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Wöchentliche Marktberichte

Feb 27, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zinssenkungen erwartet

EUR

Nein zur Schuldenbremse?

Die Dominanz des Coronavirus verhindert derzeit eine Aufmerksamkeitsverlagerung auf anderweitige Themen und limitiert jegliche Aufwärtsversuche des Euro. Indes reagiert die Gemeinschaftswährung relativ agnostisch auf die gestrigen Kommentare des deutschen Finanzministers, welcher eine vorübergehende Aufhebung der im Gesetz verankerten Schuldenbremse in Erwägung gezogen hatte. Laut internen Quellen soll die Maßnahme eine Ausweitung der staatlichen Ausgaben ermöglichen, um der anhaltenden Krise des verarbeitenden Gewerbes entgegenzuwirken. Die jüngsten Aufforderungen einer Ausgabenausweitung seitens der Europäischen Zentralbank waren insbesondere an Deutschland gerichtet, da die größte Volkswirtschaft der Eurozone das einzige Land in der Gruppe der Sieben mit einem Staatsbudgetüberschuss darstellt. In der Zwischenzeit speist die Angst um eine weitere Corona-Ausbreitung die Spekulationen einer möglichen Zinssenkung der EZB. Geldmärkte (Future-Verträge auf den Interbanken-Zins Eonia) preisen eine weitere Lockerung des Einlagenzinssatzes im Dezember mit einer 75-prozentigen Wahrscheinlichkeit ein. Die europäische Gemeinschaftswährung hält zumindest gestern dem durch das schwache Risikosentiment geschaffenen Abwärtsdruck stand und befindet sich erneut oberhalb der Schwellgrenze 1,09.

USD

Abhängig von der Haltung der Fed

Aufgrund fehlender Datenveröffentlichungen beherrschen die Schlagzeilen bezüglich des Coronavirus und die Spekulationen einer möglichen Zinssenkung der Federal Reserve den US-Dollar. Marktteilnehmer scheinen insbesondere aufgrund der engen Korrelation zwischen dem Ölpreis und den US-amerikanischen Inflationserwartungen auf eine Lockerung der US-Notenbank zu setzen, wobei die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios für 2020 zuletzt auf 95% angestiegen war. Eine erste Stellungnahme diesbezüglich bot Fed-Vizepräsident Richard Clarida am Dienstag. Der Währungshüter bestätigt die enge Beobachtung der momentanen Marktrisiken, scheint jedoch keinen Anlass zu sehen, Änderungen an der Geldpolitik vorzunehmen. Der einzige fundamentale Faktor, welcher eine weitere Aufwärtsbewegung des US-Dollars limitiert, bleibt das Risiko einer expansiven Federal Reserve. Sollten die Märkte ihre Spekulationen bezüglich der Zinssenkung wieder nach unten schrauben, scheint dem Dollar nichts im Wege zu stehen.

CEE

Verluste auf breiter Front

Der Schwächeanfall zentraleuropäischer Währungen setzt sich in dieser Woche durch, nachdem die Ausbreitung des Coronavirus auch in Europa Fuß gefasst hatte. Der polnische Zloty führt die jüngsten Verluste der Region an und verzeichnet die neunte tägliche Abwertung infolge. Das Währungspaar EUR/PLN befindet sich dank der deutlich abgeschwächten Risikobereitschaft zum ersten Mal in diesem Jahr oberhalb des Niveaus 4,31 und sieht sich nun der fünfmonatigen Barriere bei 4,32 entgegen. In der Zwischenzeit konnte der ungarische Forint nicht von den relativ straffen Worte der ungarischen Notenbank bei der Zinsentscheidung am Dienstag profitieren und befindet sich erneut gefährlich nahe am Allzeittief bei 340,30. Die tschechische Krone musste ebenfalls deutliche Abwertungen in Kauf nehmen, nachdem die Marktunsicherheit die Vorteile des hohen tschechischen Zinsniveaus überschattet hatte. Eine Bewegung jenseits des Niveaus 25,41 (EUR/CZK) könnte Potenzial bis 25,60 schaffen.


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