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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 18, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Nachfrage nach dem US-Dollar

EUR

Investorenvertrauen bricht ein

Die ersten Wirtschaftsveröffentlichungen nach dem Ausbruch des Coronavirus in Europa scheinen ein pessimistisches Bild für die Binnenökonomie zu skizzieren. Den Anfang machte am gestrigen Handelstag das deutsche Investorenvertrauen, welches vom Mannheimer Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung monatlich veröffentlicht wird. Laut dem Institut ist die Konjunkturerwartung unter institutionellen Investoren und Finanzanalysten in Deutschland aufgrund der jüngsten Krankheitsausbreitung eingebrochen. Der Indikator verzeichnet den größten monatlichen Fall aller Zeiten und befindet sich mit einem Wert von minus 49,5 nun auf einem neunjährigen Tief. Immer mehr Ökonomen scheinen die Rezession der Eurozone im ersten Halbjahr aufgrund der jüngsten Datenlage für unumgänglich zu halten. Die weitaus wichtigere Frage wird sein, wie lange diese anhält.

Der EUR/USD ist seit dem Hoch am 09. März (1,1440) ganze 3,80 Prozent gefallen und notiert nach dem gestrigen Unterlaufen der Unterstützung bei 1,10 erneut auf einem dreiwöchigen Tief. Aufgrund fehlender Wirtschaftsdaten bleiben die wichtigsten Katalysatoren die Schlagzeilen rund um die Konjunkturpakete der jeweiligen Regierungen.

USD

Stimulus von allen Seiten

Die Marktvolatilität bleibt den Investoren auch in dieser Woche erhalten, insbesondere da es nicht an neuen Schlagzeilen an der geldpolitischen und fiskalischen Front fehlte. Nach einem mehr als zwölfprozentigen Fall am Montag, beenden die US-amerikanischen Börsen den gestrigen Handelstag im Durchschnitt knappe vier Prozent im Plus. Insbesondere die Ankündigungen eines Konjunkturpakets seitens der US-Regierung im Wert von bis zu 850 Milliarden US-Dollar scheint die Gemütslage der Investoren kurzzeitig aufgehellt zu haben. Auch die US-amerikanische Notenbank bleibt in den vergangenen Tagen aktiv. Neben der Zinssenkung am Montag verkündete die Zentralbank nun auch den Kauf von Anleihen mit kurzer Laufzeit von Banken und Unternehmen. Die Maßnahme soll dazu dienen, angeschlagenen Unternehmen eine möglichst leichte Kreditaufnahme zu ermöglichen.

In der Zwischenzeit verzeichnen die Einzelhandelsumsätze im Februar auf Jahresbasis einen Verlust von 0,5 Prozent. Den US-Dollar schien die datenseitige Delle wenig gestört zu haben und so steigt der handelsgewichtete Dollar-Index 1,56 Prozent an. Sollte im weiteren Verlauf die psychologische Barriere bei 100,00 durchbrochen werden, können weitere Aufwertungen nicht ausgeschlossen werden.

PLN

Erste Zinssenkung seit 2015

Die polnische Notenbank schließt sich den Lockerungsmaßnahmen der tschechischen Währungshüter an und senkt den Leitzins um 50 Basispunkte auf genau ein Prozent. Neben der Leitzinssenkung auf ein neues Allzeittief soll heimischen Banken die Möglichkeit einer günstigen Refinanzierung geboten werden, um die Kreditvergabe an angeschlagene Unternehmen zu erleichtern. Auch das in Europa kontroverse „Quantitative Easing“ (Staatsanleihenkaufprogramm) kommt zum Ersten mal in Polen zum Einsatz. Mit dem Kauf polnischer Staatsanleihen will die Notenbank die langfristigen Renditen nach unten drücken und eine leichtere Staatsausgabenerweiterung ermöglichen. Der politische Spielball liegt nun bei der Regierung, welche heute das Konjunkturprogramm zur Bekämpfung des Coronavirus verkünden sollte.

Obwohl die erwartete, wenn auch frühzeitige Zinssenkung zum größten Teil ohnehin im Wechselkurs eingepreist war, könnte das Anleihenkaufprogramm weitreichende Implikationen für den Zloty und den polnischen Rentenmarkt mit sich ziehen. Die nächsten Tage sind dabei kritisch für die weitere Beurteilung des EUR/PLN. Solange sich das Währungspaar oberhalb des Niveaus 4,40 befindet, bleibt der Zloty für Rücksetzer anfällig. Die Schwellgrenze 4,50 gilt derzeit als wichtigste Barriere potenzieller Vorstöße der europäischen Gemeinschaftswährung.


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