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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 04, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

 US-Notenbank senkt den Zinssatz

EUR

Folgt nun auch die EZB?

Die gestrige Zinssenkung der US-Notenbank hat unter Ökonomen am alten Kontinent sofort die Frage in den Raum geworfen, ob die Europäische Zentralbank dem Beispiel der US-amerikanischen Währungshüter folgen wird. Obwohl sich das Zinsniveau in der Eurozone mit minus 0,5 Prozent auf einem Allzeittief befindet, scheinen zumindest einige Zentralbanker in den eigenen Reihen der EZB die Bereitschaft zur weiteren Stütze geäußert zu haben. Gelmärkte gehen seit gestern von einer 91-prozentigen impliziten Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der EZB am 12. März aus.

Fürs Erste hält der Euro an den jüngsten Gewinnen fest und wertet gegenüber dem US-Dollar den vierten Tag infolge auf. Sollte die Barriere bei 1,1180 gemeistert werden, sind Bewegungen bis 1,1240 (Sieben-Monats-Hoch) nicht auszuschließen.

USD

Fed setzt auf Prävention

In einem gestern einberufenen Notfalltreffen  überrascht die US-amerikanische Notenbank die Märkte und senkt den Leitzins um 50 Basispunkte auf den Korridor von ein bis 1,25 Prozent. Obwohl die heimische Ökonomie weiterhin keine allzu großen Schwächemerkmale aufweist, scheint die Angst um eine Verlangsamung der Wirtschaftsaktivität ausgereicht zu haben, um die erste Notfalls-Zinssenkung seit 2008 in die Wege zu leiten.

Die proaktive Maßnahme der Notenbank kam nur wenige Stunden nach der Videokonferenz der Finanz- und Notenbankchefs der G7-Länder, in welcher die Bereitschaft zur Expansion deutlich zum Vorschein gekommen war. Marktteilnehmer warten nun gespannt auf das offizielle geldpolitische Treffen der Federal Reserve am 18. März, insbesondere da sich die Risikobewertung der globalen Ökonomie laut dem Fed-Präsidenten Jerome Powell drastisch verändert hat. Einige Ökonomen an der Wall Street scheinen neben der gestrigen Zinssenkung nun auch weitere Lockerungen der Fed im Juni für wahrscheinlich zu halten, sollte sich die Angst an den Märkten in der Datenlage widerspiegeln.

Der US-Dollar-Index (DXY) reagiert wie nicht anders zu erwarten negativ auf die Verkündung und wertet den vierten Tag infolge ab. Renditen 10-jähriger US-amerikanischer Staatsanleihen verzeichnen einen erneuten Rücksetzer und unterschreiten zum ersten Mal die Marke von einem Prozent.

CEE

Zinsentscheidung in Polen

Der Abverkauf zentraleuropäischer Währungen scheint mit der Bereitschaft globaler Zentralbanken Liquidität bereitzustellen vorerst beendet worden zu sein. Insbesondere die gestrige Überraschungs-Zinssenkung der Fed verschafft regionalen Währungen eine Verschnaufpause, nachdem sowohl der polnische Zloty als auch die tschechische Krone in den letzten zwei Wochen mehr als zwei Prozent gefallen waren. Im Rahmen der gestrigen Bewegungen löst sich der Zloty sogar aus dem zweiwöchigen Abwärtstrend und sieht sich nun dem Niveau 4,29 entgegen. Marktteilnehmer gehen von keiner Zinssenkung der polnischen Notenbank bei dem heutigen Treffen aus. Mögliche Überraschungen können insbesondere seit der gestrigen Entscheidung der US-Notenbank nicht ausgeschlossen werden.  


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