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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 16, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schließung der Grenzen

EUR

EZB hält sich zurück – Blick auf die Regierungen

Obwohl die europäische Notenbank in der vergangenen Woche einige Maßnahmen zur Bekämpfung der Liquiditätsengpässe an den Märkten unternommen hatte, bleibt die erwartete Senkung der Zinsen aus. Nun scheinen Marktteilnehmer auf die einzelnen Regierungen der Eurozone zu blicken, um zu sehen, ob die Fiskalpolitik die Funktion der Wirtschaftsbelebung übernimmt. Fürs Erstes dominieren jedoch Eindämmungsmaßnahmen in der derzeit am stärksten betroffenen Region außerhalb Chinas. Deutschland hat die Schließung der Grenzen zwischen den Nachbarstaaten Frankreich, Schweiz und Österreich und ein mögliches Konjunkturpaket angekündigt. Der endgültige Fall der schwarzen Null – die Regelung eines ausgeglichenen Staatshaushalts – könnte der Gemeinschaftswährung Rückenwind verschaffen. Solange die Anzahl der Neuinfizierten exponentiell am Steigen sind, bleibt die Schwäche der Währungspaare EUR/USD und EUR/CHF aufrechterhalten.

Die neue Woche fängt mit dem Treffen der Eurogruppe (Finanzminister der Eurozone) und der Videokonferenz der G7-Länder politisch an. Den ersten volkswirtschaftlichen Einblick erwarten sich Investoren von den Veröffentlichungen des deutschen Investorenvertrauens und der US-Einzelhandelsumsätze am Dienstag. Am Donnerstag wird die Schweizerische Notenbank vor der großen Entscheidungen stehen, ob eine Zinssenkung zur Bekämpfung der derzeitigen Franken-Schwäche notwendig sein wird.

USD

Liquiditätsengpässe treiben den Dollar nach oben

Eine der schwächsten Wochen für den US-amerikanischen Aktienmarkt der vergangenen Jahre endet am Freitag doch noch mit dem größten täglichen Börsengewinn seit 2009. Grund für den rasanten Stimmungswechsel war der von Donald Trump ausgerufene nationale Notstand. Mit der Maßnahme möchte der US-amerikanische Präsident eine rasante Bekämpfung der Krankheitsausbreitung in den Staaten gewährleisten, ein Manöver, welches die Märkte zu befürworten scheinen.

In der Zwischenzeit sorgte eine erhöhte Nachfrage nach dem US-Dollar an den globalen Finanzmärkten, insbesondere unter Großbanken, für eine Knappheit der Währung. Der handelsgewichtete US-Dollar-Index verzeichnete dabei die beste Woche seit dem Jahr 2011, auch wenn die Expansion der US-Notenbank ein mögliches Aufleben der Dollar-Stärke limitieren könnte. Somit sind in dieser Woche neben dem Fokus auf das Weiße Haus alle Augen auf das geldpolitische Treffen der Federal Reserve am Mittwoch gerichtet, auch wenn die Zinsentscheidung frühzeitig schon getroffen wurde.

GBP

Größte Abwertung seit der Finanzkrise 2009

Der von Boris Johnson aggressiv angeschlagene Ton bei den Abkommensverhandlungen mit der EU und die vorzeitige Zinssenkung der britischen Notenbank haben in der vergangenen Woche zu erheblichen Abverkäufen des Pfunds geführt. Die britische Währung weist seit einigen Jahren ebenfalls eine signifikante Korrelation mit dem breiteren europäischen und britischen Bankenwesen auf, was in den derzeitigen Zeiten der geringen Renditen und anfälligen Bankbilanzen ein Problem für die Währung darstellt. Auch die Verkündung des größten Konjunkturpakets der britischen Regierung seit 1992 schien Investoren nur ein geringer Trostpreis vor dem Hintergrund weiterhin steigender Coronafälle zu sein.

In einer der schwächsten Wochen seit der Finanzkrise verliert der britische Aktienleitindex FT100 zwölf Prozent, während das Währungspaar EUR/GBP die größte wöchentliche Aufwertung seit 2009 verzeichnet. Mit dem Ausbruch jenseits der 0,90 stellt nun das Niveau 0,91 die nächste Schwellgrenze dar, eine Barriere, welche in den letzten sechs Monaten nicht mehr durchbrochen worden ist.


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