Wöchentliche Marktberichte

Mrz 09, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ölpreise kollabieren

USD

Fünfprozentige Aufwertung in zwei Wochen


Die jüngste Zinssenkung der US-amerikanischen Notenbank speist die Spekulationen einer möglichen Lockerung der europäischen Währungshüter an, auch wenn der geldpolitische Spielraum in der Eurozone deutlich geringer erscheint. Neben der Ungewissheit bezüglich der wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus könnte die neuerliche Stärke der europäischen Gemeinschaftswährung neue Fragen bei der EZB aufwerfen. Obwohl die Notenbank keine direkte Stabilisierung des Wechselkurses anstrebt, profitiert die Eurozone im globalen Handel von dem in den letzten zwei Jahren abgeschwächten Euro.
Geldmärkte gehen derzeit von einer 90-prozentigen Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der EZB am Donnerstag aus. Die implizite Volatilität bleibt somit auch in dieser Woche erhöht, wobei die Veröffentlichung der heutigen Industrieproduktion Deutschlands den ersten Datenpunkt der Woche ausmachen wird. Der Euro konnte in den vergangenen zwei Wochen mehr als fünf Prozent gegenüber dem US-Dollar aufwerten. Diese Stärke scheint dabei praktisch exklusiv auf das Währungspaar EUR/USD begrenzt. Gegenüber dem Schweizer Franken findet der Euro am Freitag sogar ein viereinhalbjähriges Tief.

DXY

Solider Arbeitsmarktbericht ohne Wirkung


Der am Freitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht scheint die Annahme eines anhaltenden Arbeitsstellenwachstums in den Vereinigten Staaten bestätigt zu haben. Allzu groß viel die Freude der Investoren jedoch nicht aus. Insbesondere da die Umfrage die Bedingungen am Arbeitsmarkt nur bis Mitte Februar – also vor der jüngsten Ausbreitung des Coronavirus in Europa und den USA - beurteilt hatte. Die Flucht in die Sicherheit setzte sich zum heutigen Wochenauftakt weiter fort und trieb die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen auf ein Allzeittief bei 0,53 Prozent. In Verbindung mit den erhöhten Spekulationen einer weiteren Zinssenkung der US-Notenbank in zwei Wochen unterläuft der handelsgewichtete Dollar-Index (DXY) sogar den seit Mai 2018 anhaltenden Aufwärtstrend und findet ein einjähriges Tief.

EZB

Schicksal in den Händen der Fed


Zentraleuropäische Währungen blieben trotz des angeschlagenen globalen Risikosentiments in der vergangenen Woche von allzu großen Abverkäufen verschont. Die unerwartete Zinssenkung der US-amerikanischen Notenbank überschattete die Unsicherheit bezüglich des Coronavirus und konnte den zentraleuropäischen Notenbanken den Druck nehmen, eigenständig geldpolitische Lockerungen durchzuführen. Die schwache globale Nachfrage, insbesondere aus der Eurozone, könnte sich bald in der regionalen Datenlage widerspiegeln. Dies muss jedoch nicht unmittelbar zu Abwertungen der regionalen Währungen führen, insbesondere da weitere Lockerungen der Fed und EZB die Abwärtstendenzen der Währungen reduzieren könnten.


EUR/PLN: Das technische Niveau um 4,29 scheint sich als solide Unterstützung etabliert zu haben. Ein Unterlaufen der Schwellgrenze könnte zu Bewegungen in Richtung 4,27 führen. Auf der anderen Seite verhindert 4,32 derzeit allzu große Abwertungen des Zloty.
EUR/HUF: Der Forint bleibt trotz der Aufwertung in der vergangenen Woche für Rücksetzer anfällig, solange das Währungspaar oberhalb 334,20 notiert. Ein Unterlaufen der Unterstützung könnte die Tür für Bewegungen bis 332,70 eröffnen.


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