Wöchentliche Marktberichte

Feb 25, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ausnahmezustand

EUR

Geschäftsklima hält dagegen

An den Finanzmärkten wütet die Panik um eine weitere Krankheitsausbreitung in Asien und Europa und macht die globale Konjunktur anfällig für erneute Rücksetzer. In der europäischen Datenlage scheinen sich die Sorgen der Ökonomen bislang noch keinen Ausdruck verschafft zu haben. Neben dem rasanten Anstieg des deutschen Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe zeigen auch die Resultate des gestrigen Ifo Geschäftsklimas auf eine gewisse Resistenz deutscher Unternehmen. Allzu großen Stellenwert finden die neuen Veröffentlichungen unter Marktteilnehmern jedoch nicht. Insbesondere da der gesamte wirtschaftliche Einfluss des Coronavirus noch nicht offengelegt wurde. Neben dem angeschlagenen Risikosentiment könnte auch eine erneut ansteigende Zinssenkungswahrscheinlichkeit der Europäischen Zentralbank die Gemeinschaftswährung unter Druck setzen. Geldmärkte setzen die Möglichkeit einer weiteren Lockerung im Juli nun auf 50%, nachdem diese vor einer Woche noch bei knapp 35% stand.

USD

Ausnahmezustand am Rentenmarkt

Mit dem jüngsten Anstieg der infizierten Personen in Europa haben die meisten Marktteilnehmer die Hoffnung auf eine rasche und schmerzlose V-Erholung des globalen Handels aufgegeben. Neben dem gestern ersichtlichen Abverkauf an den globalen Aktienmärkten entfachte die Kapitalflucht in die Sicherheit eine erneute Rally der Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger US-amerikanischer Staatsanleihen ist seit dem Anfang des Jahres um mehr als 50 Basispunkte gefallen und erreicht am gestrigen Handelstag mit einem Wert von 1,43% den geringsten Wert seit Juli 2016. Eine direkte Folge der Renditentalfahrt zeigt sich in den Wahrscheinlichkeiten einer Zinssenkung der Fed, da diese auf Basis der Zinsstrukturkurve berechnet werden. Geldmärkte preisen nun für den Juni eine Zinslockerung vollkommen ein.

CHF

Anzeichen einer Intervention

Marktteilnehmer scheinen sich in ihren Spekulationen einer Währungsintervention der Schweizer Währungshüter bestätigt zu fühlen. Die gestern veröffentlichten Sichteinlagen bei der Notenbank – ein Proxy-Indikator einer möglichen Intervention der SNB am Währungsmarkt – steigen die sechste Woche infolge und deuten immer mehr auf einen Versuch der Zentralbank, die Stärke des Franken einzudämpfen. Die Bemühungen konnten den EUR/CHF zwar nicht wiederbeleben, scheinen die jüngste Stabilisierung des Paares rund um 1,06 zu erklären. Marktteilnehmer erwarten sich in den nächsten Wochen mögliche offizielle Stellungnahmen der Währungshüter und Erklärungen, wie die jüngsten Zeichen der Intervention mit den potenziellen diplomatischen Konsequenzen mit den USA vereinbart werden können. Zumal das US-amerikanische Finanzministerium die Schweiz im vergangenen Währungsbericht auf die Liste der Währungsmanipulatoren gesetzt hatte.


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