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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 19, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Dollar gibt den Ton an

EUR

Nur an zweiter Stelle

Die europäische Gemeinschaftswährung scheint in den turbulenten Zeiten gegenüber dem US-Dollar den Kürzeren gezogen zu haben und verzeichnet erneute Rücksetzer. Die Gemeinschaftswährung musste innerhalb der vergangenen zwei Wochen Verluste im Wert von 3,52 Prozent einbüßen und befindet sich nun gefährlich nahe an der 34-monatigen Unterstützung bei 1,0775. Die Nachfrage nach der Leitwährung stellt zwar den Euro in den Schatten. Gegenüber den illiquiden und risikobehafteten Währungen schlägt sich die Gemeinschaftswährung trotz der Sorgen um die europäischen Schulden, welche erneut zum Vorschein gekommen waren, relativ gut. Vor diesem Hintergrund verzeichnet der Euro gegenüber folgenden Währungen neue mehrjährige Höhen:

Britisches Pfund – EUR/GBP wird durch die negative Leistungsbilanz und britische Abhängigkeit gegenüber dem Bankensektor dominiert. Dies zieht das Währungspaar trotz der strukturellen Probleme in der Eurozone auf ein neues 10-Jahres-Hoch.

Norwegische Krone – EUR/NOK kann aufgrund der schwachen Position der Krone ein neues Allzeithoch verzeichnen.

Australischer Dollar – EUR/AUD profitiert von der australischen Nähe zu China und steigt auf das größte Niveau seit 2009.

Schwedische Krone – EUR/SEK steigt vor dem Hintergrund der geringen Liquidität der Krone auf ein neues Allzeithoch.

Mexikanischer Pesos – EUR/MXN steigt im März um 20 Prozent und findet ein Allzeithoch.

Polnischer Zloty – EUR/PLN profitiert von der Zinssenkung der polnischen Notenbank und steigt auf den höchsten Wert seit 2011 an.

Tschechische Krone – EUR/CZK befindet sich auf gutem Weg, die größte monatliche Aufwertung aller Zeiten zu verzeichnen. Derzeit ist das Währungspaar auf einem 5-Jahres-Hoch positioniert.

Ungarischer Forint – EUR/HUF beschleunigt seinen ohnehin bestehenden Aufwärtstrend und findet nach sechs täglichen Aufwertungen infolge ein Allzeithoch.

Russischer Rubel – EUR/RUB gewinnt im Verlauf des Zusammenbruchs der Opec-Gespräche knappe 20 Prozent und befindet sich in Nähe des Allzeithochs.

USD

Liquidität treibt die Leitwährung

Die erhöhte Volatilität dominiert an den globalen Finanzmärkten weiterhin das Geschehen. Die den Märkten dadurch entzogene Liquidität scheint die US-amerikanische Notenbank dazu gezwungen zu haben, neben dem Kauf von Staatsanleihen nun auch Unternehmensschulden zu erwerben. Von Unternehmen emittierte Commercial Papers sind Wertpapiere, die zur kurzfristigen Beschaffung von Geldern im Geldmarkt (meist Schuldverschreibungen) emittiert werden. Diese Maßnahme war notwendig, da der Volatilitätsanstieg die Liquidität am Markt ausgetrocknet hat, was höhere Risikoprämien der Unternehmen zur Folge hatte. Dies führte wiederum zu einer schwierigeren Refinanzierung der Firmen, was die Ausfallwahrscheinlichkeit erhöht und in weiterer Folge die Bilanzen der Banken in Gefahr gebracht hatte. Neben der fehlenden Liquidität am Unternehmensanleihenmarkt scheint auch der Handel mit Staatsanleihen nicht flüssig zu laufen. Dies hat weitere Eingriffe der Fed am Repo-Markt veranlasst. In den vergangenen Tagen hat die Notenbank zwei Billionen US-Dollar für Repo-Geschäfte zur Verfügung gestellt. Diese Expansionsmaßnahmen hätten Dollar unter normalen Bedingungen massiv unter Druck gesetzt. Aufgrund der Position als globale Leitwährung bleiben jegliche negativen Konsequenzen des erhöhten Geldangebots der Federal Reserve jedoch aus.

CEE

Breit angelegter Abverkauf

Der industrielle Produktionsstopp ist nun auch in Zentraleuropa angekommen. Am stärksten trifft die jüngste Bekämpfungspolitik gegen die Ausbreitung des Coronavirus die tschechische Republik. Am Mittwoch hatte der größte Konzern des Landes, der Automobilproduzent Škoda, die vorübergehende Einstellung der Produktion verkündet. Ökonomen gehen insbesondere aufgrund der großen Abhängigkeit des Landes von der globalen Nachfrage von einem starken Einbruch des Wirtschaftswachstums aus, was sich im ersten Halbjahr des Jahres sogar in eine Rezession ausbreiten könnte. Ein Blick auf den außerbörslichen Termingeschäftehandel zeigt ebenfalls auf, dass Investoren von weiteren Lockerungen der tschechischen Notenbank ausgehen. Auch wenn ein Großteil der Schwäche im Wechselkurs eingepreist scheint, könnte sich die Zentralbank dazu gezwungen sehen, eine allzu große Abwertung mit Währungsinterventionen anzufechten. In der Zwischenzeit bleibt den Währungshütern in Polen und Ungarn kein großer Raum für Zinssenkungen über. Insbesondere dieser Faktor könnte die Krone stärker unter Druck setzen, als den Zloty und den Forint.


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