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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 06, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Skepsis beherrscht die Märkte

EUR

Erneute Aufwertung

Ohne bedeutende Wirtschaftsveröffentlichungen an der Tagesordnung wurden die gestrigen Bewegungen der europäischen Gemeinschaftswährung von externen Faktoren bestimmt. Die globalen Aktienmärkte verzeichnen erneut Rücksetzer und auch die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen in den USA und Deutschland setzen die jüngste Talfahrt weiter fort. Dieses ersichtlich angeschlagene Risikosentiment scheint den Euro unerwartet wenig gestört zu haben.

Auch die fortlaufende Ausbreitung des Coronavirus in Europa und die damit verbundene Möglichkeit einer Rezession der Eurozone können nicht verhindert, dass der EUR/USD in den vergangenen zwei Wochen knapp 3,70 Prozent gegenüber dem US-Dollar aufwerten konnte. Dass die Aufwärtsbewegung fast ausschließlich auf die Marktspekulationen einer möglichen Zinssenkung der US-Notenbank zurückzuführen sind, wird ersichtlich, sobald ein Blick auf das Währungspaar EUR/CHF geworfen wird. Gegenüber dem Schweizer Franken bleibt der Euro, insbesondere aufgrund des Risikosentiment, auch weiterhin in einer geschwächten Position.

USD

Fed zeigt sich besorgt

Wie weit wird die US-amerikanische Notenbank das Zinsniveau noch senken, um die Expansion der US-Volkswirtschaft am Laufen zu halten? Diese Frage dominiert seit einigen Wochen die Bewegungen des US-Dollars, welcher vor dem Hintergrund steigender Zinssenkungserwartungen deutlich unter Druck gekommen war. Die jüngste Konjunkturbewertung (Beige-Book) der Fed macht deutlich, dass die Angst vor dem Coronavirus einen deutlichen Beitrag zur außerplanmäßigen Zinssenkung beigetragen hat. Die Währungshüter erwähnen in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht die derzeitige Epidemie ganze 48 Mal. Dass die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen weiterhin in einer Talfahrt gefangen sind, scheint den Dollar ebenfalls negativ zu beeinflussen. Die US-Wirtschaft bleibt laut der jüngsten Datenlage robust, auch wenn die gestern veröffentlichten Werkaufträge einen erneuten Rücksetzer im Januar bestätigen.

Kurzfristig könnte die Safe-Haven-Funktion dem Dollar Rückenwind bieten und geldpolitische Fragen auf den längerfristigen Zeithorizont verschieben. Am heutigen Handelstag genießt jedoch die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts die gesamte Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer.

EUR/USD

Für die OPEC steht viel auf dem Spiel

Der jüngste Verfall der Ölpreise macht der Organisation erdölexportierender Staaten zu schaffen und sorgt innerhalb der OPEC für erhebliche Meinungsdifferenzen. Angesichts des Coronavirus und des dadurch entstandenen Schocks an den Rohstoffmärkten bestehen immer mehr Mitglieder des Kartells auf eine Förderkürzung im Wert von 1,5 Millionen Barrel pro Tag. Nicht-OPEC-Mitglied Russland scheint jedoch weiterhin Widerstand zu leisten und könnte den Produktionskürzungen in die Quere kommen. Die heute in die zweite Runde gehenden Verhandlungen und das für den Ölpreis so wichtige Treffen Saudi-arabischer und russischer Minister in Wien wird hohe Aufmerksamkeit genießen.

Dies verlagert den heutigen Devisenfokus erheblich auf ölpreisabhängige Währungen wie den russischen Rubel, den kanadischen Dollar und die norwegische Krone. Alle drei Währungen mussten in den vergangenen Wochen erhebliche Rücksetzer einstecken. Der kanadische Dollar und  der Rubel finden sechs- und zwölfmonatige Tiefstände gegenüber dem Euro, während die Krone weiterhin an einem Allzeittief verweilt.


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