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Wöchentliche Marktberichte

Feb 24, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Virus erreicht Europa

EUR

Anstieg der EMI nur ein Trostpreis

Der marginale Anstieg der europäischen Inflation im Januar wird für die langfristige Strategie der Währungshüter zwar von geringer Bedeutung bleiben. Der nun dritte monatliche Anstieg infolge bestätigt jedoch, dass zumindest die Talfahrt der Teuerungsrate zum Stopp gekommen ist. Indes steigt der deutsche Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe – einer der wichtigsten Leitindikatoren für das allgemeine wirtschaftliche Wohlbefinden eines Landes – mit einem Wert von 47,8 auf ein dreizehnmonatiges Hoch. Der Sub-Index für den Exportsektor bleibt aufgrund der Unsicherheiten bezüglich des Coronavirus weiterhin angeschlagen. In der Zwischenzeit rückten die am Freitag erfolglosen Budgetgespräche der Europäischen Union für die Periode 2021 bis 2027 ins Zentrum des Geschehens. Eine hinzukommende Hürde stellen dabei die nun fehlenden Beiträge Großbritanniens dar, welche kompensiert werden müssten. Unter den Nettozahlern der Union scheint die Bereitschaft einer Ausgabenausweitung derzeit noch zu fehlen. Politische Neuigkeiten gab es über das Wochenende aus Deutschland, nachdem sich die Sozialdemokraten bei der Bürgermeisterwahl trotz Verlusten als stärkste Partei in Hamburg durchsetzen konnten. Die Gemeinschaftswährung verzeichnet nicht zuletzt aufgrund einer enttäuschenden Datenlage aus den Vereinigten Staaten die größte tägliche Aufwertung des Jahres und notiert nun gegenüber dem US-Dollar erneut oberhalb der 1,08.

USD

Coronavirus schwächt Wirtschaftsaktivität ab

Die jüngst veröffentlichten Protokolle der letzten US-Zinsentscheidung scheinen eine gewisse Sorge der Währungshüter bezüglich des Coronavirus ans Tageslicht gebracht zu haben. Diese Ängste verschaffen sich nun auch in den genau beobachteten Einkaufsmanagerindizes (EMI) Ausdruck, nachdem der Indikator für das US-amerikanische verarbeitende Gewerbe auf den geringsten Wert seit 2013 gefallen war. Der vor dem Wochenende veröffentlichte EMI stellte den ersten Datenpunkt nach dem Ausbruch des Coronavirus dar und genoss somit eine erhöhten Stellenwert. Die Veröffentlichung scheint Marktteilnehmern gezeigt zu haben, dass die größte Volkswirtschaft der Welt nicht immun gegenüber den globalen Risiken ist.

CEE

Ungarische Zinsentscheidung am Dienstag

Die ungarische Notenbank und infolgedessen der Forint genossen in den vergangenen Tagen erhöhte Aufmerksamkeit bei den zentraleuropäischen Devisendebatten. Nicht nur befindet sich die jährliche Teuerungsrate in Ungarn mit 4,7% auf einem siebenjährigen Hoch. Zum ersten Mal seit Mai 2019 scheint die Zentralbank nicht mehr stur der eigenen geldpolitischen Lockerung zu folgen. In den vergangenen zwei Wochen konnten die Währungshüter über die wöchentlichen FX Swaps die Liquidität des Forints deutlich reduzieren, was zum Anstieg der eigenen Währung geführt hat. Ohne einen nachhaltigen und signifikanten Richtungswechsel – bei der Zinsentscheidung am Dienstag nicht erwartet – könnte die Schwäche des Forints vor dem Hintergrund des derzeitig scheuen Risikosentiments weiter anhalten.

Global

Chinas Automarkt bricht um 92% ein

Die Unsicherheiten rund um das Coronavirus verpassen dem globalen Investitionsumfeld erhebliche Rücksetzer und scheinen sich nun zunehmend in der Datenlage widerzuspiegeln. Anleger wechselten vor dem Wochenende erneut in eine defensive Position, nachdem Nachrichten über die Krankheitsausbreitung in Südkorea, Japan und Italien die Schlagzeilen dominierten. Die Verluste werden dabei weiterhin von China angeführt. Insbesondere das verarbeitende Gewerbe und der Außenhandel zeigen Schwächen auf. Der Leiter des chinesischen Handelsministeriums schlug am vergangenen Freitag einen skeptischeren Ton an und prognostiziert schwache Import- und Exportdaten für den Februar. Folgenschwere Konsequenzen verspürt derzeit die Automobilindustrie. In der ersten Februarwoche lag die durchschnittliche Anzahl verkaufter Fahrzeuge bei 811. Dies stellt einen mehr als 92-prozentigen Rückgang gegenüber dem Vorjahr dar. Somit erschweren neben den langfristigen strukturellen Problemen nun auch kurzfristige Schocks das Leben der Automobilindustrie.


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