Wöchentliche Marktberichte

Mrz 24, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Weitere Stimulusmaßnahmen 

EUR

Verbrauchervertrauen stürzt ab

Nach langen Spekulationen über das Ausmaß der wirtschaftlichen Verlangsamung stand am gestrigen Handelstag die erste Datenveröffentlichung nach dem Ausbruch des Coronavirus in Europa vor der Tür. Die Bestätigung der pessimistischen Haltung des Konsumenten kam dabei in Form des europäischen Verbrauchervertrauens, welches im März die größte monatliche Kontraktion aller Zeiten verzeichnen musste. Der Indikator befindet sich nun an einem knapp viereinhalbjährigen Tief. Und obwohl sich Ökonomen aufgrund der schwachen Wirtschaftsaktivität und des möglichen Arbeitslosenanstiegs nichts anderes erwartet hatten, scheint die gesamte Dimension der Wirtschaftsabkühlung nur zur Gänze abgebildet worden zu sein. Somit rückt die heutige Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes in den Vordergrund, und damit einer der wohl wichtigsten Leitindikatoren für das Bruttoinlandsprodukt eines Landes.

In der Zwischenzeit profitiert der Euro neben der erneuten Expansion der US-Notenbank marginal von der Bestätigung des deutschen Konjunkturpakets im Wert von 750 Milliarden Euro. Unter anderem soll die Staatsausgabenerweiterung durch die Emission neuer Bundeswertpapiere ermöglicht werden, welche zum Teil durch die europäische Notenbank im Rahmen des Anleihenkaufprogramms erworben werden sollen.

USD

Fed lässt nicht locker

Noch vor dem offiziellen Beginn der Handelswoche schockierte die US-amerikanische Notenbank die Börsianer mit einer erneuten Ausweitung ihres Staatsanleihenkaufprogramms. Gerade mal acht Tage nach der ersten Ankündigung, in welcher sich die Fed zu einer Bilanzausweitung im Wert von 700 Milliarden US-Dollar verpflichtet hatte, signalisiert die Notenbank nun einen unbegrenzten Ankaufvon Schuldscheinen. Die sogenannte quantitative Lockerung, in welcher die Notenbank Staatsanleihen und Wertpapiere erwirbt, um die Zinsen gering zu halten, scheint an den Märkten jedoch kaum jemanden erfreut zu haben.

Vielmehr verzeichnet die Handelswoche in den Staaten einen schwachen Auftakt, nachdem das von Donald Trump angekündigte Konjunkturpaket fürs Erste nicht vom Parlament abgesegnet worden war. Eine parlamentarische Bestätigung der 1,4 Billionen US-Dollar schweren Stimulusmaßnahmen würden den Kreditrisikofaktor aufgrund der hohen Schulden der Vereinigten Staaten wieder ins Zentrum der Diskussion stellen. Einen mittelfristig positiven Effekt hätte dies durchaus, insbesondere bei der Implementierung der Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Der US-Dollar musste am gestrigen Handelstag trotz seiner Safe-Haven-Funktion Gewinne abgeben, insbesondere da die Währung nun die Liquiditätsspritze der US-Notenbank zu spüren bekommen.

CEE

Zinsentscheidung in Ungarn

Die Schwächeerscheinung der zentraleuropäischen Währungen scheint auch in der neuen Woche Fuß gefasst zu haben. Eine leichte Verbesserung des Risikosentiments am Freitag bot risikobehafteten Währungen und Anlagen eine kurze Verschnaufpause. Der Wochenauftakt gestaltet sich jedoch kompliziert, insbesondere da die regionalen Währungen in den vergangenen Wochen eine starke Korrelation mit den Aktienleitindizes in Europa und den USA aufweisen. Ohne eine nachhaltige Verbesserung der Gemütslage an den Märkten, wird auch die Kapitalverlagerung in risikoreichere Märkte ausbleiben.

Am regionalen Wirtschaftskalender steht für heute die Zinsentscheidung der ungarischen Notenbank an, welche als einzige Institution in der Region noch nicht die Zinsen in dem Jahr gesenkt hat. In Tschechien, Polen und Rumänien sahen sich die Währungshüter angesichts der globalen Risiken und heimischen Schwächeanfälle zu geldpolitischen Lockerungen gezwungen. Von Reuters befragte Ökonomen gehen jedoch von keiner Zinsveränderung der ungarischen Notenbank aus.


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