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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 23, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Der Fall der „schwarzen Null“

EUR

20-jährige Trendlinie im Fokus

Genau vor einer Woche notierte das Währungspaar EUR/USD für kurze Zeit an einem einjährigen Hoch bei 1,15. Allzu lange konnte die Gemeinschaftswährung von dem kurzzeitigen Höhenflug jedoch nicht profitieren. Jüngst entfachte Liquiditätsengpässe, ein rasanter Anstieg der impliziten Währungsvolatilitäten und Sorgen um die Bonität individueller Eurostaaten drückten die Gemeinschaftswährung erneut unter die Unterstützungsgrenze bei 1,07.

Und obwohl makroökonomische Veröffentlichungen aufgrund der stetig wachsenden Coronafälle in Europa und den USA keine erhebliche Aufmerksamkeit genießen, könnten die Einkaufsmanagerindizes am Dienstag Neupositionierungen zur Folge haben. Insbesondere da 76 Prozent der von Reuters befragten Ökonomen eine Rezession der globalen Volkswirtschaft für das Jahr 2020 prognostizieren. Laut Bloomberg Economics könnte die  Kontraktion der Eurozone im ersten und zweiten Quartal mit minus 3,2 und 2,4 Prozent sogar die größte aller Zeiten werden.

Somit bleibt die Gemeinschaftswährung trotz des 34-monatigen Tiefs auch weiterhin für Rücksetzer anfällig. Nach der schwächsten Woche des Währungspaares seit Mitte 2016 rückt nun die 20-jährige Trendlinie bei 1,0615 in den Fokus. An der Oberseite scheint sich die Schwellgrenze bei 1,08 als erste Barriere potenzieller Erholungen des Euro etabliert zu haben.

USD

Sorgen um den Arbeitsmarkt

Wenn man der US-amerikanischen Notenbank eines nicht vorwerfen kann, dann ist es in Krisenzeiten passiv zu agieren. Alleine in den vergangenen sieben Tagen stellten die Währungshüter dem Finanzsystem rekordverdächtige 355 Milliarden US-Dollar in Form diverser Lockerungsmaßnahmen zur Verfügung.

In der Zwischenzeit zieht Donald Trump das in den Staaten umstrittene „Helikoptergeld-Modell“ in Erwägung und versucht dieses zum ersten Mal in der US-Geschichte durch das Parlament zu bekommen. Neben staatlichen Unterstützungen für Firmen in angeschlagenen Industrien wie der Luftfahrt- und Automobilindustrie sollen nun 500 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt werden, um individuellen Bürgern direkt Geld in die Hände zu drücken.

Die geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen scheinen laut ersten Frühindikatoren notwendig zu sein, um den wirtschaftlichen Schaden des Coronavirus möglichst gering zu halten. Laut ersten Hochrechnungen sollen sich in der vergangenen Woche mehr als zwei Millionen Amerikaner für die Arbeitslosenunterstützung angemeldet haben. Dies würde den größten wöchentlichen Anstieg der Arbeitslosen aller Zeiten bedeutet und könnte die US-Wirtschaft im ersten- und zweiten Quartal in eine Rezession gleiten lassen. Vor der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten am Donnerstag erhoffen sich Marktteilnehmer von dem Einkaufsmanagerindex am Dienstag neue Einblicke in die jüngste Entwicklung der größten Volkswirtschaft der Welt.

CEE

Schwache Woche, positiver Ausklang

Nach einer der volatilsten Wochen seit der Finanzkrise 2009 gab es für die  zentraleuropäischen Währungen mit der Aufwertung am Freitag doch noch einen positiven Wochenausklang. Grund für die Erholung war die Kapitalbereitstellung der großen Zentralbanken in den Vereinigten Staaten, der Eurozone und Großbritannien, wobei sich auch die Notenbanken in Tschechischen und Polen mit Zinslockerungen expansiv zeigten.

Der leichte Hauch von Optimismus kam den zentraleuropäischen Währungen zugute, welche in der vergangenen Woche deutliche Verluste einstecken mussten. Da die Währungen sehr stark vom globalen Risikosentiment abhängen, bleibt die Aufmerksamkeit regionaler Investoren und Händler auch weiterhin auf den globalen Geschehnissen und der Entwicklung des Coronavirus.

Nichtsdestotrotz erwarten sich Ökonomen und Analysten neue volkswirtschaftliche Erkenntnisse von den beiden Zinsentscheidungen der ungarischen und tschechischen Notenbanken am Dienstag und Donnerstag. Ein Blick auf die außerbörslich gehandelten Zinstermingeschäfte legt Spekulationen auf eine weitere Zinssenkung der tschechischen Notenbank offen.


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