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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 12, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Bären übernehmen das Ruder

EUR

Rezessionsängste und die EZB

Staatliche Unterstützung, komme was wolle. Nach einer langen Bedenkzeit übernimmt Angela Merkel erneut das Ruder und äußert sich zum ersten Mal öffentlich zur zugespitzten Corona-Situation in Deutschland. Laut der deutschen Kanzlerin könnten sich 60 bis 70 Prozent der Deutschen an dem Virus infizieren. Die italienische Regierung will der angeschlagenen heimischen Ökonomie ebenfalls mit einer Ausgabenerweiterung im Wert von 25 Milliarden Euro unter die Arme greifen. Den ersten Gesetzesvorschlag könnte das Parlament schon am Freitag bestätigen. Der Schritt Italiens stellt mit dem Konjunkturplan Großbritanniens das derzeit größte Corona-spezifische Staatspaket dar und könnte den Anfang eines koordinierten Ausgabenausweitung darstellen.

EUR/USD bleibt auch weiterhin in der Erholungsphase, solange das Währungspaar oberhalb 1,1230 notiert. Das weitere Aufwärtspotenzial ist dabei von einer fortlaufenden Dollar-Schwäche abhängig, da dem Euro derzeit jegliche intrinsische Stärke fehlt. Insbesondere die mögliche Zinssenkung der EZB und die erhöhte Wahrscheinlichkeit eines schwachen Wirtschaftswachstums im ersten Halbjahr des Jahres könnten der Gemeinschaftswährung zu schaffen machen.

EUR

Koordiniertes Stimuluspaket

Die britische Notenbank folgt aufgrund der derzeit bestehenden prekären Lage den US-amerikanischen Währungshütern und senkt den Leitzinssatz um 50 Basispunkte auf 0,25 Prozent. Allzu große Wechselkursbewegungen blieben aufgrund der von Geldmärkten eingepreisten Erwartungen einer Zinssenkung aus, obwohl Marktteilnehmer die Lockerung erst gegen Ende des Monates antizipiert hatten. In weiterer Folge ist somit die Veröffentlichung des staatlichen Budgets in den Mittelpunkt der Diskussionen gerückt, insbesondere da der erst jüngst ernannte Finanzminister hohe Erwartungen zu erfüllen hatte. Umgerechnet 26,45 Milliarden Euro soll das Unterstützungspaket zur Bekämpfung des Coronavirus in Großbritannien betragen. Insbesondere das Gesundheitsministerium wird sich einen großen Anteil der Hilfen nützlich machen müssen, insbesondere da laut Schätzungen erwartet wird, dass 20 Prozent aller Arbeiter gezwungen sein werden, von zu Hause zu arbeiten.

CHF

Hohe Inflationen und externe Risiken

Unter normalen Bedingungen würde die hohe Inflationsrate in Zentraleuropa jegliche Überlegungen einer Zinsstraffung eindämpfen. Nun sind die derzeitig bestehenden Marktbedingungen alles andere als eine Normalität. Ökonomen sehen eine steigende Wahrscheinlichkeit möglicher geldpolitischer Lockerungen in der Region. Die tschechische Notenbank könnte am 26. März den ersten Schritt machen, insbesondere da das Zinsniveau in Tschechien eines der höchsten in der entwickelten Welt darstellt. Notenbank-Präsident Jiri Rusnok scheint im Notfall laut jüngsten Aussagen bereit zur Expansion, auch wenn der Notstand noch nicht ausgerufen worden ist. Noch gibt es aufseiten der Regierung keine Pläne einer Staatsausgabenausweitung. Eine angemessene Antwort auf das Coronavirus wäre eine Koordination zwischen Fiskal- und Geldpolitik, so der Zentralbanker. In Ungarn kann eine Expansion der ohnehin lockeren Geldpolitik ebenfalls nicht ausgeschlossen werden, zumal die Inflationsrate im März leicht abgenommen hatte.

In der Zwischenzeit setzen die erhöhten Zinssenkungswahrscheinlichkeiten die tschechische Krone unter Druck, welche nach der fünften täglichen Abwertung ein viereinhalbmonatiges Tief gegenüber dem Euro findet.


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