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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 05, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Leere Tribünen

EUR

EZB setzt den Euro unter Druck

Auch einen Tag nach der überraschenden Zinssenkung der US-amerikanischen Notenbank bietet die Entscheidung deutlichen Gesprächsstoff. Nun verlagert sich die Konversation jedoch auf die Währungshüter in der Eurozone und die Frage, wie die Zentralbanker die jüngsten Herausforderungen um das Coronavirus meistern werden. Geldpolitischen Spielraum besitzt die Notenbank dabei keinen. Neben der von Geldmärkten mit einer 100-prozentigen Wahrscheinlichkeit erwarteten Zinssenkung der EZB, bleibt eine Ausweitung des Staatsanleihenkaufprogramms eine bestehende Möglichkeit.

Aus einer technischen Perspektive scheint die ungewöhnlich hohe Volatilität dem Euro zumindest bis gestern zugunsten gekommen zu sein, insbesondere da dies die Absicherungskosten erhöht und den Carry-Trade, das Verkaufen des Euro gegenüber hoch verzinsten Währungen, unattraktiver gemacht hatte. Nun drücken die jüngst aufgekommenen Spekulationen über das geldpolitische Aktivwerden der EZB den Kurs jedoch nach unten, nachdem die Barriere bei 1,12 nicht nachhaltig durchbrochen werden konnte. Sollte im weiteren Verlauf das Unterstützungsniveau 1,1095 fallen, bleibt ein Rücksetzer bis 1,10 nicht auszuschließen.

USD

Arbeitsmarktbericht übertrifft die Erwartungen

US-Aktienmärkte verzeichnen erneut deutliche Gewinne, nachdem Joe Bidens bei der demokratischen Präsidentschaftsvorwahl am „Super Tuesday“ als souveräner Sieger hervorgekommen war. Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen steigen marginal an, bleiben jedoch in Nähe des Allzeittiefs bei knapp einem Prozent. Historisch betrachtet sprechen Ökonomen und Analysten einem schnellen Verfall der Staatsanleihenrenditen eine gewisse Vorhersagekraft hinsichtlich einer möglichen Rezession zu. In diesem Zusammenhang scheint auch der Anstieg des Bloomberg-Rezessionsindikators die steigende Angst an den Märkten widerzuspiegeln. Der Index festigt sich in den vergangenen Tagen wieder und bemisst dem Szenario einer US-amerikanischen Rezession in den nächsten zwölf Monaten eine 28-prozentige Wahrscheinlichkeit.

Kurzfristig scheint sich die durch das Coronavirus induzierte Sorge noch keinen Ausdruck in den Wirtschaftsdaten verschafft zu haben. Der gestern veröffentlichte private Arbeitsmarktbericht deutet auf ein solides Jobwachstum von 183 Tausend Stellen im Februar. Mit dem Stellenzuwachs aus dem Januar stellt dies den größten zweimonatigen Anstieg innerhalb der letzten zwei Jahre dar.

CEE

Polen hält die Zinsen fürs Erste konstant

Trotz der international lauter werdenden Rufe nach geldpolitischen Stimulusmaßnahmen hält sich die polnische Notenbank zurück und belässt das Zinsniveau am Rekordtief von 1,5 Prozent. Das weiterhin steigende Inflationsniveau, welches im Januar mit einem jährlichen Wachstum von 4,4% ein siebenjähriges Hoch erreicht hatte, scheint die Währungshüter noch nicht zu besorgen. Geldmärkte preisen trotz des inflationsdrucks eine Zinslockerung der polnischen Notenbank in den nächsten sechs Monaten ein. Insbesondere, wenn das Wirtschaftswachstum des Landes unter die psychologische Grenze von jährlich drei Prozent fallen würde. Neue Erkenntnisse erwarten sich Marktteilnehmer nun von den in einer Woche veröffentlichten ökonomischen Prognosen der Notenbank.

  • EUR/PLN – Verzeichnet die dritte tägliche Abwertung infolge und notiert nun knapp oberhalb der Unterstützung bei 4,30.
  • EUR/HUF – Der ungarische Forint konnte von der Zinssenkung der Fed profitieren und wertet den fünften Tag infolge auf. Sollte auch die Unterstützung bei 334,00 fallen, könnte sich Potenzial bis 332,00 eröffnen.
  • EUR/CZK – Das Währungspaar ist innerhalb der letzten zwei Wochen kurzzeitig fast drei Prozent gestiegen, muss in dieser Woche jedoch einen Teil der Gewinne abgeben. Die Krone konnte sich vorerst unter die Unterstützung 25,41 kämpfen und hat nun das Niveau um 25,25 ins Visier genommen.


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