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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 13, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

 Historische Verluste 

EUR

Kommunikationsdebakel


Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank signalisierte bei der gestrigen Pressekonferenz nach der Zinsentscheidung eine fehlende Bereitschaft, den Märkten zur Unterstützung zu kommen. Laut Christine Lagarde sei es nicht die Aufgabe der EZB, die Spanne zwischen Staatsanleihenrenditen einzelner Länder der Eurozone zu minimieren. Somit positioniert sich die Notenbank nicht wie unter Mario Draghi als „Kreditgeber letzter Instanz“, sondern scheint die eigene geldpolitische Limitation anzuerkennen. Trotz der gestrigen Ankündigung der Ausweitung des Staatsanleihenankaufs kommen italienische Anleihen nach der Pressekonferenz erheblich unter Druck.
Neben Abverkäufen an den europäischen und deutschen Börsen musste auch die Gemeinschaftswährung Verluste verzeichnen. Denn obwohl die Zinslockerung ausbleibt, kann der Euro aufgrund des fehlenden Vertrauens der Märkte in die europäische Notenbank nicht davon profitieren. Die Dynamik des EUR/USD wird somit erneut von dem US-Dollar getrieben werden, insbesondere da die Unterstützung bei 1,1230 unterlaufen wurde. Das Währungspaar weist somit erneut eine negative Tendenz auf, welche voraussichtlich nur durch ein deutsches Konjunkturpaket oder eine expansive US-Notenbank annulliert werden könnte.

USD

Fed macht sich die Hände schmutzig


Die vom US-amerikanischen Präsidenten erhaltene Information bezüglich der Einschränkungsmaßnahmen des Coronavirus und des angekündigten Konjunkturplanes scheinen Marktteilnehmer nicht beruhigt zu haben. Auch auf das vom Weißen Haus vermeldete Reiseverbot aller im Schengen-Bereich lebenden EU-Bürger sorgte an den Märkten für Anspannung. In Verbindung mit den Unruhen am US-amerikanischen Geldmarkt fühlte sich die US-Notenbank gezwungen, die Liquidität an den Repo-Märkten deutlich zu erhöhen. Dabei wird die Fed ab der kommenden Woche Kredite im Wert von 500 Milliarden US-Dollar mit einer dreimonatigen Laufzeit zur Verfügung stellen. Allzu lange halten die Ankündigungen der Notenbank die Marktteilnehmer nicht bei Laune und so verzeichnet der US-Aktienmarktindex SP500 einen täglichen Verlust von knappen zehn Prozent. Dies stellt den schlechtesten Tag des Leitindizes seit dem Schwarzen Montag 1987 dar.

CHF

Krone setzt Talfahrt weiter fort


Die tschechische Krone befindet sich auf gutem Weg, die zweitgrößte wöchentliche Abwertung gegenüber dem Euro aller Zeiten zu verzeichnen. Die derzeit ersichtliche Schwäche spiegelt jedoch nicht den zentraleuropäischen Charakter wider. Zwar verbüßen sowohl der polnische Zloty, als auch der ungarische Forint Verluste auf. Diese halten sich vor dem Hintergrund des Abverkaufs risikobehafteter Währungen relativ gesehen in Grenzen. Vielmehr ist es die vor der Talfahrt überzogene Positionierung der Krone und der hohe Anteil ausländisch gehaltener tschechischer Staatsanleihen, welche die Abwertungen erklären können. Die Krone fällt somit in dieselbe Kategorie wie der russische Rubel und der mexikanische Pesos. Relativ hoch verzinste und gegenüber dem Euro hoch positionierte Währungen, welche für Korrekturen anfällig waren. Sollte im weiteren Verlauf auch die Barriere bei 26,25 fallen, sind Bewegungen bis 26,50 nicht auszuschließen.


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