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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 17, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Geldpolitik in Zentraleuropa

USD

Globale Nachfrage nach dem Dollar

Einen Tag nach der zweiten außerordentlichen Zinssenkung der US-Notenbank in dem Jahr bleibt die Federal Reserve weiterhin im Zentrum des Geschehens. Neben der Lockerung der Leitzinsen am Montag um 100 Basispunkte hatte die Notenbank eine erneute Wiederaufnahme des Staatsanleihenkaufprogramms im Wert von 700 Milliarden US-Dollar angekündigt. Ebenfalls sah sich die Fed gezwungen, den Zentralbanken in der Schweiz, Kanada, der Eurozone und Japan Swap-Linien – unbegrenzte Liquidität zum Decken des Dollar-Bedarfs – zur Verfügung zu stellen. Die derzeitige Nachfrage nach der liquiden Leitwährung scheint jegliche Nachteile der jüngsten geldpolitischen Lockerung der Fed zu überschatten und bietet dem Dollar eine gewisse Stütze.

Der EUR/USD scheint sich im Bereich zwischen 1,11 und 1,1230 stabilisiert zu haben. Die heutigen Veröffentlichungen des deutschen ZEW Investorenvertrauens und der US-Einzelhandelsumsätze werden die datenseitigen Höhepunkte des Handelstages darstellen.

CZK

Außerplanmäßige Zinssenkung

Angesichts der Beschädigung der globalen Lieferkette und ersichtlicher Abschwächungen der heimischen Ökonomie senkt die tschechische Notenbank den Leitzinssatz um 50 Basispunkte auf einen Wert von nun 1,75 Prozent. Das außerordentliche geldpolitische Treffen kam einen Tag nach der Ausrufung des nationalen Notstandes und der Schließung der Grenzen zu Österreich. Die Lockerung war trotz der erhöhten Inflation in Tschechien keine unerwartete Entscheidung. Geldmärkte hatten für dieses Jahr mehrere Zinssenkungen in den Terminzinsgeschäften eingepreist.

Nichtsdestotrotz schockt die vorgezogene Lockerung der Geldpolitik die Investoren und manifestiert sich in dem zweitgrößten täglichen Abverkauf der Krone aller Zeiten. Obwohl das Währungspaar EUR/CZK kurzzeitig sogar ein fünfjähriges Hoch gefunden hatte, scheint die Barriere bei 27,50 fürs Erste gehalten zu haben. Und obwohl die Notenbank die Bereitschaft weiterer Zinssenkungen offen gelegt hat, scheinen die Währungshüter mit den vorhandenen Währungsreserven in der Lage zu sein, eine erneute Talfahrt verhindern zu können. Ob die Notenbank schon zu diesem Zeitpunkt, oder erst ab einem Niveau von EUR/CZK 28,00 anfängt zu intervenieren, bleibt dabei weiterhin offen.

PLN

Fiskal- oder Geldpolitik?

Die Europäische Zentralbank ist nicht die einzige geldpolitische Institution, welche versucht, die Regierungen und die Fiskalpolitik mehr in den Vordergrund bei der Krisenbekämpfung zu drängen. Die gleiche Diskussion spielt sich nun auch in der größten zentraleuropäischen Volkswirtschaft ab. Zwar scheint der polnische Nationalbankpräsident Adam Glapinski seine lange gehaltene Präferenz der Zinsstabilität vor dem Hintergrund der Krisenverschärfung nun endgültig über Bord geworfen zu haben. Diverse andere Zentralbanker rufen die eigene Regierung zur Erhöhung der staatlichen Ausgaben auf, um die vom Coronavirus entstandenen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Schäden zu kompensieren.

Das polnische Inflationswachstum befindet sich weiterhin auf einem siebenjährigen Hoch und limitiert eine allzu große geldpolitische Lockerungsmaßnahme der Notenbank, welche den Zinssatz ohnehin am Rekordtief von 1,5 Prozent hält. Wie auch die tschechische Krone büßt der polnische Zloty aufgrund der nun ersichtlichen Lockerungstendenz der Notenbank deutliche Verluste ein. Sollte im weiteren Verlauf auch die Barriere bei 4,45 fallen, scheint Potenzial für Bewegungen bis 4,50 zu bestehen.

Das Szenario einer Zinssenkung könnte dabei nicht lange auf sich warten lassen. Einige Ökonomen scheinen die Möglichkeit einer frühzeitigen Lockerungen der Zinsen bei dem heutigen geldpolitischen Treffen der Notenbank zu sehen, auch wenn unter normalen Umständen keine Zinsentscheidung fällig wäre.


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