Wöchentliche Marktberichte

Feb 20, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Lockerung in China

EUR

Kein Stimulus aus Deutschland?

Obwohl die zurückgekehrte Kauflaune internationaler Investoren Aktienmärkte in Deutschland und den USA auf neue Allzeithöhen treibt und sichere Währungen wie den japanische Yen deutliche Rücksetzer verpasst hatte, lässt die Skepsis gegenüber dem Euro keine signifikanten Aufwertungen der Währung zu. Die gestrigen Kommentare des deutschen Finanzministers scheinen der Gemeinschaftswährung ebenfalls ungelegen gekommen zu sein. Zwar seien laut Olaf Schulz derzeit keine Anzeichen einer möglichen Rezession Deutschlands im Jahr 2020 zu erkennen. Dies schwächt zum Leidwesen des Euro jedoch jegliche Argumente eines fiskalischen Stimuluspakets seitens der deutschen Regierung ab. Eine Maßnahme, welche neben Euro-Investoren auch die Europäische Zentralbank erheblich befürworten würde.

USD

Dominanz hält weiter an

Die US-amerikanische Notenbank wird laut den gestern veröffentlichten Protokollen der letzten Zinsentscheidung eine Zeitlang keine Veränderung der eigenen Geldpolitik vornehmen. Sorgen um eine durch das Coronavirus entfachte globale Konjunkturschwäche scheinen zwar eine gewisse Aufmerksamkeit unter den Währungshütern genossen zu haben. In den geldpolitischen Überlegungen scheint die Krankheitsausbreitung aufgrund der robusten heimischen Datenlage noch keinen Platz zu finden. Neben den neutralen Fed Minutes schien der Dollar auch von den positiven Immobiliendaten profitiert zu haben. Zwar fallen die monatlichen Neubauten von US-Häusern im Januar um 3,6           %. Baugenehmigungen, ein Indikator für die zukünftige Immobilienentwicklung, steigen jedoch um 9,2% auf den höchsten Wert seit 2007 an.

HUF

Notfalltreffen der ungarischen Notenbank

Die ungarischen Währungshüter hatten am Mittwoch ein Notfalltreffen mit den relevanten Banken des zentraleuropäischen Landes ausgerufen, nachdem die dreimonatige BUBOR-Rate – der Zinssatz am ungarischen Interbankenmarkt – innerhalb einer Woche von 0,07% auf 0,61% angestiegen war. Verursacht wurde der markante Anstieg durch die „straffenden“ Worte der sonst so geldpolitisch lockeren Notenbank, welche laut eigenen Aussagen alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel verwenden wird, um die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Zinserhöhungen werden laut von Reuters befragten Ökonomen beim kommenden Zentralbanktreffen am 25. Februar zwar nicht erwartet. Die gestiegenen Renditen am Interbankenmarkt und die ersichtliche Restriktion der FX-Liquidität seitens der Notenbank könnten dem Forint jedoch eine gewisse Stütze bieten.

RMB

Angebotsschock aus Venezuela und Libyen

Sorgen um die breiteren Auswirkungen des Coronavirus auf die globale Konjunktur und die damit einhergehende schwächere Nachfrage nach Öl haben den Preis des Rohstoffs im Februar auf ein einjähriges Tief gedrückt. Die gedämpfte Nachfrage scheint nun jedoch durch einen angebotsseitigen Schock kompensiert zu werden, nachdem politische Sorgen in Venezuela und Libyen erneut zu einem zweiprozentigen Anstieg der Ölpreis geführt hatten. Die US-amerikanische Regierung hat am Mittwoch Sanktionen gegen den in Venezuela tätigen russischen Ölkonzern Rosneft PJSC angekündigt. In der Zwischenzeit sind Friedensgespräche in Libyen zusammengebrochen, nachdem Einheiten des Rebellen-Generals Khalifa Haftar ein Waffenlager in der Hauptstadt Tripolis unter Beschuss genommen hatten. Ölabhängige Währungen konnten von dem erneuten Anstieg des Rohstoffpreises profitieren. Insbesondere der kanadische Dollar, welcher die zwölfte tägliche Aufwertung infolge gegenüber dem Euro verzeichnen konnte, notiert nun an einem 32-monatigen Hoch.


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.