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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 03, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

 Hoffnung auf Stimulus

EUR

Italien macht den ersten Schritt?

Italien geht den internationalen Hilferufen nach staatlicher Wirtschaftsunterstützung als erste Nation nach und verkündet vor dem Hintergrund der heimischen Corona-Ausbreitung ein 3,6 milliardenschweres Stimuluspaket.

In Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, könnte es zum Leidwesen der Europäischen Zentralbank noch eine Weile dauern, bis sich die fragile Koalition auf ein greifbares Stimuluspaket einigt. Insbesondere da es so scheint, als sei die deutsche Industrie laut dem gestern veröffentlichten deutschen Einkaufsmanagerindex (EMI) noch relativ unverschont von den Problemen der globalen Lieferkette geblieben. Der Indikator für das verarbeitende Gewerbe steigt mit einem Wert von 49,2 sogar auf ein einjähriges Hoch und notiert nur knapp unterhalb der Expansionslinie (50).

EUR/USD verzeichnet einen starken Wochenauftakt und erreicht bei 1,1180 sogar kurzzeitig ein knapp zweimonatiges Hoch. Die Gemeinschaftswährung konnte insbesondere von den erhöhten Erwartungen einer Zinssenkung der US-Notenbank profitieren. Aus eigener Kraft könnt sich der Ausbruch jenseits der Barriere 1,12 jedoch schwierig gestalten. Heutige Risikoereignisse stellen die Veröffentlichung des europäischen Bruttoinlandsprodukts und der Inflation dar. Auf politischer Ebene dominiert die US-amerikanische Präsidentschaftsvorwahl der demokratischen Partei in diversen Bundesstaaten, welche womöglich entscheiden wird, wer den Gegner Donald Trumps im November darstellen wird.

USD

Zinssenkungen eine ausgemachte Sache?

Die US-amerikanische Notenbank kommt aufgrund des jüngsten Verfalls der Staatsanleihenrenditen immer mehr unter Druck sich den Märkten unterzuordnen und den Leitzins zu senken. Zum Wochenauftakt finden Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen den sechsten Tag infolge ein Allzeittief (1,0270%) und treiben infolgedessen die Erwartungen einer Lockerung der Fed signifikant nach oben. Geldmärkte preisen nun eine Zinsreduktion im Wert von 50 Basispunkten für das geldpolitische Treffen in zwei Wochen ein. Krankheitsausbreitungen außerhalb Chinas, insbesondere in den Staaten, haben den Fed-Präsidenten Jerome Powell am Freitag zu einer Stellungnahme gezwungen, in welcher der Zentralbanker die Bereitschaft zur Expansion an den Tag legte. Der US-Dollar (DXY) verzeichnet aufgrund der gestiegenen Zinssenkungswahrscheinlichkeiten die dritte tägliche Abwertung infolge und bleibt trotz der gestrigen Einkaufsmanagerindizes, die sich im Februar relativ stabil gehalten haben, unter Druck

CHF

Stützt die SNB den Euro?

Die Zeichen einer Währungsintervention der schweizerischen Notenbank mit dem Ziel einer aktiven Schwächung der eigenen Währung werden immer ersichtlicher. Gestern veröffentlichte Sichteinlagen – ein Proxy-Indikator einer möglichen Währungsintervention – steigen erneut an und erreichen mehr als 595 Milliarden Franken. Neben den jüngsten Aufwallungen der Gemeinschaftswährung scheint somit auch die Schweizerische Notenbank dem Euro unter die Arme zu greifen, um die Aufwertung des Franken und  die negativen Effekte auf die heimische Wirtschaft zu negieren. Laut dem SNB-Vizepräsidenten bleibt die Möglichkeit einer Zinssenkung weiterhin bestehen. Das unkomplizierteste Instrument zur Einschränkung des Franken bleibt jedoch weiterhin der Verkauf der heimischen Währung durch die Notenbank. Das Währungspaar EUR/CHF scheint in weiterer Folge eine Bodenbildung bei 1,06 zu signalisieren. Die fragile wirtschaftliche und politische Situation der Eurozone und die Safe-Haven-Funktion des Franken machen das Währungspaar jedoch für Rücksetzer anfällig. Zumindest, solange das zentraleuropäische Paar unterhalb der Barriere 1,0840 notiert.


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