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Apr 16, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Amerikanische Aktivität im März eingebrochen

Intro

Ein großer Bereich der US-amerikanischen Volkswirtschaft ist im März zum Erliegen gekommen. Der ökonomische Stillstand wurde durch die rasante Ausbreitung des Coronavirus in den Vereinigten Staaten und der folglich implementierten Quarantäne ausgelöst. Weltweit wurden knapp zwei Millionen Menschen positiv auf die Krankheit getestet, wobei allein in den USA mehr als 30 Prozent der globalen Infizierten vermerkt wurden.

Ein Blick auf die jüngste Entwicklung der Pandemie lässt jedoch Hoffnung aufkommen. In den vergangenen fünf Tage wurden weniger Neuinfizierte vermeldet, als am jeweiligen Vortag. Insbesondere in Deutschland, Spanien und Italien lässt sich die Abkühlung deutlich erkennen. Dies hat die deutsche Bundeskanzlerin und die Regierung dazu bewegt, eine stufenweise Wiedereröffnung der Wirtschaft ab Montag zu wagen. Ab dem 04. Mai sollen sogar Schulden schrittweise geöffnet werden. In den USA hatte Donald Trump zuvor schon den einzelnen Gouverneuren der Bundesstaaten die Entscheidung der Öffnung überlassen.

Nichtsdestotrotz hat sich der gestrige Handelstag durch eine ersichtliche Risikoscheue ausgezeichnet, da neue Datenveröffentlichungen für die größte Volkswirtschaft der Welt ein pessimistisches Bild skizzierten. Die Industrieproduktion verzeichnet den größten monatlichen Rückgang seit mehr als 70 Jahren und auch die Einzelhandelsumsätze fallen (8,7 Prozent) im März so schnell wie nie zuvor.  

Auch die globalen Börsen entkommen der gestrigen Risk-off Verlagerung nicht. Die Leitaktienindizes in Europa, den USA und China verzeichnen alle samt Tagesverluste. Angesichts des schwachen Ausblicks der globalen Nachfrage unterläuft der Ölpreis (Brent in USD per Barrel) die 20-Dollar-Marke und findet ein 18-Jahres-Tief. Negativ wirkten auch die Quartalszahlen der Bank of America, welche den schwachen Resultaten von JPMorgan und Wells Fargo folgt und einen vierteljährlichen Gewinneinbruch um 45 Prozent einstecken musste.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 2.064.815

Weltweit bestätigte Todesfälle: 137.078

Weltweit bestätigte Genesungen: 512.252

EUR

Fehlende Richtungstendenz

Nach einem relativ ruhigen feiertagsbedingten Wochenauftakt festigt sich die Volatilität am Währungsmarkt wieder, angetrieben von neuen Datenveröffentlichungen und Ankündigungen erster Lockerungen der staatlichen Sperrmaßnahmen. Die US-amerikanischen Einzelhandelsumsätze verzeichnen im März den größten monatlichen Rückgang aller Zeiten und setzen risikobehafteten Währungen zu. Vor diesem Hintergrund fällt EUR/USD beinahe auf die Unterstützungslinie 1,0840 zurück, kann im späten Handel jedoch einen Teil der Verluste wettmachen, nachdem die deutsche Kanzlerin ab Montag die schrittweise Lockerung der Quarantäne angekündigt hatte.

Auch das Währungspaar EUR/CHF bleibt  von der gestrigen Risikoscheue nicht verschont und wertet trotz der massiven Währungsinterventionen der Schweizerischen Notenbank auf das geringste Niveau seit Juli 2015 ab.

USD

Daten zeigen auf eine tiefe Rezession

Die gestern bestätigte Datenschwäche der US-amerikanischen Wirtschaft setzt die globalen Börsen und andere risikobehaftete Anlagen unter Druck. Angesichts der somit induzierten Flucht in die Sicherheit profitieren die als sicher angesehenen Währungen wie der US-Dollar, japanische Yen und der Schweizer Franken. Der Preisaufschlag, welchen die amerikanische Leitwährung aufgrund ihrer Liquidität und Stabilität genießt, scheint somit zumindest kurzfristig jegliche Bedenken über die geldpolitische Expansion der US-Notenbank in den Schatten zu stellen. Am gestrigen Handelstag gab es in den Vereinigten Staaten drei relevante Datenpunkte.

US-Einzelhandelsumsätze sinken im März auf Monatsbasis um 8,7 Prozent und verzeichnen somit den größten Rücksetzer seit mindestens 1992.

Und obwohl die derzeitige Krise stark auf den Dienstleistungssektor drückt, wird auch das verarbeitende Gewerbe nicht verschont. Mit einem monatlichen Rückgang von 5,4 Prozent fällt die Industrieproduktion in den Staaten so stark wie seit 1946 nicht mehr.

Das pessimistische Bild wird durch den Sentimentindikator „New York Empire State Manufacturing Index“ bestätigt, welcher im März ein neues Allzeittief verzeichnen musste.

CEE

Abkühlung der Inflation

Die gestrige Datenschwäche in den Vereinigten Staaten drückt auch auf die Währungen in Zentraleuropa, auch wenn die Abwertungen letztendlich marginal ausfallen. Wie aufgrund der Talfahrt der Ölpreise in den vergangenen Wochen zu erwarten war, hat sich die regionale Inflation deutlich abgekühlt. Sowohl in Polen, als auch in der Tschechischen Republik wird der seit dem Jahr 2018 bestehende Inflationsdruck somit kein signifikanter Faktor in der Setzung der Geldpolitik sein. Zinssenkungen sind in beiden Ländern nicht auszuschließen und abhängig von dem weiteren Verlauf des Coronavirus, wobei außerbörsliche Terminzinsgeschäfte eine Lockerung in Tschechien im Wert von 50 Basispunkten vorsehen. In Polen bestätigt der Notenbanker Jerzy Zyzynski die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen.


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