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Feb 17, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

 Nachhaltige Stagnation?

USD

Pessimismus unter Optionshändlern


Es wäre falsch, den jüngsten Schwächeanfall der europäischen Gemeinschaftswährung ausschließlich mit der Risikoaversion der Marktteilnehmer oder der neuerlichen Stärke des US-Dollars erklären zu wollen. Natürlich trugen diese beiden Elemente deutlich zu dem Fall des EUR/USD auf ein 33-monatiges Tief bei. Am Freitag veröffentlichte Konjunkturdaten für die Eurozone und Deutschland machen jedoch erneut deutlich, dass auch die wirtschaftliche und politische Unsicherheit in der Union die Gemeinschaftswährung nach unten drückt. Politische Risiken in Deutschland, Irland und Großbritannien machen dem Euro dabei zu schaffen. Der heftige Rücksetzer der deutschen Industrieproduktion im Januar und die wirtschaftliche Stagnation Deutschlands im vierten Quartal 2019 fachten den ersichtlichen Pessimismus der Investoren nur noch weiter an. Laut der US-amerikanischen Depository Trust & Clearing Corporation setzen ein Viertel aller Put-Optionen (Absicherungen gegen Verluste des Währungspaares) auf einen fortgesetzten Fall des EUR/USD auf $1,08.

USD

Liquider Dollar weiterhin attraktiv


Auch wenn das Coronavirus trotz eines erheblichen Anstiegs der weltweit infizierten Menschen in der vergangenen Woche nicht den dominierenden Markttreiber dargestellt hat, kommt die derzeitige Nachfrage nach Liquidität dem US-Dollar genau gelegen. Somit war es wenig erstaunlich, dass die US-amerikanische Währung trotz der gemischten Datenlage vor dem Wochenende die neunte Aufwertung innerhalb der letzten zehn Tage verzeichnen konnte (DXY-Index). Im Vordergrund stand dabei das für die US-Wirtschaft seit Monaten dominierende Leitmotiv: Schwache Industrieveröffentlichungen, gekoppelt mit souveränen Konsumentendaten. Die Einzelhandelsumsätze verzeichnen im Januar einen monatlichen Anstieg von 0,3%, während die Industrieproduktion erneut schwach ausfällt. Laut den jüngsten Kommentaren des Fed-Präsidenten Jerome Powell werden sich die Folgen des globalen Wirtschaftsrückgangs, ausgelöst durch das im Januar entdeckte Coronavirus, so langsam in der Datenlage abzeichnen. Abgesehen von der Veröffentlichung der Protokolle des letzten Offenmarktausschusses am Mittwoch und der Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe am Freitag fällt die dieswöchige Datenlage für die größte Volkswirtschaft der Welt jedoch eher mager aus.

HUF

Forint erhält unerwartete Unterstützung


Ein ungewöhnliches Bild zeichnete sich am vergangenen Freitag in der zentraleuropäischen Region ab. Nachdem der Forint am Mittwoch noch ein Allzeittief gegenüber dem Euro verzeichnen musste, kämpft sich die ungarische Währung vor dem Wochenende doch noch auf ein fünfwöchiges Hoch. Bedanken kann sich der Forint bei den weiterhin starken Wachstumszahlen der ungarischen Volkswirtschaft, welche trotz leichter Abkühlungserscheinungen einen jährlichen Anstieg von 4,5% im vierten Quartal verzeichnen konnte. Auch die ersten mahnenden verbalen Äußerungen der ungarischen Währungshüter bezüglicher des Inflationsniveaus – mit 4,7% auf dem höchsten Stand seit 2012 – scheinen Investoren als erfreute Abwechslung zu der sonst so sturen Lockerungspolitik der Notenbank interpretiert zu haben und lassen den Forint aufwerten. Ohne einen drastischen Richtungswechsel der Notenbank bleibt die Währung insbesondere aufgrund der Unsicherheit bezüglich des Coronavirus anfällig für Verluste, solange sich das Währungspaar oberhalb 327,90 befindet.


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