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Wöchentliche Marktberichte

Apr 07, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Erholungsrally

EUR

Gemeinsame Schulden eine Option?

Die Debatte über die europäische Einheit und Vergemeinschaftung der Schulden geht auch in dieser Woche weiter, insbesondere da es in den kommenden Tagen an wichtigen Wirtschaftsdaten fehlen wird. Die gemeinsame Emission von Schuldscheinen ist angesichts der Talfahrt diverser europäischer Leitindikatoren – zuletzt verzeichnete der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone ein Allzeittief – wieder in den politischen Fokus gerückt. In diesem Zusammenhang könnten sich die europäischen Finanzminister (Eurogruppe) im heutigen Telefonat auf einen Rahmen für die Bereitstellung finanzieller Mittel einigen.

Neben den jüngst diskutieren Coronabonds könnte auch der im Jahr 2012 entstandene europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) zum Einsatz kommen, im Rahmen dessen eine Kreditlinie im Wert von bis zu zwei Prozent des europäischen Bruttoinlandsprodukts zur Verfügung stehen würden. Dies würde insbesondere Ländern wie Spanien, Italien und Griechenland die Möglichkeit einer Refinanzierung mit niedrigeren Zinsen bieten.

USD

Wieso der Dollar nicht gesunken ist

Der US-Dollar hält trotz der rasanten Zinssenkungen der US-amerikanischen Währungshüter und der bislang größten Expansion der Notenbankbilanz weiterhin an den kürzlich ergatterten Gewinnen fest. Wie am Freitag nach dem enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht zu erkennen war, stellt die Safe-Haven-Funktion der Leitwährungen jegliche ökonomischen und geldpolitischen Sorgen der Vereinigten Staaten in den Schatten. Ein erklärender Faktor für die Schwäche des EUR/USD ist dabei technischer Natur.

Berechnungen des IIF zufolge kam es im März zu dem bislang größten verzeichneten Kapitalabfluss aus Schwellenländern aller Zeiten, nachdem 83 Milliarden US-Dollar die Aktien- und Anleihenmärkte der aufstrebenden Nationen verlassen haben. Um der Abwertung der heimischen Währungen entgegenzuwirken, mussten einige Zentralbanken ihre eigene Währung mit US-Dollar auf dem Markt kaufen (und den US-Dollar somit verkaufen). Dies hat in weiterer Folge den Anteil der Dollar-Reserven innerhalb der Notenbank reduziert. Da sich viele Notenbanken jedoch eine konstante Reserveaufteilung wünschen, sahen sich die Währungshüter gezwungen, den Dollar am Markt zurückzukaufen. Dies geschah aufgrund der liquiden Position des EUR/USD größtenteils über den Verkauf der Gemeinschaftswährung.

Die Liquiditätsprobleme scheinen sich nach der Intervention der US-Notenbank im März deutlich reduziert zu haben. Dies zeigt sich neben der reduzierten Volatilität am US-Anleihenmarkt auch an der gesunkenen EUR/USD Currency Swap Basis, ein Maß, welches als Leitindikator für die globale Nachfrage nach dem US-Dollar gesehen wird.

CEE

Positiver Wochenauftakt

Zentraleuropäische Währungen profitieren von dem positiven Wochenauftakt an den globalen Aktienmärkten und stabilisieren sich an den jüngst erlangten Niveaus. Der ungarische Forint konnte sich marginal von dem am vergangenen Mittwoch gesetzten Allzeittief bei EUR/HUF 370,00 festigen und wartet nun auf globale Impulse. In der Zwischenzeit hat der ungarische Präsident, Victor Orban, ein Konjunkturpaket im Wert von 30 Milliarden US-Dollar angekündigt. Dies sorgte unter regionalen Investoren kurzzeitig für Verwirrung, da der Betrag knapp 20 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung Ungarn ausmachen würde. Die genannten 30 Milliarden scheinen sich dabei auf die gesamte geldpolitische Unterstützung der Zentralbank und das fiskalische Programm der Regierung zu beziehen.


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