftswährung konnte sich in der vergangenen Woche nicht von dem langfristigen Abwärtstrend lösen und scheint die Seitwärtsbewegung fürs Erste fortzuführen. Dabei scheint die schwache Datenlage in Verbindung mit den bestehenden Kreditunsicherheiten bezüglich der Finanzierung der wirtschaftlichen Schäden, ausgelöst durch die Coronakrise, den Euro nach unten zu drücken. Dieser negative Ausblick bleibt bestehen, solange sich EUR/USD unterhalb 1,0980 und 1,1050 befindet. An der Unterseite findet das Währungspaar bei 1,0780 Unterstützung. Ein Unterlaufen könnte Potenzial bis 1,07 schaffen.

RUB

Erste Zinssenkung seit Anfang Februar?

Die russische Zentralbank ist eine der wenigen geldpolitischen Institutionen, welche im Verlauf der nun zweimonatigen Coronakrise noch keine Veränderung der Leitzinsen durchgeführt hat. Einen Grund für diese konservative Haltung stellt die Abwertung des russischen Rubels seit Mitte Februar dar. Im Rahmen des Ölschocks und der Ausbreitung der Lungenkrankheit notierte die Währung gegenüber dem Euro eine Zeit lang knapp 30 Prozent im Minus. Im April konnte sich der Rubel um zehn Prozent festigen, bleibt jedoch weiterhin von den globalen Geschehnissen dominiert.

Aufgrund der erwarteten Inflations- und Wirtschaftsverlangsamung gehen Ökonomen nun doch noch von einer Zinssenkung der Währungshüter aus. Über das genaue Lockerungsausmaß – 25 bis 50 Basispunkte scheinen möglich zu sein – streiten sich von Bloomberg und Reuters befragte Ökonomen jedoch. Derzeit befindet sich der Leitzins bei genau sechs Prozent, das geringste Niveau seit 2014.

EUR/RUB schwingt derzeit um das psychologische Niveau bei 80,00. Der russische Rubel bleibt somit trotz der OPEC-Einigung über die Kürzung der Fördermenge unter Druck, da ein Blick auf den Ölpreis auch weiterhin auf fehlendes Vertrauen bezüglich einer raschen Erholung der globalen Ökonomie schließen lässt.


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