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Wöchentliche Marktberichte

Apr 09, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Angeschlagener Wirtschaftsausblick

EUR

Vorerst keine Einigung

In Europa fehlt es weiterhin an einer koordinierten Antwort auf die Coronakrise. Nach 16 Stunden enden die Gespräche zwischen den europäischen Finanzministern ohne wirkliche Einigung über die Konditionen und die Größe der Hilfspakete. Nun soll die Diskussion am Donnerstag eine zweite Chance für Kompromisse liefern. Die politische Lähmung im Entscheidungsprozess ließ die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen kurzzeitig wieder über 1,8 Prozent schnellen, was das Kreditrisiko des Landes widerspiegelt.

Schon in der vergangenen Woche hatte sich IHS Markit zu der erwarteten Verlangsamung der Eurozone geäußert und auf einen wirtschaftlichen Rückgang von 10 Prozent gedeutet. Für Deutschland weisen die führenden Forschungsinstitute trotz der deutlichen statistischen Abweichungen auf einen durchschnittlichen Rückgang von fünf bis zehn Prozent. Das Ausmaß der Wirtschaftsabkühlung wird von nun an von der weiteren fiskalischen Antwort der Regierungen auf die Krise und die Entwicklung der Krankheitsausbreitung abhängen.

USD

Erneuter Anstieg der Todesfälle

Die Vereinigten Staaten verzeichnen am Dienstag den tödlichsten Tag seit dem Anfang der Coronakrise. Knapp über 32.000 neue Coronafälle wurden allein gestern vermeldet. Mit insgesamt 150.000 Fällen ist New York die am stärksten von der Ausbreitung betroffene Stadt.

Markttechnisch sorgen die Überlegungen der Administration in Washington über eine erste potenzielle Lockerung der Ausgangssperren und der Austritt Bernie Sanders aus der Präsidentschaftswahl für einen leicht positiven Wind an den Börsen. Dies, obwohl die von Bloomberg Economics berechnete Wahrscheinlichkeit einer US-amerikanischen Rezession seit gestern bei hundert Prozent liegt. Die gestrige Veröffentlichung der Protokolle der letzten US-Zinsentscheidung bot geringen Mehrwert und somit wechselt der Fokus auf die heutigen Arbeitslosenunterstützungen und die US-Werkaufträge.

Der US-Dollar-Index notiert weiterhin über der Unterstützung bei 100,00, wobei ein weiterer Aufstieg bis 103,00 nicht ausgeschlossen werden kann. An der Unterseite definiert 97,00 den seit Mai 2018 anhaltenden Aufwärtstrend.

PLN

Zinssenkung auf ein Allzeittief

Angesichts der steigenden Coronafälle und des Stillstandes des Handelsvolumens senken die Währungshüter den Leitzins um 50 Basispunkte auf ein Allzeittief von 0,5 Prozent. Für die quantitative Lockerung – Kauf von staatlichen Schulden mit dem Ziel der Reduktion der Renditen – scheint die Notenbank noch kein zeitliches Limit beschlossen zu haben und beschränkt sich nicht nur auf Staatsanleihen.

Auch vor dem Kauf staatlich garantierter Kredite und Anleihen machen die Währungshüter keinen Halt um im Rahmen der Anti-Krisen-Politik der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Ersten Schätzungen zufolge könnte die geldpolitische Expansion mehr als acht Prozent des polnischen Bruttoinlandsprodukts ausmachen, was sogar im historischen Vergleich mit der europäischen und US-amerikanischen Notenbanken hoch angesetzt erscheint. In Verbindung mit der Schuldenemission der Regierung wird das diesjährige Budgetdefizit deutlich die im Maastricht Vertrag definierte 3-Prozent-Marke sprengen.  

Der beidseitige Stimulus könnte denZloty mittelfristig gegenüber den zentraleuropäischen Währungen unter Druck setzen. Zwar zeigen sich die Währungshüter sowohl in Tschechien, als auch in Ungarn expansiv. Mit dem deutlichen Anstieg der Staatsanleihenkäufe könnte die polnische Liquiditätsflut einer allzu hohen Aufwertung des Zloty in die Quere kommen.


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