Wöchentliche Marktberichte

Mrz 10, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schwarzer Montag

EUR

Siebenjährige Expansion in Gefahr


Trotz einer durchwachsenen Performance schafft es die Eurozone im vergangenen Jahr doch noch, ein positives Wirtschaftswachstum zu verzeichnen. Die Binnenwirtschaft ist somit die letzten 27 Quartale infolge gewachsen. Immer mehr Prognosen systemrelevanter Banken und Institutionen scheinen nun ein Ende der Expansion im ersten Halbjahr des Jahres zu prognostizieren. Insbesondere der auf das Coronavirus zurückzuführende Wirtschaftsschock in Frankreich, Spanien und Italien könnten der Eurozone zum Verhängnis werden. Kurzzeitig bleibt die Datenlage noch relativ robust. Die gestern veröffentlichte Industrieproduktion Deutschlands kann sich auf Monatsbasis sogar festigen und steigt gegenüber dem Vormonat um drei Prozent an.
Das Währungspaar EUR/USD nimmt die positive Dynamik der vergangenen Tage auch in die neue Woche mit und verzeichnet die größte tägliche Aufwertung seit Mitte 2016. Ein Ausbruch jenseits der derzeitigen Barriere bei 1,15 könnte von einer möglichen Zinssenkung der Europäischen Notenbank verhindert werden. Ein Aktivwerden der EZB scheint unter Ökonomen eine beschlossene Sache. Ob sich die Notenbank jedoch von Zinslockerungen fern hält und nur über eine Ausweitung des Anleihenkaufprogramms interveniert, bleibt weiterhin ungewiss und somit ein Risikofaktor.

USD

Pessimistischer Auftakt


Eine Woche nach der Überraschungszinssenkung der US-Notenbank kommen die Währungshüter wiederholt unter Druck. Um die aufgekommenen Anspannungen am heimischen Interbankenmarkt zu stillen, hebt die Notenbank ihre wöchentlichen Liquiditätszuschüsse erneut erheblich an. Ökonomen zufolge wird dies jedoch nicht die einzige geldpolitische Intervention der Fed darstellen. Geldmärkte preisen derzeit eine Zinssenkung im Wert von 80 Basispunkten bei dem nächsten Treffen der Notenbank am 18. März ein. Analysten von Goldman Sachs sehen eine 0,5-prozentige Lockerung als das wahrscheinlichste Szenario, wobei eine Rückkehr zur Nullzinspolitik noch in diesem Jahr möglich erscheint.
In der Zwischenzeit ist die gesamte Zinsstrukturkurve in den USA unter ein Prozent gefallen. Die Rendite auf zehnjährige US-Staatsanleihen fällt auf 0,36 Prozent, ein neues Allzeittief. Auch der weltweit größte Aktienmarkt scheint pessimistisch in die Woche gestartet zu sein. Ein siebenprozentiger Fall führt kurzzeitig sogar zu einem Handelsstopp an den Märkten. Der handelsgewichtete US-Dollar-Index unterläuft indes einige relevante Unterstützungsniveaus und bleibt für Verluste anfällig.

USD

Erneute Lockerungstendenzen?


Unsicherheiten machen sich auch in Zentraleuropa breit. Ohne signifikante Datenveröffentlichungen dominierte die Talfahrt der Ölpreise den gestrigen Handel und lässt alle drei zentraleuropäischen Währungen abwerten. Der kurzzeitig bei 27 US-Dollar je Barrel gehandelte Ölpreis wird den Zentralbanken zugutekommen, welche seit Anfang des vergangenen Jahres versuchen, den heimischen Inflationsdruck unter Kontrolle zu bringen. Mit dem jüngsten Verfall der Ölpreise sollte sich zumindest die Teuerungsrate wieder stabilisieren. In Verbindung mit den erwarteten Zinssenkungen der US-amerikanischen und europäischen Notenbanken profitieren die Währungshüter in Zentraleuropa auch ohne eigenständige geldpolitische Interventionen. Die regionalen Währungen könnten andererseits zunehmen unter Druck kommen, insbesondere da mögliche Zinsstraffungen nun vollkommen vom Tisch zu sein scheinen. Sollte sich der globale Corona-Schock in die zukünftigen Quartale ziehen, müssten sich die Zentralbanken sogar zu erneuten Lockerungen gezwungen sehen.


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