Wöchentliche Marktberichte

Mrz 26, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Staaten kommen zur Hilfe

EUR

Deutschland im Fokus

Der Überraschungsfaktor war bei der Veröffentlichung des gestrigen Ifo Geschäftsklimas nicht gegeben. Obwohl der Stimmungsindikator neben dem Einkaufsmanagerindex die wichtigste wirtschaftliche Veröffentlichung in Deutschland darstellt, hatte das in München stationierte Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) in der vergangenen Woche schon eine erste Schätzung des Indikators für den Monat März veröffentlicht. Am gestrigen Handelstag wurde der historische Rückgang des Geschäftsklimas mit einem Wert von 86,1 nun offiziell bestätigt. Der Sentimentindikator verzeichnet vor dem Hintergrund des kompletten Stillstands der deutschen Wirtschaft den größten monatlichen Rücksetzer aller Zeiten und befindet sich nun auf einem zehnjährigen Tief.

In der Zwischenzeit hat sich die deutsche Regierung auf ein Konjunkturpaket in Höhe von 750 Milliarden Euro geeinigt. Der Versuch, die Wirtschaft von den Schäden des Wirtschaftsstillstandes zu schützen, wird unter anderem durch die erste Schuldenaufnahme der Regierung seit 2014 ermöglicht werden. Weitere Einblicke in die deutsche Volkswirtschaft erhoffen sich Marktteilnehmer von dem heute veröffentlichten Gfk Konsumentenklima und dem ökonomischen Bulletin der Europäischen Zentralbank.

USD

Beidseitiger Stimulus

New York scheint sich in den vergangenen Tagen als das Verbreitungszentrum des Coronavirus in den Vereinigten Staaten etabliert zu haben. Mehr als 16.000 Erkrankte wurden im Laufe der Krankheitsausbreitung vermerkt. Fast 200 Menschen sind bereits an den Folgen des Virus gestorben.

An der geldpolitischen Front kündigte die US-amerikanische Notenbank am Montag eine weitere Beschleunigung der eigenen Bilanzausweitung an. Neben einer Reduktion der Volatilität an den Märkten soll der Kauf von Staatsanleihen der US-Regierung eine leichtere Schuldenaufnahme garantieren. Zwei Tage danach kam dann die lange erwartete Einigung der beiden politischen Parteien über das zwei Billionen Dollar schwere Konjunkturpaket.

In der Zwischenzeit konnte die geldpolitische Intervention der Federal Reserve die globale Nachfrage nach dem US-Dollar fürs Erste unter Kontrolle bringen. Trotz des bestätigten Stimuluspakets der US-Regierung scheint nun der Fokus wieder auf die angeschlagene Datenlage zu wechseln.  Die Zahl neuer Arbeitslosenanmeldungen, welche heute veröffentlicht wird, ist in der vergangenen Woche laut ersten Schätzungen um 2,5 Millionen gestiegen. Sollte die vorläufige Prognose bestätigt werden, wäre das der größte wöchentliche Anstieg neuer Arbeitsloser aller Zeiten.

CEE

Verschnaufpause für CEE-Währungen

Die tschechische Regierung scheint den globalen Rufen nach Konjunkturpaketen gefolgt zu sein und emittiert Schuldscheine im Wert von umgerechnet 1,93 Milliarden Euro. Das Finanzministerium will die bestehende Nachfrage an den Märkten nach Staatsanleihen ausnützen, um der Wirtschaft durch eine Ausweitung der Staatsausgaben unter die Arme zu greifen. Im gleichen Stil zeigt sich auch die ungarische Notenbank expansiv und macht von dem am Dienstag angekündigten festverzinsten besicherten Kreditinstrument mit unbegrenzter Liquidität Gebrauch. Renditen für ungarische Staatsanleihen sinken in Folge der geldpolitischen Maßnahme, bleiben für den ungarischen Forint jedoch ohne nachhaltige Folge.

Am Devisenmarkt profitieren alle drei zentraleuropäischen Währungen von dem positiven Risikosentiment und werten den zweiten Tag infolge auf. Der Aufwärtsbewegung der europäischen Gemeinschaftswährung gegenüber dem polnischen Zloty und der tschechischen Krone scheint nun bei EUR/PLN 4,60 und EUR/CZK 27,80 die Kraft ausgegangen zu sein. Die angeschlagene globale Konjunktur macht beide Währungen jedoch weiterhin anfällig für Verluste.

Diese negative Tendenz würde beim Zloty erst bei einem Unterlaufen der 4,40 negiert werden. Bei der Krone bleibt die expansive Haltung der Notenbank eine kurzzeitige Gefahr für die Währung. Marktteilnehmer erwarten sich diesbezüglich neue Erkenntnisse bei der heutigen Zinsentscheidung der tschechischen Notenbank.


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