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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 25, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Hoffnungsschimmer an den Börsen

EUR

Pessimistischer Wirtschaftsausblick

Die Eindämmungsmaßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus scheinen die Eurozone in eine wirtschaftliche Krise versinken zu lassen. Nach dem größten monatlichen Fall des deutschen Geschäftsklimas und des am Montag veröffentlichten europäischen Verbrauchervertrauens aller Zeiten scheint nun auch der Einkaufsmanagerindex auf eine Rezession der Eurozone deuten zu lassen. Der vom börsennotierten IHS Markit veröffentlichte Stimmungsindikator für den Dienstleistungssektor findet mit einem Wert von 28,4 ein Allzeittief. Trotz der Resistenz des verarbeitenden Gewerbes, welches mit einem Wert von 44,8 deutlich besser ausfällt als von Ökonomen im Vorfeld erwartet, sinkt der Gesamtindikator ebenfalls auf ein Allzeittief von 31,4. Und obwohl sich Deutschland leicht über dem europäischen Durchschnitt verweilt, vermelden auch hier knapp ein Drittel aller im Dienstleistungsbereich befragten Unternehmen im Monat März eine Kontraktion. Die vorläufigen Daten verweisen laut dem IHS Institut auf eine jährliche Kontraktion der Eurozone von acht Prozent. Die deutsche Regierung erwartet angesichts der jüngsten Datenlage ein negatives Wachstum der eigenen Volkswirtschaft in Höhe von fünf Prozent.

Da die Bewegungen an den globalen Devisenmärkten derzeit fast ausschließlich durch die Dollar-Dynamik – welche am gestrigen Handelstag deutliche Verluste einbüßen musste – dominiert wird, blieb der Euro von der Datenlage unberührt. Vielmehr scheint die 20-jährige Unterstützungslinie des EUR/USD gehalten zu haben, was die Möglichkeit leichter Aufwertungen der Gemeinschaftswährung ermöglicht hatte.

USD

Dollar-Nachfrage lässt nach

Nach einer turbulenten und höchst volatilen Woche scheinen nun zumindest die Dollar-Liquiditätssorgen behoben worden zu sein. In der vergangenen Woche dominierte die Nachfrage nach der Leitwährung, und der damit induzierte Verkauf jeglicher Währungen und Anlagen gegen die US-Dollar, das globale Marktgeschehen. Dank der Kapitalbereitstellung der US-amerikanischen Notenbank scheint sich der Andrang institutioneller Investoren wieder deutlich beruhigt zu haben. Ein Indiz dafür ist der Fall des Preisaufschlags, welchen nicht-amerikanische Banken zahlen müssen, um die heimische Währung gegen den US-Dollar eintauschen zu können (Cross Currency Swaps). Innerhalb einer Woche vergrößerte die US-Notenbank durch den Kauf diverser kurz- und langfristiger Anlagen ihre Bilanz um 356 Milliarden US-Dollar. Auch der US-Aktienleitindex SP500 konnte vor dem Hintergrund der gestrigen Dollar-Schwäche profitieren und steigt ganze neun Prozent gegenüber dem Vortag an.

HUF

Lockerung ohne Zinssenkung

Die ungarische Notenbank entscheidet sich trotz der Verlangsamungserscheinungen der globalen Konjunktur gegen eine Lockerung der Zinsen. Die Währungshüter setzen bei dem gestrigen geldpolitischen Treffen einen anderen Schwerpunkt und kündigen neue Maßnahmen zur ausreichenden Bereitstellung von Liquidität an. Im Rahmen dieser Zielvorstellung wird die Notenbank zwar von einem direkten Kauf von Staatsanleihen, anders wie in Polen, absehen. Die Kapitalzufuhr soll hingegen durch eine Senkung der Mindestreserve und eine Erweiterung der wöchentlichen FX-Swaps, welche die Notenbank jeden Montag durchführt, erfolgen.

Devisenhändler scheinen die gestrige Ankündigung als negativ interpretiert zu haben und verkaufen den ungarischen Forint gegenüber dem Euro und US-Dollar. Indes können der polnische Zloty und die tschechische Krone von dem gestern aufgekommenen Optimismus an den Märkten profitieren und werten beide marginal auf.


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