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Wöchentliche Marktberichte

Apr 08, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Skepsis bleibt bestehen  

EUR

Lange Verhandlungen

Die Gemeinschaftswährung konnte sich angesichts der verbesserten Risikobereitschaft aus dem sechstägigen Abwärtstrend lösen und beendet den gestrigen Handelstag im Bereich EUR/USD 1,0890. In der Zwischenzeit kämpft die Eurogruppe (Finanzminister der Eurozone) in den gestrigen Verhandlungen um das erste Corona-Stimuluspaket für die Binnenwirtschaft. Trotz der vierzehnstündigen Gespräche über eine mögliche Unterstützung bei der Bekämpfung der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Krise scheint noch keine Einigung zu bestehen.

Die umstrittenen Coronabonds werden aufgrund der Ablehnung von Deutschland, Österreich, Finnland und den Niederlanden voraussichtlich nicht zum Einsatz kommen. Im derzeitigen Fokus steht die Verwendung und Ausweitung der ESM-Kreditlinien und die Vergabe von Darlehen seitens der Europäischen Investitionsbank und der Europäischen Kommission zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen. Die für den gestrigen Abend vorgesehene Pressekonferenz wurde auf heute Morgen (10.00h) verschoben.

CHF

Ungewöhnliche Bewegung der Renditen

Zum ersten Mal seit über zehn Jahren sind die Renditen von zwei- und zehnjährigen Schweizer Staatsanleihen über die der deutschen Bundesanleihen gestiegen. Der primäre Treiber dieser Umkehr kann in der aggressiven geldpolitischen Antwort der Europäischen Zentralbank auf die Coronakrise gefunden werden. Zwar zeigten sich die Währungshüter in der Schweiz wie in den vergangenen Quartalen ebenfalls expansiv. Die Interventionen scheinen jedoch das Ziel der Schwächung der eigenen Währung zu verfolgen und sind weniger wirtschaftsunterstützender Natur. Neben der Funktion als sichere Anlage in turbulenten Zeiten gibt nun auch die positive Zinsdifferenz dem Schweizer Franken Rückenwind. Nichtsdestotrotz hielt sich das Währungspaar EUR/CHF zuletzt stabil. Obwohl ungewiss bleibt, wie stark die SNB in den Währungsmarkt eingreift, haben sich die Währungshüter bei dem jüngsten Notenbanktreffen zu Interventionen bekannt.

In dem derzeitigen Abwärtstrend könnte EUR/CHF bis 1,0850 aufwerten, ohne die negativen Tendenzen zu durchbrechen. Erst ein Ausbruch jenseits der 1,11 würde nachhaltig neue Aufwärtsmöglichkeiten eröffnen.

Im Kampf gegen den US-Dollar konnte der Franken noch nicht die klare Überhand gewinnen. Die anfängliche Schwäche des US-Dollar im Januar und Februar wurde im März durch eine Liquiditätskrise und eine Flucht in die Leitwährung ersetzt, im Rahmen welcher der Franken die jüngsten Gewinne wieder abgeben musste. Nun notiert das Währungspaar mittig in der dreijährigen Bewegungsspanne zwischen 0,92 und 1,02.

PLN

Zentralbank startet Anleihenkauf

Die polnische Notenbank zeigt sich angesichts der rasanten Schuldenemission der Regierung expansiv und kauft Staatsschulden im Wert von umgerechnet 4,2 Milliarden Euro. Im Gegensatz zu anderen Notenbanken haben die polnischen Währungshüter bislang keine Zielgröße oder ein bestimmtes Limit für die Ankäufe definiert. Eine Beschleunigung der Anleihenkäufe steht außer Frage, insbesondere da die Regierung laut einem Stellvertreter des Finanzministeriums eine Erhöhung der Schuldenaufnahme um 70 Prozent zum Vorjahr vorsieht. Wie in Ungarn zu sehen, könnte ein rasanter Wechsel hin zur geldpolitischen Lockerung Schwächen der eigenen Währung mit sich bringen. Neben der in die Finanzmärkte induzierten Liquidität könnte die quantitative Lockerung auch Kreditrisiken und die Bonität Polens gefährden, sollte das Programm eine längere Zeit aktiv bleiben.

Zentraleuropäische Währungen konnten von der verbesserten Risikobereitschaft an den Märkten profitieren und werten erneut marginal auf. Sollte die positive Gemütslage im Lauf der Woche nicht umkehren, könnten die Währungen in Zentraleuropa die ersten wöchentliche Aufwertung seit Ende Februar verzeichnen. Die negativen Tendenzen bleiben jedoch bestehen, solange EUR/CZK und EUR/PLN oberhalb der Niveaus 27,00 und 4,48 notieren.


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