Wöchentliche Marktberichte

Feb 26, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wie lange hält der Schock an?

EUR

Implizite Volatilität am Steigen

Wie im Vorfeld von Volkswirten erwartet stagniert die deutsche Ökonomie im vierten Quartal des vergangenen Jahres. Die detaillierte Aufschlüsselung des Bruttoinlandsprodukts bot dabei relativ wenige Neuigkeiten für Marktteilnehmer. Die jüngsten Anzeichen einer Bodenbildung des deutschen verarbeitenden Gewerbes wurden durch die frische Unsicherheit bezüglich des Coronavirus überschattet und boten dem Euro wenig Spielraum für mögliche Bewegungsversuche nach oben. Und obwohl sich die wirtschaftlichen Folgen der Krankheitsausbreitung erst in den nächsten Wochen in der Datenlage Ausdruck verschaffen werden, sind die währungsspezifischen Implikationen schon deutlich zu erkennen. Unter anderem ist die implizite Volatilität des EUR/USD innerhalb der letzten Wochen auf ein fast viermonatiges Hoch gestiegen. In der Zwischenzeit notiert das Währungspaar weiterhin in dem mehr als einjährigen Abwärtskanal mit dem unteren Referenzpunkt bei 1,0670. Erst ein Ausbruch jenseits der 1,1160 würde die negativen Tendenzen der Gemeinschaftswährung annullieren.

USD

Konsumenten bleiben optimistisch

Der nun vierte monatliche Anstieg des US-amerikanischen Indizes für das zukünftige Verbrauchervertrauen scheint noch keine wirklichen Sorgen um das Coronavirus bei den Konsumenten zu signalisieren. Insbesondere die straffe Lage am Arbeitsmarkt, welche sich durch eine rekordtiefe Arbeitslosenquote und steigende Löhne auszeichnet, führt den gestern veröffentlichten US-Indikator des Conference Boards auf ein siebenmonatiges Hoch. Der sonst so souveräne US-Dollar konnte von der gestrigen Datenlage und dem angeschlagenen Risikosentiment nicht profitieren, insbesondere aufgrund zweier Faktoren. Zum einen hat sich vor dem Hintergrund der globalen Risiken die implizite Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinssenkung in diesem Jahr deutlich erhöht. Zusätzlich drückt die Kapitalflucht in sichere Anlagen die Rendite zehnjähriger US-amerikanische Staatsanleihen nach unten, welche mit 1,32% am Allzeittief notieren. Der gewichtete US-Dollar-Index bleibt trotz der dritten täglichen Abwertung infolge im oberen Bereich des seit Mai 2018 anhaltenden Aufwärtskanals mit Untergrenze bei 96,80.

HUF

Ungarn hält Zinsen konstant

Die ungarische Notenbank schließt sich den Nachbarn in Tschechien bei der geldpolitischen Straffung nicht an und lässt den Sichteinlagenzinssatz ohne Rücksicht auf die hohe Inflation am Tief von minus 0,05%. Marktteilnehmer hatten sich im Vorfeld keine Veränderung der geldpolitischen Haltung erwartet, da die hauseigenen Prognosen der Notenbank erst wieder beim Treffen im März veröffentlicht werden. Und auch wenn eine Zinsstraffung in Ungarn noch keinen Platz in den Debatten der Währungshüter findet, hat die ungarische Notenbank zumindest die Liquidität am eigenen Geldmarkt deutlich nach unten gedrückt. Dies hat den dreimonatigen Interbankenzinssatz wiederum in die Höhe schießen lassen, was sich für eine kurze Zeit in einem stärkeren Forint ableiten konnte. Diese HUF-Stärke hielt nur wenige Tage an, da Marktteilnehmer insbesondere nach dem gestrigen Treffen der Notenbank jegliche Hoffnungen auf einen rasanten Wechsel der ungarischen Geldpolitik abgeworfen haben.


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.