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Wöchentliche Marktberichte

Feb 28, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Talfahrt geht weiter

EUR

Kurzzeitiger Höhenflug

Vor dem Ausbruch des Coronavirus schien sich ein positives Bild für die Wirtschaft der Eurozone abzuzeichnen. Auf diese Schlussfolgerung lässt zumindest der unerwartete Anstieg des ökonomischen Sentiments für die Eurozone deuten. Der von der europäischen Kommission veröffentlichte Indikator verzeichnet den vierten monatlichen Anstieg infolge, wobei der Sub-Index für das Vertrauen der Industriebranche die größte monatliche Zunahme der letzten zweieinhalb Jahre verzeichnet. Nichtsdestotrotz ist die Wahrscheinlichkeit eines geldpolitischen Aktivwerdens seitens der europäischen Notenbank gestiegen. Am Geldmarkt wird damit gerechnet, dass die EZB den Einlagensatz bis zum Jahresende weiter in den negativen Bereich senkt. Der österreichische Notenbank-Chef Robert Holzmann appelliert gegen eine übereilte Reaktion, solange die Folgen des Coronavirus noch nicht genau erfassbar sind. Vor dem Hintergrund der breit angelegten Dollar-Schwäche und den Hoffnungen eines möglichen Fiskalpakets aus Deutschland verzeichnet EUR/USD die größte tägliche Aufwertung des Jahres. Sollte sich das Paar nachhaltig über der gestern überwundenen Barriere 1,10 halten, besteht Potenzial für Bewegungen bis 1,1050. Nach unten bietet nun 1,0880 die erste Unterstützung bei möglichen Rücksetzern.

USD

Dollar schwächelt

Das US-amerikanische verarbeitende Gewerbe wird weiterhin von externen Unsicherheiten geplagt. War es im vergangenen Jahr noch der US-China Handelsdisput, setzt nun die Unterbrechung der globalen Lieferkette die Industrie in den Staaten unter Druck. Die Aufträge für langlebige Güter sinken im Januar um 0,2%, zwar besser als der 1,5-prozentige von Ökonomen erwartete Fall. Die positive Überraschung kann jedoch durch die temporär gestiegenen Aufträge von US-amerikanischen Flugzeugen begründet werden. Die Safe-Haven-Funktion des US-Dollars wird zurzeit gänzlich von den durch das Virus erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der Federal Reserve überschattet. Nach der jüngsten Talfahrt der Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf ein Allzeittief gehen Geldmärkte nun mit einer 99,6-prozentigen Wahrscheinlichkeit einer Lockerung bis Dezember 2020 aus.

GBP

Pfund kommt unter Druck

Eine Woche vor dem offiziellen Beginn der Handelsgespräche zwischen der Eurozone und Großbritannien sorgt der britische Premierminister nochmal für Aufsehen. Die gestern bestätigte Bereitschaft Boris Johnsons auf ein Abkommen zu verzichten, sollte die Europäische Union den Wunsch eines Kanada-ähnlichen Handelsabkommens verweigern, treiben das Pfund nach unten. Neben der allgemein starken Performance der europäischen Gemeinschaftswährung wurde die britische Währung ebenfalls durch einen Bericht der „Financial Times“ unter Druck gesetzt. Dem Artikel zufolge sollen sich Beamte des britischen Finanzministeriums kritisch über die Wünsche einer Ausgabenausweitung Boris Johnsons geäußert haben und sehen diese als kurzfristig nicht umsetzbar. Dabei waren es genau die Spekulationen eines möglichen Fiskalpakets, welche dem Pfund eine gewisse Stütze in den vergangenen Tagen bieten konnten. EUR/GBP bahnt sich den Weg in Richtung 0,85, nachdem die vierjährige Unterstützung bei 0,83 souverän gehalten hatte.

PLN

Neunte tägliche Abwertung infolge

Neben der unsicherheitsbezogenen Kapitalverlagerung in sichere Anlagen scheint nun auch die Datenlage, insbesondere für die größte Volkswirtschaft Zentraleuropas, zu schwächeln. Wie das nationale Amt für Investitionen und die polnische Konjunktur gestern berichtet, sinkt der ökonomische Leitindikator Polens im Februar um 0,4 Punkte auf einen Wert von 166,1. Laut der Institution waren es vor einem Jahr noch externe Faktoren, welche die polnische Volkswirtschaft geplagt hatten. Nun treten auch in der heimischen Ökonomie Schwachstellen auf, welche nicht mehr ausschließlich durch die hohen Konsumausgaben überschattet werden können. Dass das Coronavirus nun auch in Zentraleuropa (Rumänien) angekommen ist, half den regionalen Währungen ebenfalls nicht. Der polnische Zloty führt die jüngste Talfahrt somit weiter fort und wertet den neunten Handelstag infolge gegenüber dem Euro ab (-1,72%). Der ungarische Forint und die tschechische Krone können zumindest kurzfristig von der gestrigen Schwäche des US-Dollar profitieren und werten marginal auf.


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